Preise steigen minimal

Milcherzeugergemeinschaft: „Es ist noch Luft nach oben“

Trotz leicht steigenden Milchpreises ist die Stimmung bei allen Beteiligten angespannt. Bei der Mitgliederversammlung der MEG Milchvermarktung Freising, Region Moosburg, wurde deutlich, dass die Zukunft des Markts weiterhin viele Fragezeichen aufwirft.

Mauern – Trotz rückläufiger Mitgliederzahlen ist es für den Vorsitzenden Peter Goldbrunner ein positives Zeichen, dass sich so viele im Gasthof „Zum Alten Wirt“ eingefunden haben. „Es zeigt, dass euch nicht egal ist, wenn die Milch einfach abgeholt wird, sondern ihr euch aktiv an der Vermarktung des Produkts beteiligen möchtet.“ 79 Mitglieder verzeichnet die Gemeinschaft aktuell, das sind rund 17 Prozent weniger als noch ein Jahr zuvor. Dennoch müsse man nach vorne blicken. Bei seinem Report ging der Landwirt auch auf die neue Milch-Güteverordnung (die Verordnung über die Güteprüfung und Bezahlung der Anlieferungsmilch, Anm. d. Red.) ein, die eigentlich schon längst hätte geändert und initiiert werden sollen. „Vor eineinhalb Jahren hatte sich da mal was aufgetan, aber seitdem ist nichts vorwärts gegangen“, meinte Goldbrunner. So viele positive Punkte hätte die Verordnung für die Landwirte aber auch nicht vorgesehen.

Zumindest eine positive Nachricht konnte er den Milchbauern verkünden: Von höherer Stelle habe er erfahren, dass es die sogenannten Tankwächter, die einige Molkereien von ihren Lieferanten fordern, nicht geben wird. Diese Geräte zeichnen alle wichtigen Werte wie Kühl- oder Reinigungsdaten auf und geben Warnsignale an den Milcherzeuger ab, wenn die angestrebten Zielwerte der Milchkühlung und -lagerung abweichen. „Man kann jederzeit auf unsere Werte zugreifen. Eine Nachrüstung würde jeden Landwirt rund 1000 Euro kosten“, meinte Goldbrunner. „Aber das Thema ist vom Tisch.“

Mit einem Grundpreis von 33 Cent pro Kilogramm ist der Milchpreis im Vergleich zu vergangenem Jahr leicht gestiegen. „Es ist aber auf alle Fälle noch Luft nach oben“, betonte der Vorsitzende und stellte klar, dass sich die Stimmung unter den Milchbauern dadurch nicht gebessert hätte. „Man muss schon bedenken: Damit kann man einen Betrieb halten, aber nicht weiterentwickeln.“

Robert Hofmeister, Präsident des Verbands der Bayerischen Privaten Milchwirtschaft, erklärte, man habe 2016 durchaus positiv abgeschlossen: „Allen voran im Käse- und Milchpulverbereich.“ Innerhalb der Moosburger Region konnten im letzten Jahr viele neue Produkte eingeführt werden. „Ich bin stolz, sagen zu können, dass wir nicht nur von Qualität reden, wir liefern sie auch.“ Für ihn sei es wichtig, weiterhin auf den Export sowie die Markenartikel zu setzen und zu versuchen, die Position auf dem Markt auszubauen. „Wir müssen in sämtlichen Bereichen die Qualität aufrechterhalten und unsere Investitionen in den Markt sowie die Technologie erhöhen.“ Das sei den Beteiligten bisher auch gut gelungen. „Ich glaube an die Kraft unserer Milch“, bedankte sich Hofmeister abschließend.

Von Anna Schledzinski

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