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Mehr als nur ein Wimpernschlag: Mundartpoet Martin Kraft las aus seinem neuen Buch

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Neben der Blaskapelle hat Dellnhausen bei Au noch einen weiteren Künstler beheimatet: den Mundartdichter Martin Kraft, der im Schlossbräukeller eine eindrucksvolle Lesung gab.

Beeindruckend war bereits die Kulisse. Sämtliche Plätze unter den Kastanienbäumen waren besetzt, was Wirt Claus Soller und Martin Kraft gleichermaßen freute. Zu viele Vorschusslorbeeren für den jungen Mundartdichter? Mitnichten - denn zwei Stunden lang gab es Kraft "live".

Im Mittelpunkt stand der "Wimpernschlag", wie das zweite Werk mit Mundartgedichten des Finanzbeamten heißt. Die Sammlung beinhaltet wiederum Stücke zum Schmunzeln, aber auch Verserl mit Tiefsinn, die zum Nachdenken animieren.

Tja, das Leben ist kurz und sollte deshalb genossen werden. Das zumindest legt Kraft in seinem Stück "Rindvieh" nahe, in dessen Mittelpunkt eine Kuh auf der Wiese steht: "De Sun scheint auf sie ro, und wenn's Hunga hod, beißt's a Graserl o." Ob es der Mensch im Vergleich zum Horntier schöner hat, vor allem beim Blick auf den hektischen Arbeitsalltag? - Der Dellnhauser bezweifelt das und verleiht seinem Pessimismus mittels Verserl Ausdruck: "Für mi is ned gwis, wer des gressa Rindvieh is."

Den Besuchern war anzumerken, dass sie die Kombination aus Bier, Brotzeit, Gsangl und lauem Sommerabend sichtlich genossen. Ihnen wurde ein herrlichen Abend beschert, der länger dauerte als nur ein "Wimpernschlag".

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