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Rhythmus im Blut hat „Robeat“, alias Robert Wolf. Gestern begeisterte er die Neustifter Schüler.

Er lehrt die Kinder das Beatboxen

Robeat, die menschliche Rhythmusmaschine

Freising - „Könnt ihr mir bischen Saft auf die Boxen drehen“, fragt „Robeat“ in Richtung Technik. Und schon geht’s los. Er wird zur menschlichen Rhythmusmaschine und schleudert die ersten „Beats“ durch die Turnhalle der Neustifter Schule. Alle sind hin und weg.

Dem Förderverein der Neustifter Schulen ist in diesem Jahr ein besonderer Coup gelungen: Zwei Tage lang ist der 24-Jährige Robert Wolf, alias „Robeat“, zu Gast an der Neustifter Mittelschule. Gestern zeigte die „menschliche Beatbox“, wie er genannt wird, den 160 Mittelschülern, was er sich in zehn Jahren selbst beigebracht hat: Der „Beatboxer“ macht Musik nicht mit Instrumenten, sondern mit Mikro und Stimme. Wer ihm zuhört, sucht zunächst einmal nach den Geräten, die diese satten Techno-Beats, Drum-and-Base Rhytmen oder Hip-Hop-Klänge erzeugt. Aber: Die gibt es nicht. Alles ist hundert Prozent live - und kommt direkt aus dem ehrgeizigen Stuttgarter heraus. Seit zehn Jahren übt Robeat täglich bis zu neun Stunden. „Talent ist gut, Training ist besser“, lautet sein Motto, das ihm schon viele Erfolge eingefahren hat: Dritter Platz in der TV-Show „Super Talent“, Auftritte bei „Stern TV“ und „TV Total“ sowie der Titel „Deutscher Vizemeister im Beatboxen“.

Das ist auch der Grund, warum die Rektorin der Neustifter Schule, Renate Bruckmeier und ihre Kollegin, die Musiklehrerin Luzia Lepschy, den Künstler zu sich an die Schule geholt haben. „Kinder brauchen Vorbilder“, sagt Lepschy. „An Robeat können sie sehen, was mit hartem Training und Disziplin alles möglich ist.“ Auch Robert Wolf selbst ist es ein Anliegen, gerade Kindern aus sozial benachteiligten Familien in Workshops seine Mundakrobatik zu lernen. „Das Schöne beim Beatboxen ist, dass man keine teuren Instrumente braucht“, erklärt der 24-Jährige. „Man hat sein Instrument sozusagen immer dabei.“

So macht der Unterricht Spaß: Robeat zeichnet der ersten Gruppe des Tages die Grundtöne des Beatboxens auf eine Flip Chart. Die Zehn- bis 16-Jährigen hören ihm gespannt zu und probieren sich gleich selbst an den Beats aus. Nach kurzer Zeit klingt das schon richtig gut. „Oft ist es schwer, unsere Schüler aus der Reserve zu locken“, weiß Musiklehrerin Lepschy. „Aber wenn das mal gelingt, dann sind sie für alles offen“. Die Bilanz des ersten Workshop-Tages zeigt: Es funktioniert - mit viel Saft auf den Boxen.

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