Freising knackt magische Marke

Mehr als 50.000 Einwohner in Freising: Grünes Licht für Rotlicht

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Freising – Die Große Kreisstadt Freising hat zum Auftakt des neuen Jahres die magische Hürde von 50.000 Einwohnern übersprungen. Das hat nicht nur Auswirkungen auf die Stadtratswahl 2020, sondern bringt auch einige – teils pikante – Herausforderungen mit sich.

Für OB Tobias Eschenbacher kam das, was das Bürgerbüro der Stadt Freising am Mittwoch in seiner Einwohnerstatistik herausgegeben hat, keineswegs überraschend: „Es war absehbar, dass wir bald diese symbolische Marke erreichen werden.“ 50 093 Einwohner – die mit Nebenwohnsitz miteingerechnet – lebten zum 1. Januar 2017 in der Domstadt. Das sind 1158 Personen mehr als Anfang 2016 und 3656 mehr als vor zehn Jahren. Damit ist klar: „Wir müssen in drei Jahren unseren Sitzungssaal umstuhlen.“ Soll heißen: Wenn die Stadt auch weiter über der 50 000er-Marke bleibt, werden bei der Wahl 2020 dann 44 anstatt wie zuletzt 40 Stadtratssitze vergeben.

Auffällig an der Statistik ist, dass der Anstieg des Bevölkerungsstands mit dem Zuwachs an ausländischen Mitbürgern einhergeht: Anno 2007 waren es 6607, Anfang dieses Jahres 9848. Laut Irene Striegl vom Presseamt der Stadt Freising werden auch alle Asylbewerber – anerkannte wie noch nicht anerkannte – in die Statistik aufgenommen. Aktuell leben in der Stadt 590 Flüchtlinge, davon 143 anerkannte. „Das ist aber nicht der alleinige Grund für die steigenden Einwohnerzahlen“, betont OB Eschenbacher. „Wir leben hier in einer Zuzugsregion – nicht zuletzt dank der Universität.“ Das bringe einige Herausforderungen mit sich – vom Ausbau der Verkehrsinfrastruktur bis hin zum Wohnungsbau. „Wir arbeiten schon lange daran, weisen Wohngebiete aus, erstellen Bebauungspläne“, sagt Eschenbacher. „Doch es ist sehr schwer, bei dieser Entwicklung überhaupt hinterherzukommen.“

Deshalb verschwendet der OB auch keinen Gedanken daran, dass Freising jetzt von einer Großen Kreisstadt zu einer Kreisfreien Stadt werden könnte. „Das wäre ab 50 000 Einwohnern prinzipiell möglich – macht allerdings wenig Sinn.“ Zwar könnte sich die Stadt dann etwa die Kreisumlage sparen, müsste jedoch zugleich für eine Behördenstruktur wie der Landkreis sorgen. „Kein Thema“, betont der OB. „Außerdem haben wir ein sehr sehr gutes Verhältnis zur Landkreis-Verwaltung.“

Eine andere Baustelle könnte sich dagegen auftun. Denn: Ab 50 000 Einwohnern kann eine Stadt keinen Gesamtsperrbezirk für Prostitution mehr ausrufen. „Theoretisch wäre es nicht mehr grundsätzlich möglich, so etwas überall zu verbieten“, erklärt der OB. „Aber bis jetzt haben wir diesbezüglich noch keinen Antrag vorliegen.“ Auch wenn es bei der Freisinger Polizei kein Sachgebiet oder Kommissariat „Sitte“ geben wird: Das Thema Prostitution wird nun auch auf die Beamten zukommen. Dabei „bewegen wir uns längst am Limit, was die Arbeitsbelastung betrifft“, sagt Inspektions-Vize Michael Ertl. Die Planstellen seien nur zu 77 Prozent besetzt, dabei sei die PI nicht nur für das Stadtgebiet, sondern für weitere 33 000 Einwohner im Landkreis zuständig. Mehr Einwohner auf engstem Raum – das bedeute auch mehr Kriminalität, weiß Ertl. Und Menschen bis 30 Jahre – typische Zuzügler – seien auch strafauffälliger als Ältere. „Dass wir hier permanent einen starken Zuzug haben, dem wird personell einfach nicht Rechnung getragen“, so Ertl. Schon jetzt schleppe jeder Beamte zwei Wochen Überstunden mit sich herum.

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