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Gutes Sitzfleisch war nötig bei der langen Sitzung des Planungsausschusses zu Transgourmet.

Nach Marathonsitzung

Mehrheit des Freisinger Planungsausschusses für Transgourmet

Freising - Die erste Hürde hat Transgourmet genommen. Der Planungsausschuss der Stadt Freising hat den geänderten Bebauungsplan für das Logistikunternehmen in den Clemensängern gegen fünf Stimmen gebilligt. Nun ist der Stadtrat am Zug.

Eigentlich waren sich alle Redner einig: Das im Freisinger Gewerbegebiet Clemensänger geplante Verteilerzentrum von Lebensmitteln ist zu groß: mit 280 Meter Länge und 90 Meter Breite sowie 18 Meter Höhe. Stadtbaurätin Barbara Schelle räumte denn auch ein, dass man in der Auseinandersetzung über das Vorhaben neben den städtebaulichen Erwägungen auch wirtschaftliche Gesichtspunkte in Erwägung ziehen sollte. Interessierte Zuhörer aus der möglichen späteren Nachbarschaft zu dem Mammut-Unternehmen erlebten dann leidenschaftliche Plädoyers der Grünen-Ausschussmitglieder gegen das Projekt und eher nüchterne Aussagen auf Seiten der Befürworter.

Eine große Sorge vor allem bei den Anwohnern an der Ismaninger und Carl-Orff-Straße bezieht sich auf den Lkw-Verkehr, den das große Unternehmen dereinst produzieren wird. Hier hatte aber Rüdiger Jürgens, Verkehrsexperte aus dem Stadtplanungsamt, bemerkenswerte Zahlen parat. Er stellte dem Ausschuss Prognosen vor, wonach die Region Freising bis 2030 um 12,2 Prozent wachse: auf gut 120 000 Einwohner. Das habe auch eine deutliche Zunahme von Verkehr zur Folge. Die Ansiedelung von Transgourmet würde täglich rund 225 Lkw-Fahrten mehr von und zum Logistikzentrum bedeuten. Aber aus der Prognose für den alten und nicht geänderten Bebauungsplan von Ende der 80er Jahre stellte Jürgens fest, dass mit dem großen Transgourmet letztlich weniger Verkehr erzeugt werde, als wenn das Gebiet mit mehreren einzelnen Gewerbebetrieben gefüllt würde.

Dass der Lkw-Verkehr auch lärmtechnisch nicht relevant sei, stellte Gutachter Martin Steger fest. Mit errechneten 38 dBA nachts sei nicht einmal der erlaubte Grenzwert von 40 dBA erreicht, sagte der Lärmexperte. Sebastian Habermeyer und Manfred Drobny (Grüne) zogen diese Ergebnisse in Zweifel, wobei Habermeyer in Richtung der Zuhörer meinte, auch bei einem anderen Gewerbe als Transgourmet würde mehr Verkehr in Lerchenfeld entstehen. „So wie es ist, wird es nicht bleiben.“

Habermeyer, selbst Architekt, brachte den städtebaulichen Gesichtspunkt in die Diskussion ein. „Das passt einfach maßstäblich nicht.“ Norbert Gmeiner, ebenfalls Architekt, vertrat die Auffassung, dass man nach 20 Jahren vergeblicher Suche nach Interessenten den finanziellen Aspekt für die Stadt nicht außer Acht lassen dürfe. In diese Kerbe schlug auch Rudi Schwaiger (CSU).

Nach drei Stunden kam es schließlich zur Abstimmung. Bei der obsiegten die Befürworter Norbert Gmeiner, Thomas Ottowa, Rudi Schwaiger, Anton Frankl, Karl-Heinz Freitag, Thomas Bauer, Franz Bernack, Robert Weller und OB Tobias Eschenbacher gegen Sebastian Habermeyer, Manfred Drobny, Charlotte Reitsam, Ulrich Vogl und Monika Hobmair.

Heinz Mettig

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