Die Situation vor Ort erklärten Helmut Plötz und Ludwig Grüll dem Innenminister Joachim Herrmann (v. l.). FOTO: Lehmann

Minister Joachim Herrmann nimmt sich Zeit für die Startbahngegner

Attaching - Innenminister Joachim Herrmann war der Einladung von Plane Stupid gefolgt und machte sich gestern persönlich ein Bild von den Argumenten der Startbahngegner. Das Resultat ist ernüchternd.

Schon bei seiner Ankunft in Attaching wurde Minister Joachim Herrmann die Botschaft deutlich klar gemacht: Bayern braucht keine dritte Startbahn - das stand auf einem großen, leuchtend roten Banner am Tennisplatz.

Ein Empfangskomitee von gut 50 Leuten erwartete den Innenminister, der mit Plane Stupid- und Freisinger CSU-Vertretern im Floriansstüberl der Attachinger Sportgaststätte Platz nahm - unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Gut eine Stunde wurde debattiert. Das Resultat: ernüchternd. Herrmanns einzige Aussage: „Ich bin hergekommen, um mir die Argumente anzuhören. Das habe ich gemacht. Die Haltung der Staatsregierung ist bekannt. Wir werden in München weiter darüber reden.“

Worte, die bei Plane Stupid in keinster Weise Anklang finden, wie Sprecher Florian Sperk im Anschluss sagte. „Wir sind sehr enttäuscht, wie das Gespräch gelaufen ist.“ Der Minister habe sich informiert, aber nicht bewegt. Allerdings sei es gut, dass nach einem Jahrzehnt Widerstand sich ein Minister endlich selbst ein Bild der Situation mache.

Dass das ganze Unterfangen nicht wirtschaftlich sei, wurde dem Innenminister in aller Deutlichkeit dargestellt. „Das hat er auch nicht angezweifelt“, sagte Sperk. Allerdings habe er weiter keine Schlüsse daraus gezogen. Die Freisinger CSU-Mitglieder Florian Herrmann und Erich Irlstorfer pochten auf eine baldige Entscheidung, so Sperk weiter. Joachim Herrmann gehe da von einer Entscheidung in der aktuellen Legislaturperiode aus. „Die ist aber bekanntermaßen noch sehr lang“, meinte Sperk. Wenn es aber sein müsse, werde man auch die nächsten zehn Jahre noch dagegenhalten.

Einen Erfolg konnte Plane Stupid aber verbuchen: „Immerhin kann der Innenminister jetzt nicht mehr sagen, dass er nicht wüsste, dass das Projekt nicht wirtschaftlich ist.“ Allerdings bleibt ein bitterer Nachgeschmack nach dem Treffen mit Joachim Herrmann: „Wir hatten gehofft, dass er mehr sagen kann.“ Und unter dem Strich sei „bei ihm keine Bewegung in der Sache zu spüren“. ahi

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