Abschlussfeier bei den Werkstätten

„Jeder braucht die Bestätigung, dass er etwas kann“

Landkreis – Zwei Jahre und drei Monate dauert die Berufsbildung bei den Isar-Sempt- Werkstätten. Menschen mit Behinderung werden dabei ins alltägliche Berufsleben integriert. Zehn Teilnehmer haben die Zeit jetzt erfolgreich abgeschlossen.

Von der Metall- oder Holzbearbeitung über hauswirtschaftliche Tätigkeiten bis hin zur Arbeit im Textilbereich – die Berufsbildungsteilnehmer wirken je nach Wunsch und Fähigkeiten bei der Bearbeitung von Produktionsaufträgen unterschiedlichster Firmen mit. „Beispielsweise sind alle Auspuffaufhängungen der 3er BMWs von unseren Mitarbeitern gefertigt“, betonte Albert Wittmann, der Geschäftsführer der Isar-Sempt-Werkstätten, bei der Abschlussfeier. Auch Kugelschreiber oder Zusatzteile für Polstermöbel werden in den Werkstätten hergestellt. 150 Personen sind in den Räumlichkeiten in Erding beschäftigt, 210 in Freising. Ihnen soll die Teilnahme am Arbeitsleben gesichert werden. „Jeder Mensch kann etwas“, sagt Wittmann. Es müsse lediglich der Arbeitsplatz an die Person angepasst werden und nicht die Person an den Arbeitsplatz. „Für unsere Mitarbeiter ist das mehr als ein Arbeitsraum. Sie haben hier ihre sozialen Kontakte.“ Besonders wichtig sei das Gefühl, einer sinnvollen Tätigkeit nachzugehen. „Jeder braucht die Bestätigung, dass er etwas kann“, betonte Wittmann.

Erlernt werden nicht nur Arbeitsschritte und -techniken, auch auf ein selbstständiges Privatleben werden die Teilnehmer vorbereitet. Einen Tag in der Woche verbringen sie deshalb in Kleingruppen, wo sie an Kursen wie Lebenspraxis teilnehmen. „Man erlernt das richtige Händewaschen, den verantwortungsvollen Umgang mit Geld und die Nutzung von neuen Medien“, erklärte Berufsbildungsfachkraft Rita Spitzweck. Begleitet worden sei die Ausbildungszeit von regelmäßigen Praktika, fügte Wittmann an. „Einige unserer Absolventen kommen danach auf dem regulären Arbeitsmarkt unter, die anderen sind auf Dauer in unseren Werkstätten tätig.“

Sehr stolz auf ihre Leistung waren auf jeden Fall alle Absolventen. Aus Erding konnten Anna Daschner, Franz-Peter Friedrich und Heinz Radlinger ihr Zertifikat in Empfang nehmen, aus Freising Maximilian Geiger, Kevin Hameister, Ines Mayer, Wolfgang Sittenauer, Antje Szeles, Sabrina Taubmann und Franziska Triembacher.

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