Wer jetzt seine Marke pflegt und sich gut positioniert, hat später beste Chancen, Top-Talente und hochqualifizierte Arbeitskräfte für sich zu gewinnen.
+
Wer jetzt seine Marke pflegt und sich gut positioniert, hat später beste Chancen, Top-Talente und hochqualifizierte Arbeitskräfte für sich zu gewinnen.

Wichtiger denn je

Mit Employer Branding auf dem Weg zur starken Unternehmensmarke

Employer Branding ist in der Krise eine große Chance für Unternehmen. Damit finden sie schneller die richtigen Kandidaten für freie Stellen.

Wer jetzt seine Marke pflegt und sich gut positioniert, hat später beste Chancen, im Wettbewerb mit der Konkurrenz Top-Talente und hochqualifizierte Arbeitskräfte für sich zu gewinnen. Mit Employer Branding finden Unternehmen schneller die richtigen Kandidaten für freie Stellen und freuen sich zumeist über eine geringere Fluktuation im Betrieb. 

I. Fünf gute Gründe für Employer Branding

Employer Branding ist mehr als ein Luxustrend für vermeintlich abgehobene Unternehmen. Es ist die Basis für zukünftigen Erfolg.

1. Menschen binden

85 Prozent der deutschen Arbeitnehmer haben nur eine geringe emotionale Bindung zu ihrem Arbeitgeber oder sogar schon innerlich gekündigt. Das geht aus einer Gallup-Studie aus dem Jahr 2019 hervor. Zwar mag sich das in Corona-Zeiten etwas relativiert haben. Dennoch zeigt die Zahl: Unternehmen müssen dringend etwas dafür tun, ihre Mitarbeiter auch emotional mehr zu binden. Wer Menschen für sich gewinnen will, muss ihnen Wertschätzung entgegenbringen. Das fördert die Zufriedenheit von Mitarbeitern und stärkt die Loyalität. Employer Branding hilft dabei, eine gemeinsame Basis für Unternehmen und Angestellte zu finden. Denn nur wer an einem Strang zieht, setzt die Segel auf Erfolgskurs.

2. Talente gewinnen

Die Vorstellungen, worauf es bei der Arbeit ankommt, haben sich verändert. Während für Ältere eher noch die Höhe des Gehalts und die Anzahl der Arbeitsstunden ausschlaggebend bei der Jobwahl war, gewinnt bei den Jüngeren die Work-Life-Balance und die Vereinbarkeit von Beruf und Familie zunehmend an Bedeutung. „Wir sind auf dem Weg von der leistungsorientierten Gesellschaft zur ganzheitlich orientierten Bewusstseinsgesellschaft“, betont der Arbeitsmarktexperte Dr. Dr. Cay von Fournier. Die sogenannte Generation Y lebe nicht, um zu arbeiten, sondern arbeite, um zu leben. Um Toptalente zu gewinnen, geht es also darum zu zeigen, was ein Unternehmen besonders macht. Employer Branding hilft dabei, die Bewerbungsqualität und die Bewerberpassung zu erhöhen und zugleich die Kündigungen in der Probezeit zu minimieren.

3. Leistung steigern

Wer Mitarbeitern durch Employer Branding über eine starke Marke ein Identifikationsangebot macht, wird davon profitieren. Denn eine höhere emotionale Verbundenheit zum Arbeitgeber erhöht die Leistungsbereitschaft enorm. Wer sich als Teil des Unternehmens fühlt, dem ist der gemeinsame Erfolg viel wichtiger. Er arbeitet motivierter, verantwortungsbewusster, produktiver und auch kreativer.

4. Profil zeigen

Um einem Missverständnis vorzubeugen: Beim Employer Branding geht es nicht darum, sich als perfekter Arbeitgeber zu inszenieren, denn das ist unmöglich. Es geht auch nicht darum, möglichst allen zu gefallen, denn das führt zu Beliebigkeit. Vielmehr kommt es darauf an, authentisch zu sein und klare Kante zu zeigen. Mag sein, dass sich das eigene Unternehmen nur in Nuancen von Mitbewerbern unterscheidet. Aber genau diese Details gilt es herauszuarbeiten.

