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Uneingeschränkt das Vertrauen bekamen bei den Neuwahlen (v. l.) Vorsitzender Michael Hartl, Gewässerbeauftragter Lothar Bigenski, Jugendwart Andreas Schmidt, Gewässerwart Werner Schmidt, Gewässerwart Malcolm Turnbull, Schatzmeisterin Walburga Schönauer und Schriftführer Bernhard Ritzer.

Anglerverein Moosburg

Catch & Release ist qualvoll für die Fische

Fischereirecht, Jugendarbeit, Gewässer-, Tier- und Umweltschutz: vielfältig waren die Themen, die bei der Jahreshauptversammlung des Anglervereins Moosburg am Samstagabend erläutert wurden. Mehr noch: Große Sorgen bereitet der Organisation, dass staatlicherseits geplant sei, die Genehmigung für die Einleitung radioaktiver Abwässer aus den nuklearen Forschungseinrichtungen der TU München in die Isar zu verlängern.

Moosburg – Der Verein reagierte, erweiterte die Tagesordnung um diesen Punkt, und die Moosburger Petrijünger verständigten sich im Laufe der Versammlung geschlossen darauf, bei der Bayerischen Staatsregierung einen Einwand dagegen zu erheben (siehe Kasten).

Vorsitzender Michael Hartl ließ bei seinen Ausführungen auch den im Vorjahr geführten Widerstand gegen die Bestrebungen der Staatsregierung einen dritten Nationalpark an Isar und Donau zu etablieren, Revue passieren. Sogar im Bayerischen Fernsehen hatten Hartl und Gewässerwart Werner Schmidt einen Auftritt: Sie wurden für eine aktuelle Aufzeichnung des Umweltmagazin „Quer“ interviewt. „Möglicherweise hat das auch dazu beigetragen, dass die Pläne auf Eis gelegt wurden“, meinte der Vorsitzende.

Kritisch sieht man beim Anglerverein das zunehmende Interesse am Fangen und Freilassen von Fischen, kurz „Catch & Release“. Diese Art sei für ihn aus ethisch-moralischen Gründen nicht tragbar. Es sei qualvoll für die Tiere und verstoße gegen das Tierschutzgesetz. Hartl appellierte an die Mitglieder, sich diesem gegenwärtigen Trend entgegenzusetzen.

Ein weiterer Schwerpunkt in 2018 waren die Bemühungen des Vereins, die Pacht am Aquapark zu verlängern. Allerdings hätten die neuen Besitzer bislang nicht darauf reagiert, sagte Hartl, der hofft, dass der Verein zumindest die dortige Fischereihütte weiter betreiben könne.

Gewässerwart Werner Schmidt zeigte in seinem Überblick auf, dass sich die Prozentzahl des Wiederfangs bei bei Bach- und Regenbogenforelle in den zurückliegenden zehn Jahren kaum verändert habe. Als besonderen Fang wertete Schmidt einen knapp einen Meter langen Hecht aus der Sempt und einen gleich langen Aal aus den Fischereigewässern an der Isar bei Oberhummel.

Viel Lob erhielt Schatzmeisterin Walburga Schönauer für ihre zeitintensive Tätigkeit. Um ihr die Arbeit ein wenig zu erleichtern, hat Peter Postruznik den Internetauftritt des Vereins so gestaltet, dass die Stammdaten von den Mitgliedern künftig selbst gepflegt werden können. Für die geleistete Arbeit erhielten Schönauer, Postruznik und Karl-Heinz Seeberger eine besondere Auszeichnung durch den Vorsitzenden. Als beste Angler wurden Dieter Halemba und Lukas Schreiber geehrt. Einstimmig entlastet wurde danach die Vorstandschaft, die in ihrer bewährten Zusammensetzung weiterhin das Vertrauen erhielt.

Einleitung von radioaktiven Stoffen in die Isar stoppen!

Gewässerschutz ist eines der ureigensten Aufgaben eines Fischereivereins. Deshalb stellen die Mitglieder des Anglervereins Moosburg noch im Laufe dieser Woche einen Einwand gegen die vom Landratsamt München genehmigte Einleitung von radioaktiven Stoffen der Technischen Universität München (TUM) in Garching in die Isar. Darauf verständigte man sich geschlossen bei der Jahreshauptversammlung am Samstag. Seit 20 Jahren laufen bei Flusskilometer 130 in Höhe von Garching schwach radioaktive Abwässer aus den nuklearen Forschungseinrichtungen der TUM in die Isar. Nur drei Kilometer weiter – bei Achering – beginnt das vom Kreisfischereiverein Freising genutzte Gewässer. „Man weiß einfach nichts darüber, wie schädlich das für die Flora, die Fauna und den Menschen ist“, sagte Wolfgang Tschorn. Der Ehrenvorsitzende des Anglervereins erklärte bei der Versammlung, dass er die zurückliegenden Tage damit verbracht habe, sich über die aktuelle Situation zu informieren. Die radioaktiven Einleitungen seien bisher in der Öffentlichkeitsarbeit der Staatsregierung nie thematisiert worden. Was ihn besonders beunruhige: die Erlaubnis zur Einleitung soll auf 30 Jahre erteilt werden. Tschorn erläutert, es sei keinesfalls nötig, radioaktiv verseuchte Abwässer in die Isar zu leiten. Es gebe technische Verfahren, mit denen die Stoffe zurückgehalten werden könnten. Dies sei aber teurer als in die Gewässer abzuleiten. Am kommenden Freitag endet laut Vorsitzendem Michael Hartl die Einspruchsfrist. Man verständigte sich darauf, gemeinsam einen Einwand zu unterzeichnen. „Nicht, dass es irgendwann einmal so ist, dass nur noch das Fangen und Freilassen von Fischen betrieben werden kann, weil man sie nicht mehr essen kann“, sagte Tschorn.

Maria Martin

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