Auf seinem Pferdehof will Alfred Kronawitter ein Mini-Windrad bauen. Mit seinen Plänen könnte er eine Vorreiterrolle im Landkreis Freising übernehmen. Das Ganze liegt derzeit zur Genehmigung im Landratsamt. Foto: LEhmann

Mini-Windrad für Strom-Eigenbedarf

Kirchdorf - „Nicht so viel reden - machen!“ Das ist die Devise von Alfred Kronawitter aus Geierlambach. Der Landwirt will ein Mini-Windrad bauen.

Eine Photovoltaikanlage hat Alfred Kronawitter schon lange auf dem Dach. Sein Brauchwasser wird fast ausschließlich durch Sonnenenergie erwärmt, er heizt nicht mit Öl sondern mit einer Holz-Zentralheizung. Schon jetzt ist er, was die Energiegewinnung angeht, vorbildlich. Nun will der Landwirt einen weiteren Schritt in Richtung regenerative Energien gehen: In Sachen Strom möchte er sich - zumindest ein kleines Stück weit - unabhängig machen. Mit einem 13 Meter hohen Mini-Windrad, einem, das auch schon bei wenig Wind, ab einer Geschwindigkeit von 1,8 Metern pro Sekunde, Strom erzeugt.

Im Schnitt braucht Kronawitter für seine Landwirtschaft und seinen Pferdehof zwei Kilowattstunden Strom in der Stunde. „Sich komplett selbst zu versorgen - das wird nicht möglich sein. Aber ich erhoffe mir eine gute Unterstützung. Den Rest werde ich nach wie vor von E.on beziehen“, erklärt der findige Landwirt seine Pläne.

Strom im Kleinen, quasi für den Hausgebrauch selbst zu erzeugen, das interessiert ihn angesichts ständig steigender Preise immer mehr. Den entscheidenden Impuls für seine Windrad-Idee holte er sich auf einer Messe in Landshut, hier wurden solche kleinen Windräder vorgestellt. Auf erneuerbare Energien umzustellen, ist für Kronawitter zum einen wegen des Umweltschutzes unerlässlich, zum anderen aus Gründen der Kostenersparnis. „Wenn ich mir einen Teil meines Stroms selber erzeugen kann, dann ist das für mich der höchste Gewinn.“ Eine Windmessung, die ihm von verschiedenen Herstellern solcher Windräder angeboten wurde, um vorab sagen zu können, wie rentabel das Ganze ist, hat Kronawitter ausgeschlagen. „Am Ende hat man auch nur die Erkenntnis, dass es was bringt - sobald die Genehmigung vorliegt, kauf ich mir so ein Ding, fertig.“

Die Bauvoranfrage liegt aktuell beim Landratsamt, nachdem der Gemeinderat Kirchdorf Kronawitters Vorhaben bereits Anfang Mai abgesegnet hat. Jetzt muss der Antrag die einzelnen Stellen im Landratsamt durchlaufen, ehe klar ist, ob der Landwirt seinen eigenen Strom erzeugen darf. Bekommt er grünes Licht, rechnet er mit Kosten von etwa 15 000 Euro. Sieht man sich die Entwicklung der Strompreise an, so Kronawitter, wird die Einsparung in fünf Jahren wesentlich höher sein, als man heute vermutet. Angst vor Risiken hat er keine: „Wenn ich’s nicht mache, weiß ich nie, ob es funktioniert.“ (as)

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