5. Kosten senken

Wem es gelingt, zeitnah den geeigneten Mitarbeiter oder die geeignete Mitarbeiterin für einen vakanten Posten zu finden, wem es zudem gelingt, die neuen Beschäftigten zu binden und somit die Fluktuation gering zu halten, der spart mittelfristig viele Recruiting-Kosten. Und Zeit. Denn jeder verlorene Mitarbeiter bedeutet auch verlorenes Wissen und verlorene Kompetenzen. Bis Nachfolger eingearbeitet sind und sich das erforderliche Spezialwissen – auch zu Unternehmensabläufen – angeeignet haben, muss einiges an Aufwand und Zeit investiert werden.

Entdecken Sie Top-Arbeitgeber aus den Regionen Freising, Dachau, Erding & Fürstenfeldbruck

II. Fünf Anregungen für die Stärkung der eigenen Marke

Mit Employer Branding können Unternehmen zeigen, warum es attraktiv ist, für sie zu arbeiten. Dafür braucht es aber Selbstreflexion, gute Kommunikation und Ausdauer.

1. Ehrlich mit sich sein

Beim Employer Branding geht es darum, als attraktiver Arbeitgeber auf dem Job-Markt wahrgenommen zu werden. Es ist also sinnvoll, mit allen Stärken, die das Unternehmen besitzt, zu wuchern, das Interesse von Arbeitsuchenden zu wecken und ihnen zu vermitteln, warum es sich lohnt, in diesem Betrieb zu arbeiten. Aber Achtung: Kandidaten mit falschen Versprechungen ins Unternehmen zu locken, ist der falsche Weg. Das führt schnell zu Frust.

2. Auf die Beschäftigten kommt es an

Beim Employer Branding geht es nicht nur darum, neue Kräfte zu gewinnen, sondern (bereits angestellte) Mitarbeiter zu binden. Für den langfristigen Erfolg ist es entscheidend, dass die Marke nicht nur positiv auf Bewerber strahlt, sondern auch auf die bereits Beschäftigten. Dabei geht es nicht nur darum, die Loyalität der Belegschaft oder ihre Motivation zu stärken, sondern die Angestellten auch für neue Bewerber zu Markenbotschaftern zu machen. Denn sie sprechen die glaubhaftesten Empfehlungen für ein Unternehmen aus.

3. Analysieren und Rückschlüsse ziehen

Vielleicht bietet die Krise die Zeit, um die Stärken und Schwächen des eigenen Unternehmens einmal genau zu analysieren. Was macht uns einzigartig? Für welche Werte stehen wir? Vergüten wir fair? Bieten wir unseren Mitarbeitern genügend Fortbildungsmöglichkeit? Haben wir die nötigen Rahmenbedingungen, damit sich Beruf und Familie vereinbaren lassen? Auch hier lohnt es sich, die eigenen Mitarbeiter – gegebenenfalls anonym – zu befragen. Vielleicht schmeichelt nicht jede Antwort dem Arbeitgeber, aber sie bietet ehrliche Rückschlüsse für das Employer Branding.

4. Der Medienmix macht‘s

Nach der Inventur geht es darum, die Stärken nach außen zu kommunizieren. Inhalte lassen sich über Blogs, Videos oder Fotos transportieren. Geeignete Kanäle für die Markenkommunikation können die eigene Homepage, Social-Media-Plattformen oder Printmedien sein. Mit einem gut austarierten Medienmix lässt sich die größte Reichweite erzielen.

5. Langen Atem haben

Employer Branding zielt auf Langfristigkeit ab. Nur Unternehmen, die Zeit, Personal und Expertise investieren, werden erfolgreich sein. Die Kanäle, die bedient werden, müssen nachhaltig und mit Knowhow gepflegt werden. Wer eigene Profile in Social Media aufbaut, sollte diese nicht nur regelmäßig mit Inhalten bestücken, sondern auch zur direkten Kommunikation mit Usern bereit sein. Denn der aktive Austausch zeigt die Wertschätzung eines Unternehmens der angesprochenen Person gegenüber und bietet die Chance auf wertvolles Feedback.

Wenn Sie das Magazin „Beruf und Karriere“ kostenfrei postalisch zugeschickt bekommen möchten, geben Sie bitte hier Ihre Kontaktdaten an:

Das Gewinnspiel ist beendet.
Vielen Dank für Ihr Interesse! Besuchen Sie unsere Seite gerne wieder.

III. Fünf Botschaften der Mitarbeiter an ihre Arbeitgeber

Wer Mitarbeiter mit zielgruppenspezifischen Botschaften gewinnen will, muss ihre Bedürfnisse und Ziele kennen. Natürlich erwarten diese eine faire Entlohnung. Die Stellschrauben für eine emotionale Bindung liegen allerdings woanders.

