Theater

Moosbühne: Unnachahmbar lustig

Die Moosbühne zeigt auf humorvolle Art ein Stück mit ernstem Hintergrund – und beweist, dass das Theater von einer gesunden Mischung aus Komik und Ernsthaftigkeit profitiert.

Hallbergmoos – Teislfing anno 1946: Nachkriegsdeutschland liegt in Trümmern, die amerikanische Besatzungsmacht hat in Bayern das Sagen. Mittendrin die resolute Metzgersgattin Johanna Aicher, die sich mit Schwarzschlachten ein paar Extrawürste verdient – und so ihre Familie durchbringt.

Die Geschichte, die die Moosbühne in „Glenn Miller & Sauschwanzl“ auf der Bühne des Gemeindesaals spielt, hat einen ernsten Hintergrund – und ist doch vor allem eins: Saukomisch. Denn die Mischung aus Situationskomik, Ernsthaftigkeit, Sentimentalität – und die durchweg „saugute“ Ensembleleistung in dem Dreiakter von Christian Lex, ließen den fast dreistündigen Theaterabend wie im Flug vergehen. Die beiden ersten Vorstellungen – Premiere und Seniorennachmittag – waren vor voll besetztem Haus und begeistertem Publikum.

Unnachahmbar: Karin Troidl, bei den Aichers einquartierte Flüchtling aus Breslau, die temperamentvoll, gestenreich und mit schlesischem Zungenschlag brilliert – und als Frau mit großer Lebenserfahrungen allerlei Weisheiten („Erst holen sie sich Frischwurst, dann Frischfleisch.“) von sich gibt. Gegenüber dem Kontrolleur (Harald Kindshofer), der ein Auge auf die Metzgersgattin geworfen hat, und Besatzern kann sie freilich auch verschwiegen sein – „wie ein Radio ohne Röhren“.

Für Komik sind wie gewohnt Markus Streitberger als – beim Anblick von Blut – ohnmachtsanfälliger Studienrat Ernst-August und Helle Wolter als schlitzohriger Großvater zuständig. Witzige Pointen liefert auch der unterschätzte „kleine“ Sohn des Hauses Maxi (Robert Walter), der originelle „Devisen“ auf dem Schwarzmarkt handelt. Neben Christina Karl als resolute Mutter Courage, die die Hoffnung auf die Rückkehr ihres verschollenen Ehemanns („Wir ham ja noch nicht fertiggelebt“) nicht aufgibt, ist Sabrina Ritzinger als Tochter Hilde in einer großen Rolle zu sehen: Entschlossen, mit viel Herzblut und „swingend“ – so erklärt sie „Glenn Miller“ im Titel – füllt sie ihren Part aus. Auch und erst recht als die US Army in Gestalt des Captains (Thomas Mach) und des feschen GI’s Fred Thanner (Martin Schuster) zur Razzia anrückt.

Was das alles mit „Sauschwanzl“ zu tun hat? Das klärt sich beim „Showdown“ und genauen Blick ins Schlachthaus. Und dabei bleibt garantiert kein Auge trocken – vor Lachen und auch wegen des anrührenden Happy Ends.

Eva Oestereich

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