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Mobilmachung: Die Leonhardsbucher verfolgten die Diskussionen um den Mobilfunkmasten mit Spannung.  

Mobilfunkmast in Leonhardsbuch

Gemeinde will „einmalige Chance“ nutzen

Dass ein Mobilfunkmast in Leonhardsbuch einmal für Freude sorgen würde, war kaum zu erwarten. Und doch könnte es so weit sein: Vodafone wird einen Masten an anderer Stelle errichten und den jetzigen Sender am Alten Ziegelwerk abbauen.

Allershausen – Am Ende musste Bürgermeister Rupert Popp noch einen Appell loswerden – von einem Leonhardsbucher an die Leonhardsbucher: Die sollten sich zusammensetzen und „das Kriegsbeil begraben“. Denn: Der Anlass für den Streit um den Vodafone-Mobilfunkmasten, der das Dorf gespalten hatte, könnte in Bälde der Vergangenheit angehören. Vodafone will nämlich einen anderen Mobilfunkmasten an anderer Stelle errichten und hat gegenüber der Gemeinde schriftlich zugesichert, nach dessen Inbetriebnahme den bestehenden Mobilfunkstandort vom Netz zu nehmen. Die Gemeinde, so hat es der Rat am Dienstag einstimmig beschlossen, würde dieses Vorgehen begrüßen.

Im November, als der Vodafone-Antrag auf Errichtung eines 28,5 Meter hohen Sendemastens erstmals behandelt wurde, war man noch skeptisch und hatte ein Gespräch mit den Verantwortlichen angeregt (wir haben berichtet). Das, so berichtete Popp, habe am 5. Dezember stattgefunden: Neben ihm hätten der TÜV Süd, die Untere Naturschutzbehörde, die Bauabteilung im Landratsamt, die Fraktionssprecher im Gemeinderat und Leonhardsbucher Bürger daran teilgenommen.

Deshalb lag jetzt nicht nur die schriftliche Zusicherung von Vodafone vor, den bestehenden Mobilfunkmasten vom Netz zu nehmen, sondern auch das Gutachten von Thomas Gritsch (TÜV Süd). Und dessen Ergebnis war so deutlich, wie es selbst Gritsch in seiner Tätigkeit noch nie erlebt habe, wie er sagte: Ein Standort östlich der A 9 am Werkkanal sei ideal. Die Belastungen für Leonhardsbuch – und zwar für ganz Leonhardsbuch, wie Popp betonte – wären wesentlich niedriger als derzeit, trotzdem würde der Abschnitt der A 9, auf dem der Masten autonomes Fahren ermöglichen soll, abgedeckt. Und selbst wenn von diesem Masten aus einmal drei Betreiber ihr Mobilfunknetz anbieten würden, wäre die Strahlenbelastung für die Leonhardsbucher noch immer geringer als derzeit. Wie hatte also Popp gesagt? „Mit dieser Lösung schlagen wir zwei Fliegen mit einer Klappe.“ Und auch für Gritsch stand fest: Das Vorhaben von Vodafone, die A 9 im Abstand von jeweils einem Kilometer mit solchen Mobilfunkmasten zu bestücken, sei „eine einmalige Chance“ für Leonhardsbuch.

Der Gemeinderat will diese Chance wahrnehmen. Man hat der Firma Vodafone die Errichtung eines 28,5 Meter hohen Sendemastens östlich der Autobahn am Werkkanal genehmigt, gleichzeitig aber eine Bedingung gestellt: Der bestehende Masten auf dem Alten Ziegelwerk muss innerhalb von sechs Monaten nach Inbetriebnahme des neuen abgeschaltet und zurückgebaut werden. Laut Vodafone sei der Parallelbetrieb auch tatsächlich nur für wenige Wochen notwendig, um die Mobilfunkservices den Kunden ohne Unterbrechung zur Verfügung stellen zu können. Nun wird man sehen, ob Popps Appell Früchte trägt und die Leonhardsbucher die Friedenspfeife rauchen.

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