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Abgesteckt ist es schon das Grundstück, auf dem das Mehrgenerationenhaus gebaut werden soll. Das Areal ist 1600 Quadratmeter groß. 

Zwei Projekte auf den Weg gebracht

Mehrgenerationenhaus und Kommunalunternehmen können kommen

Leicht gemacht hat man sich die Entscheidung nicht. Das jetzt beschlossene, knapp sieben Millionen Euro teure Mehrgenerationenhaus bot Anlass für kontroverse Debatten. Unabhängig davon, dass es 30 Prozent Zuschuss dafür gibt. Vor allem die Gründung eines Kommunalunternehmens für das gut 20 Wohnungen umfassende Projekt machte Probleme. Es war von überbordender Bürokratie und mangelnder Transparenz die Rede.

Kranzberg– Fünf Planer marschierten in der Sitzung auf, um das Mehrgenerationenhaus noch einmal im Detail darzustellen. Es ging etwa um Massiv- oder Holzbauweise, um Barrierefreiheit und darum, ob der Aufzug auch für Krankentransporte geeignet sein soll. Chefplaner Johannes Dantele und seine Kollegen hatten einiges, was in der letzten Sitzung von Seiten des Gemeinderats angeregt worden war, bereits eingearbeitet. So plant man jetzt mit 36 Stellplätzen. Auch das Thema „rollstuhlgerecht“ hat man nicht ausgeblendet. Eine komplette Wohnung soll nicht nur behindertengerecht ausgestattet sein, sondern den wesentlichen höher anzusiedelnden Standard von Rollstuhlfahrern gerecht werden.

Beim Aufzug entschied man sich für eine geräumige, aber nicht für eine Variante, deren Tiefe Krankentransporte zulässt. Bürgermeister Hermann Hammerl hatte argumentiert, dass die Treppenhäuser geräumig genug sein, um Krankentransporte durchzuführen. Auf Widerspruch stieß die von Dantele klar bevorzugte Holzbauweise. Der Architekt hatte auf die wesentlich bessere Ökobilanz einer Holzkonstruktion hingewiesen und erklärt, dass man die geplanten Gebäude allein mit der CO2-Ersparnis 40 Jahre lang beheizen könne. Georg Neumair (FWG) überzeugte er damit nicht. „Ich bin bei Holz immer ein bisschen skeptisch“, stellte er in Bezug auf Pflege und Folgekosten fest. Dantele hielt dem entgegen, dass Holzbauweise inzwischen Standard sei und selbst im Außenbereich kaum noch einer Nachbehandlung bedürfe. Apropos Kosten: Sonja Kieslinger (FWG) machten die knapp sieben Millionen Euro, die laut Vorplanung herauskommen sollen, Kopfzerbrechen. Sie habe schon andere gehört, „die bedeutend billiger waren“, gab sie zu bedenken. Ihrer Ansicht nach sollte man das Zahlenwerk erst mal sacken lassen und „dann vielleicht im Januar entscheiden“. Durchsetzen konnte sie sich mit diesem Vorschlag aber nicht.

Die schon mehrfach erörterte Hochwasserproblematik beschäftigte das Gremium erneut. Neumair meinte: „Ich bin nach wie vor ein Fan davon, dass wir vielleicht noch zehn Zentimeter weiter herausgehen.“ Hammerl zeigte sich indes überzeugt davon, „dass wir bei einem dreißigjährigen Hochwasser nicht absaufen.“ Dantele hatte davon gesprochen, dass man über dem Niveau des am Gelände vorbeiführenden Fuß- und Radwegs sei, was er für ausreichend halte.

Am strittigsten gestaltete sich die Entscheidung, ein Kommunalunternehmung zur Durchführung des 1600 Quadratmeter umfassenden Bauprojekts zu gründen. Ursula Enghofer (FWG) vermutete „Einen Riesenverwaltungsaufwand“ und „einen Mordsaufwand, der auch kostet“. Die Vorteile seien indes „überschaubar“, konstatierte sie. Umso erleichterter schien Johann Halbinger (CSU), als sein Antrag zur Gründung eines Kommunalunternehmens am Ende mit knapper Mehrheit angenommen wurde. Jetzt hängt alles davon ab, ob man eine EU-Richtlinie erfüllt und nicht europaweit ausschreiben muss.

Alexander Fischer

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