1. Intrinsische Motivation

Wer die Arbeitsmotivation von Mitarbeitern steigern möchte, muss ihnen nicht nur attraktive Aufgaben stellen, sondern ihnen auch den Sinn dahinter aufzeigen. „Denn die Generation Y stellt sich viel öfter die Warum-Frage“, sagt Arbeitsstratege Dr. Dr. Cay von Fournier. Arbeitet das Unternehmen nachhaltig? Wie ist die Achtsamkeit gegenüber dem Klimaschutz? Druckt die Firma noch auf Papier? All das spielt laut einer Trendence-Studie für junge Mitarbeiter eine deutlich größere Rolle als ein hohes Gehalt. Inzwischen gibt es für die Verantwortungsbereitschaft von Unternehmen für ihre Auswirkungen auf die Gesellschaft sogar schon einen wissenschaftlichen Fachbegriff: Corporate Social Responsibility.

2. Vereinbarkeit von Beruf und Familie

Immer mehr Väter gehen in Elternzeit – die Basis dafür, auch später mehr Verantwortung für die eigenen Kinder übernehmen zu wollen. Deshalb ist die Frage nach der Vereinbarkeit von Beruf und Familie inzwischen kein reines Frauenthema mehr. Das Beispiel des Top-Managers Rubin Ritter, der seinen hochrangigen Posten bei Zalando aufgegeben hat, um seiner Ehefrau beruflich den Rücken zu stärken, könnte dabei weitere Wirkkraft entfalten. Auch in diesem Magazin haben Frauen und Männer angegeben, dass ihnen bei der Jobwahl die Vereinbarkeit von Beruf und Familie wichtig ist.

3. Fordern und fördern

Mehr als die Höhe des Gehalts steigern gute Karriereperspektiven die Motivation. Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen wollen sich an ihrem Arbeitsplatz weiterentwickeln. Auf die Frage, warum sie ihren Arbeitgeber attraktiv finden, haben daher viele Befragte in diesem Magazin die Möglichkeit zu Schulungen und anderen Fortbildungen angegeben. „Wir begleiten angehende Arbeitskräfte fürsorglich, und wir trauen unseren Mitarbeitern etwas zu“, betont der Freisinger Landrat Helmut Petz. „Autonomie und Kompetenzen sind die Glücksspender für Beschäftigte.“

4. Führungsstärke

Mitarbeiter arbeiten gerne autonom – zugleich erwarten sie aber Führungskompetenzen von ihren Vorgesetzten. Von ihrem Chef wünschen sich junge Arbeitskräfte vor allem Organisations- und Motivationsgeschick, aber auch Empathie und gutes Konfliktmanagement. Das geht aus einer aktuellen Trendence-Studie hervor. Gerade mit steigender Berufserfahrung wird ein guter Führungsstil des Chefs immer wichtiger. Er soll auch offen und kritikfähig sein und die Belastung am Arbeitsplatz so steuern, dass den Angestellten ein zufriedenes Privatleben möglich ist. Während Männer bei ihren Vorgesetzten etwas mehr auf Expertise und Zielstrebigkeit achten, spielt für Frauen Empathie eine größere Rolle.

5. Sicherheit (auch fürs Alter)

Ein sicherer Arbeitsplatz war der großen Mehrzahl der Beschäftigten in Deutschland schon vor Corona wichtig. Die Pandemie dürfte das noch verstärkt haben. Unternehmen, die Auszubildende bei entsprechend guter Leistung nach der Lehrzeit weiterbeschäftigen oder die krisenresistente Jobs bieten, dürften dabei in näherer Zukunft profitieren. Aber auch eine betriebliche Altersvorsorge kann der entscheidende Trumpf im Wettbewerb um Arbeitskräfte sein. Manuel Eser

Kleines Wörterbuch von A bis Z

Arbeitgebermarke: Ob man bewusst und aktiv daran arbeitet oder nicht: Jedes Unternehmen besitzt eine Marke. Sie ist so etwas wie die DNA des Arbeitgebers. Dazu zählen Werte und Unternehmenskultur. Die Marke ist das Resultat aus Erfahrungen und dafür verantwortlich, welche Erwartungen entstehen – bei bestehenden und zukünftigen Mitarbeitern. Die Marke ist also wichtig, um den Beschäftigten ein Identifikationsangebot machen zu können.

