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Dankbar für den Besuch und den bewegenden Vortrag des Holocaust-Zeitzeugen Bernard Marks zeigten sich Schulleiter Wolfgang Korn (hinten, l.) und Fachbetreuer Michael Steckenbiller (hinten, r.) sowie Elternbeiratsmitglied Ulrike Reichelt. 

KZ-Überlebender zu Gast an der Kastulus-Realschule in Moosburg 

Bernhard Marks: Fünfeinhalb Jahre Leben in der Hölle

Passend zum Motto „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ hat die Moosburger Kastulus-Realschule jetzt einen Holocaust-Zeitzeugen eingeladen. Seine Worte vor Schülern waren erschütternd, mahnend und beeindruckend.

Moosburg – Bernard Marks, gläubiger Jude, hat den Holocaust in Auschwitz und Dachau überlebt. Heute will der inzwischen 88-Jährige mithelfen, dass so etwas nie wieder geschieht. Deshalb geht Marks in Schulen und spricht mit jungen Leuten – wie dieser Tage in Moosburg, als er an der Kastulus-Realschule zu Gast war.

Marks, der damals noch Ber Markowski hieß, war sieben Jahre alt, als die Deutschen seine polnische Heimatstadt Lodz überfielen und die jüdische Bevölkerung im Ghetto zusammenpferchten. Der alltägliche Weg zur Arbeit führte über Holzbrücken, weil die normalen Straßen nicht benutzt werden durften. Sein Vater machte ihn in den Urkunden drei Jahre älter. Dadurch entging er der Vernichtung, die den kleinen Kindern und den Alten drohte. „Mein Vater war mein Engel“, sagt Marks.

Am Ende des Zweiten Weltkrieges war er 13 Jahre alt. Dazwischen lagen „fünfeinhalb Jahre Leben in der Hölle“, so der Titel seiner Präsentation, die er vor den Moosburger Schülern hielt. Es war absolut still im Raum, als Marks den Jugendlichen seine Geschichte erzählte: vom Ghetto, vom KZ in Auschwitz, vom Dachauer Außenlager. Den ganzen Tag nichts zu essen, nur harte Arbeit. Am Abend eine Scheibe Brot, „mehr Stroh als Mehl“, und eine Suppe: „heißes Wasser mit Gras drin“. Kein Wunder, dass er bei der Befreiung durch amerikanische Truppen nur noch 28 Kilo wog.

Nach dem Krieg emigrierte er in die USA, holte seine Schulausbildung nach, studierte, wurde Arzt, und dann, weil er kein Blut mehr sehen konnte, Umweltingenieur. Bis heute kann der charismatische Zeitzeuge nicht verstehen, dass die Deutschen nach dem Krieg erzählten, sie hätten nichts von den Lagern gewusst. Schließlich habe jeder die Häftlinge sehen können, wenn sie beispielsweise beim Straßenbau eingesetzt worden seien.

Bernard Marks forderte in der anschließenden Fragerunde die Jugendlichen auf, wachsam zu sein. „Es ist eure Aufgabe zu verhindern, dass so ein Unglück wie damals noch einmal geschehen kann.“ Die rund 80 Schüler aus den zehnten Klassen, die dem berührenden Vortrag aufmerksam folgten, nutzten im Anschluss die Gelegenheit, um mit Bernard Marks ins Gespräch zu kommen und gemeinsame Fotos zu machen.

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