Fotos von den Bauarbeiten für die neue Gas-Pipeline Forchheim-Finsing, die sich auch durch den Landkreis Freising zieht.
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Neue Gasleitung Forchheim-Finsing

Mega-Projekt Pipeline: Das passiert auf den Baustellen bei Langenbach, Zolling und Gaden

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Sind für eine Gasleitung mit nur einem Meter Durchmesser riesige Schneisen durch die Landschaft nötig? Und so viele einzelne Baustellen? Antworten darauf erhoffte sich jetzt Langenbachs SPD bei einem Ortstermin. Am Ende waren die Genossen beruhigt – und auch beeindruckt.

Landkreis – Sie erinnert ein wenig an einen Skihang, nur dass die Schneise mitten durch den Wald bei Kleinviecht (Gemeinde Langenbach) braun statt weiß ist. Und auf ihr keine Wintersportler unterwegs sind, sondern Baumaschinen und behelmte Arbeiter.

Das, was jeden Naturfreund erst einmal schlucken lässt, ist Teil einer 77 Kilometer langen Trasse, auf der die Essener Firma Open Grid Europe (OGE) eine neue Erdgas-Pipeline verlegt. Die führt auf ihrem Weg vom fränkischen Forchheim nach Finsing (Kreis Erding) auch durch die Hallertau, das Ampertal und die Isarauen. Und überall, wo die Bautrupps mit ihren Maschinen anrücken und sich durch Felder, Wälder und unter Gewässer graben, gibt es Menschen, die sich fragen: Ist dieser massive Flächenverbrauch gerechtfertigt? Wieso braucht es mancherorts 36 Meter breite Gräben für ein einziges Rohr, das nur einen Meter Durchmesser hat?

Mikrotunnel unter Amper, Goldach, Isar und Moosach

Fragen, die sich auch Mitglieder der SPD in Langenbach stellten, wo derzeit riesige Erdmassen bewegt werden. Die bisherige Informationspolitik der Firma war unter anderem Paul Eisenmann zu dürftig. Der 18-Jährige, der selbst in Kleinviecht wohnt, bat also bei der OGE um eine Baustellenführung. Und weil der Beisitzer der Langenbacher Genossen umgehend eine Einladung der Firma erhielt, leitete Eisenmann den Termin gleich noch an die Landkreis-SPD weiter.

Im Kleinbus-Konvoi unternahm die Gruppe am Dienstag eine Art Baustellen-Hopping durch den Landkreis. Die Tour führte unter anderem zu zwei Mikrotunnel, mit denen die Pipeline den Amperkanal nahe Zolling und bei Gaden das Trio Goldach-Isar-Moosach unterirdisch queren soll. Die Besucher staunten dabei über den gewaltigen Aufwand und die Ingenieurskunst, die von Oberbauleiter Lothar Pfeiffer erläutert wurden. Er zeigte am Rand einer zwölf Meter tiefen Baugrube nicht nur, wie Betonrohre in den Boden gepresst werden, die den Weg für die Pipeline ebnen. Sondern er erklärte auch, wie die bis zu 80 Tonnen schweren Maschinen funktionieren.

Deshalb sind die Arbeiten viel aufwendiger als früher

Dass sich die Arbeiten heutzutage deutlich aufwendiger – und teurer – gestalten als noch vor 25 Jahren, liege laut Pfeiffer an den gestiegenen Anforderungen von Natur- und Gewässerschutz. „Früher hätte man eine Rinne in die Isar gebaggert und die Leitung in einem Düker verlegt.“ Heute würden die Regelungen des FFH-Landschaftsschutzgebiets einen derartigen Eingriff in die wertvollen Uferbereiche untersagen. Solche Aussagen des Oberbauleiters verbreiteten bei den Baustellen-Gästen, die sich auch um übermäßige Eingriffe in die Natur gesorgt hatten, für eine gewisse Genugtuung. Bis an den Rand des technisch Machbaren gehe man laut Pfeiffer direkt nach der Unterführung der drei Fließgewässer bei Gaden: „Dann müssen wir 40 Meter Höhenunterschied ausgleichen, um die Leitung wieder an die Trasse anzubinden.“

Die Arbeiten, die Anfang des Jahres begonnen haben, sollen noch heuer abgeschlossen werden. „Die Inbetriebnahme ist für 31. Dezember geplant“, erklärte OGE-Projektleiter Martin Höhner. Aktuell liege man noch gut in der Zeit, daran hätten auch die vielen Starkregen der vergangenen Wochen nichts geändert, durch die manche Baugrube unter Wasser stand und Erdreich auf Straßen geschwemmt wurde. Warum man auf freiem Feld eine Regelarbeitsstreifenbreite von 34 Metern – in Wäldern sind es 24 Meter – einhalte, erklärte Lothar Pfeiffer so: „Wir können auch runtergehen, aber dann wird’s aufwendig, weil wir die standardisierte Bauweise verlassen.“

Warlimont: „Hintergrund unseres sehr komfortablen Lebens“

Nach all den Eindrücken herrschten in der Besuchergruppe zwei Erkenntnisse: Zum einen war man beeindruckt von der Professionalität der Arbeitsabläufe und den komplexen Bauverfahren. Zum anderen schienen sämtliche Zweifel an der Notwendigkeit der Maßnahme beseitigt, wie es etwa Kreisrat Peter Warlimont in Worte fasste: „Das ist eben der Hintergrund unseres sehr komfortablen Lebens: Wir alle wollen im Winter einfach die Heizung aufdrehen und es warm haben. Es freut mich zu sehen, dass die Eingriffe in die Umwelt im Vergleich zu früher deutlich minimiert werden.“

Dem schloss sich Landtagskandidat Markus Grill an: „Es macht den Eindruck, dass es schnell vorangeht. Und wir alle wollen saubere Energieträger. Die Sonne scheint nicht jeden Tag so schön wie heute – wo soll die Energie dann sonst herkommen?“

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