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Vom „Schmuddel-Filmset“ in den Stadtrat? Benedict (26) erzählt vom ersten Dreh - und der Zukunft als Politiker

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Von: Lucas Sauter-Orengo

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Benedict Gruber (26) verbringt aktuell ein Studienjahr in den USA.
Benedict Gruber (26) verbringt aktuell ein Studienjahr in den USA. © Benedict Gruber

Neben mehreren Studiengängen und Ehrenämtern ist Benedict Gruber (26) aus Moosburg auch in der Lokalpolitik tätig. Sein Geld verdiente er seiner Zeit jedoch mit einem mehr als ungewöhnlichen „Nebenjob“.

München / Moosburg - Ein abgeschlossenes Informatik-Studium hat er bereits in der Tasche. Weitere Studiengänge in Psychologie und Politikwissenschaften laufen aktuell noch. Dazu zwei Ehrenämter, einmal bei dem Aufklärungsverein Jugend gegen Aids, einmal in einem Münchner Jugendzentrum. Für einen Menschen mitten in den 20ern sind allein diese Tätigkeiten schon mehr als genug, für Benedict Gruber (26) aus Moosburg reicht das aber noch nicht. Seit 2020 engagiert er sich auch in der Lokalpolitik, konnte mit der Liste „FRESH“ gemeinsam mit einem Team sogar zwei Sitze im Stadtrat von Moosburg ergattern.

Das ohnehin bunte Leben des Bayers hat jedoch noch eine Seite, die für viele Menschen wohl mehr als ungewöhnlich ist. Vor einigen Jahren verdiente sich der 26-Jährige sein Geld mit einer sehr speziellen Tätigkeit, die zunächst einmal nicht zum Bild eines klassischen Lokal-Politikers passt.

Moosburg (Bayern): Zwischen Hörsaal und Lokalpolitik - Benedict hatte ungewöhnlichen „Nebenjob“

„Ich bin ein allgemein offener Typ“, beschreibt sich Benedict Gruber selbst. Grundsätzlich sei er ein Mensch, der es eher bereut, Dinge nicht getan zu haben, als im Nachhinein Reue für Sachen in seinem Leben zu empfinden. Genau diese Einstellung habe ihn vor etwa sechs Jahren dazu gebracht, sich bei einem Cast für gleichgeschlechtliche Pornofilme zu bewerben. „Das war ein ganz normaler Bar-Abend mit einem Kumpel“, erzählt Benedict den Beginn seiner speziellen Erfahrung. Gemeinsam habe man sich in einer Kneipe Gedanken darüber gemacht, ob man sich als „Normalo“ wohl für entsprechende Filme einfach bewerben könne. Gesagt, getan: Noch am selben Abend füllte er am Handy ein Bewerbungs-Formular aus, damals noch mit der Einstellung, sich einen Spaß zu machen. Dann, am Morgen danach, klingelt plötzlich sein Handy. „Da war ein Mann aus England am Telefon, der mir über die Produktion und alle Rahmenbedingungen alles erzählt hat“, erinnert sich Benedict. Völlig überrascht ob der schnellen Rückmeldung und der Zusage fackelte er nicht lange und sagte zu.

„Schmuddel-Filme“ als Nebenverdienst? Bayerischer Student spricht offen über Vergangenheit

„Die Firma hat einen völlig seriösen Eindruck gemacht. Alles wurde mir detailliert erklärt, ich hatte ein super Bauchgefühl“, erzählt Benedict. So musste er nicht lange überlegen und brach mit dem Flieger zu seinem ersten Porno-Dreh nach Spanien auf. „Von Anfang an habe ich mich super behandelt gefühlt. Ich wurde vom Flughafen abgeholt, es wurde sich um alles gekümmert, ich habe mich sehr wohl gefühlt“, berichtet Benedict. Der Dreh an sich sei dann reibungslos über die Bühne gegangen, „fast familiär“ sei es am Set zugegangen. Die Erfahrung gefiel dem 26-Jährigen so gut, dass er ein Jahr später noch einen zweiten Dreh machte. Seitdem hat der 26-Jährige jedoch keine Filme mehr gemacht. „Ich bin zum Glück nicht auf das durchaus lukrative Geld angewiesen. Außerdem hatte ich auch Beziehungen, dazu kam auch Corona“, erklärt Benedict. Ob er es dennoch in Zukunft wieder tun würde? „Ich bin grundsätzlich offen dafür, plane es aber nicht.“

Moosburg: Benedict Gruber lässt sich „Schmuddel-Zukunft“ offen - doch auch der Politik bleibt er weiter treu

Für Benedict Gruber aus Moosburg war es eine ganz besondere Erfahrung, weiter jedoch nichts. Der engagierte Student geht mit seiner Vergangenheit auch völlig offen um, gar einen positiven Nebeneffekt sieht er darin. „Das Thema ist stets in der Schmuddel-Ecke. Es gibt jedoch völlig ‚normale‘ Menschen, die dort ihr Geld verdienen“, sagt Benedict weiter. Wenn er durch seinen offenen Umgang auch nur eine Person erreichen könne, die das Thema dann beginnt, anders zu sehen, wäre er bereits happy. Sorgen, ob seine Zukunft in der Lokalpolitik deshalb problematisch werden könne, macht sich der 26-Jährige nicht. „Viele Menschen schauen mich ja schon wegen meiner Homosexualität an“, so Benedict. „Aber diese Menschen wird es immer geben, das tangiert mich nicht“. Aktuell verbringt der Moosburger ein Studienjahr in den USA. Wenn er wieder in seiner Heimat ist, möchte er sich wieder der Kommunalpolitik widmen. Ob er dann tatsächlich der Porno-Darsteller im Stadtrat ist, bleibt aktuell offen. Sicher ist: Seine Engagements in der Uni, in Jugendzentren oder der Politik werden davon nicht abhängig sein.

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