Schrecklicher Unfall: Mann wird von U-Bahn mitgeschleift und stirbt

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Setzten sich spielerisch mit dem Thema Mobbing auseinander: Die Jugendlichen aus Eching sollten sich in Täter und Opfer, Mitläufer und Zuschauer hineinversetzen und hatten offensichtlich Spaß an der Aufgabe.

Theaterprojekt gastiert in Eching

Mobbing an Schulen: "Jeder kann etwas tun"

Eching - 500 000 Mobbing-Vorfälle in einem Jahr an deutschen Schulen: Das ist das Ergebnis einer Universitätsstudie. Um die Echinger Schüler für solche Situationen zu sensibilisieren, hat die Jugendsozialarbeiterin eine Theatergruppe eingeladen – eine besonders „coole“ Unterrichtseinheit.

Sabrina fühlt sich allein gelassen und ausgeschlossen. In die Schule mag sie eigentlich gar nicht mehr gehen, denn seit Wochen macht Daniela ihr das Leben schwer, stellt sie vor der ganzen Klasse bloß. Und keiner hält offen zu ihr – ganz im Gegenteil: Viele Klassenkameraden beteiligen sich an der Hetze. Alles nur, weil der Lehrer Daniela durch einen dummen Zufall beim Hausaufgabenabschreiben erwischt hat, und alle Sabrina die Schuld daran geben.

Dieses Szenario könnte sich in jeder Schule in Deutschland abspielen und bildet exemplarisch die oft geringfügige Ursache und die scheinbar unausweichliche Wirkung von Mobbing ab. Dieses Phänomen, das häufig unentdeckt bleibt, ist nicht nur Teil des Arbeitsalltags, sondern auch des Schullebens. So geht aus einer 2009 veröffentlichten Studie hervor, dass jedes dritte Schulkind einmal zum Mobbing-Opfer wird. Das Institut für Pädagogische Psychologie der Ludwig-Maximilians-Universität München hat für 2012 über 500 000 Vorfälle an Schulen gezählt. Dies war für Echings Jugendsozialarbeiterin Elisabeth Schrögmeier Grund genug, im Rahmen ihrer Präventionsarbeit das Thema „Mobbing“ möglichst altersgerecht und nachhaltig anzusprechen, und alle Beteiligten, Schüler ebenso wie Lehrer und Eltern, aufmerksam zu machen auf die Wirkungsmechanismen.

Auf Schrögmeiers Initiative gastierte das renommierte Theater Eukitea mit einem gewaltpräventiven Theaterprojekt vor insgesamt 170 Jugendlichen in Eching, darunter die Klassen Sechs bis Acht der Mittelschule und die sechste Jahrgangsstufe der Realschule. Der bezeichnende Titel: „Raus bist du!“ Dabei schlüpfte das dreiköpfige Ensemble, Sarah Hieber, Olaf Tröge und Lydia Nassall, in mehr als ein Dutzend Rollen. Die Protagonistinnen waren die eingangs erwähnten Schülerinnen Sabrina (Opfer) und Daniela (Täter). Aber auch weitere Akteure innerhalb einer typischen Mobbing-Situation wurden glaubhaft dargestellt. Neben den Akteuren gab es noch Assistenten und Verstärker, neutrale Zuschauer, die sich heraushalten, und Verteidiger, die oft machtlos sind.

Mit Aufmerksamkeit und Spannung verfolgten die 12- bis 14-Jährigen die außergewöhnliche Unterrichtseinheit. Ihr Resümee: Das sei eine „coole“ Theateraufführung gewesen. Wie Jugendsozialarbeiterin Schrögmeier erläuterte, gefalle ihr an der fiktiven, aber sehr realistischen Spielhandlung, dass sie ohne überspitzte Dramatik auskomme und nachvollziehbare, praktikable Lösungsansätze nach dem „No Blame-Approach“ mitliefere. Darunter versteht man ein anerkanntes Vorgehen, das bei Konfliktlösungen ohne Schuldzuweisungen funktioniert.

Mobbing ist ein Gruppenphänomen – und deshalb setzten die Workshops, die im Anschluss an die Aufführung im Klassenverband mit je einem der Schauspieler durchgeführt wurden, auf Spiele und Übungen, die das Verhalten in Mobbing-Situationen näher beleuchteten. So sollten sich die Schüler der 6 a von Klassleiterin Barbara Müller beispielsweise abwechselnd in Opfer, Täter, Mitläufer und Zuschauer versetzen. Besonders wichtig war es Schauspielerin Lydia Nassall, die Gruppe der Gleichgültigen und Ängstlichen aus ihrer Lethargie zu wecken, denn dadurch würden sich die Kräfteverhältnisse entscheidend verändern. „Oft sind es nur Kleinigkeiten“, betonte die Schauspielerin. „Jeder kann etwas tun. Ihr habt die Wahlmöglichkeit.“

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