Employer Branding: Hier handelt es sich um einen unternehmensstrategischen Prozess. Es geht darum, eine authentische Marke zu entwickeln, umzusetzen und zu kommunizieren. Employer Branding dient dazu, sich von Konkurrenten abzuheben und sich mit Alleinstellungsmerkmalen auf dem Arbeitsmarkt zu positionieren.

Arbeitgeberversprechen: Es ist das Herzstück des Employer Branding. Denn das Arbeitgeberversprechen formuliert die Kerneigenschaften, für die das Unternehmen steht, und die das Unternehmen für bestehende und künftige Mitarbeiter attraktiv macht.

Zielgruppenspezifische Botschaften: Arbeitnehmer sind keine homogene Masse. Jede Zielgruppe hat ihre eigenen Wünsche, Bedürfnisse und Vorstellungen. Wer also spezifische Gruppen rekrutieren will, muss sie auch spezifisch ansprechen und motivieren. Während das Arbeitgeberversprechen übergreifend für alle Zielgruppen des Unternehmens gilt, wird dies durch die Zielgruppenbotschaft passgenau auf den Wunschansprechpartner hin modelliert.

Vier Medien für die eigene Marke

Firmenblog:

Unternehmen, die sich regelmäßig gesellschaftlich engagieren oder viel auf Teambuilding-Maßnahmen setzen, können darüber auf einem eigenen Firmenblog berichten. Der Blog, der sich gut auf der eigenen Homepage verankern lässt, ist ein ideales Medium, um die Soft Skills eines Unternehmens zu zeigen und unaufdringlich die Sichtbarkeit der eigenen Marke zu erhöhen. Auch für kleine Interviews mit Mitarbeitern bieten Blogs einen guten Rahmen.

Teamseite:

Ein prima Werbebotschafter ist auch eine gut gepflegte Teamseite im Internet. Denn wer einen neuen Job sucht und seine Aufmerksamkeit auf ein Unternehmen gerichtet hat, wird sich auch für die Atmosphäre dort interessieren. Eine Teamseite, auf der die Mitarbeiter aufgeführt sind und zu Wort kommen, kann Stimmung transportieren und einen Blick hinter die Kulissen gewährleisten.

Social Media:

Ob Instagram, Facebook oder jüngere Formate – Social Media-Kanäle eigenen sich besonders gut, Einblicke ins Unternehmen zu liefern. Gute Fotos und Videos helfen dabei, weil sie Aufmerksamkeit erregen. Zugleich können Unternehmen User über die sozialen Medien auf die eigene Firmenhomepage leiten.

Print:

Eine enorme Reichweite bietet der Lokaljournalismus. Laut einer Studie nutzen 64 Prozent der Bevölkerung ab 14 Jahre die regionale Tageszeitung. Print bietet die Möglichkeit, über das eigene Unternehmen zu informieren, und transportiert dabei ein hohes Maß an Glaubwürdigkeit.

Checkliste 1: Im Hinblick auf die eigene Marke sind diese Fragen wichtig:

  • Was macht uns einzigartig?
  • Für welche Werte steht unser Unternehmen?
  • Was ist unser aktuelles Image als Arbeitgeber?
  • Wie können wir dieses Image verbessern?
  • Wie attraktiv wirken wir auf die Mitarbeiter?
  • Warum sollten sie bei uns bleiben?
  • Wirken wir auch auf Talente attraktiv?
  • Wie erreichen wir junge Arbeitskräfte?
  • Wie können wir uns klarer von Mitbewerbern unterscheiden?

Checkliste 2: Im Hinblick auf die Mitarbeiter sind diese Fragen wichtig:

  • Zahlen wir faire Gehälter?
  • Wie sind Überstunden geregelt?
  • Gibt es eine betriebliche Altersvorsorge?
  • Entwickle ich meine Mitarbeiter durch Fortbildungen weiter??
  • Existieren qualifizierte Gesundheitsangebote?
  • Biete ich meinen Mitarbeitern flexible Arbeitszeiten?
  • Bin ich offen für Homeoffice-Lösungen?
  • Veranstalte ich regelmäßig Teambuilding-Maßnahmen?
  • Biete ich kleine Aufmerksamkeiten, etwa das Jobrad?

Auch interessant

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

der Inhalt dieses Artikels entstand in Zusammenarbeit mit unserem Partner. Da eine faire Betreuung der Kommentare nicht sichergestellt werden kann, ist der Text nicht kommentierbar.