Bei einer Abi-Feier am Moosburger Aquapark kam es am Dienstag zu einem Notarzteinsatz. Schließlich löste die Polizei die Party auf.
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Bei einer Abi-Feier am Moosburger Aquapark kam es am Dienstag zu einem Notarzteinsatz. Schließlich löste die Polizei die Party auf.

Schülerfeier an Moosburger See

Eskalation bei Abi-Party am Aquapark: Polizistin lobt Verhalten der Jugendlichen im Nachgang

  • Armin Forster
    vonArmin Forster
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Eine Feier von Abiturienten am Moosburger Aquapark nahm ein jähes Ende: Nach einem Notfall löste die Polizei die Party mit Hunderten Gästen auf. Jetzt lobt die einsatzleitende Beamtin die Jugendlichen.

  • Eine Feier von Abiturienten am Moosburger Aquapark nahm ein jähes Ende.
  • Nach einem Notfall löste die Polizei die Party auf.
  • Hunderte Gäste hatten daran teilgenommen.
  • Die Einsatzleiterin lobte das Verhalten der Jugendlichen.


Update Freitag 14.37 Uhr: Wie die Polizei am Freitag berichtet, stammten die Jugendlichen, die den Aquapark zu ihrer Feierzone gemacht hatten, aus unterschiedlichen Schulen, unter anderem der FOS und BOS Landshut. Der einsatzleitenden Beamtin der PI Moosburg, Wiebke Langwieser, ist es ein Anliegen zu betonen, dass die Jugendlichen „äußerst verständnisvoll“ reagiert hätten, als sie aufgefordert wurden, das Gelände zu verlassen. „Auffällig war nicht nur die Tatsache, dass sich die feiernden Abiturienten durch ihre Aufteilung in Kleingruppen der geltenden Rechtsvorschriften der Bayerischen Infektionsschutzmaßnahmen Verordnung gegenüber konform verhielten, sondern auch keine übermäßige Alkoholisierung bei ihnen festzustellen war - ausgenommen natürlich der abtransportierte medizinische Notfall“, heißt es im Bericht. 

Einsatzleiterin berichtet von „mehr als positiver Erfahrung“

Die Kommunikation mit den Feiernden sei „durchwegs freundlich und aufgeschlossen“ gewesen - und „zwar beiderseits“, hätten die Jugendlichen der PI Moosburg als Feedback gegeben. Langwieser erklärt zudem, dass ein paar Jugendliche die Einsatzkräfte der Wasserwacht noch am Dienstagabend um Müllsäcke gebeten hätten, um ihren Abfall aufzuräumen. Am nächsten Tag kamen seien sie erneut zum Aquapark gekommen, um den Rest ihrer Hinterlassenschaften zu entfernen. 

Abschließend teilt die Polizei mit: „Der Polizeiinspektion Moosburg ist es wichtig, auch über eine mehr als positive Erfahrung im Zusammentreffen zwischen Polizei und jungen Menschen zu berichten. Da bietet es sich an mit einer bayerischen Redewendung zu schließen: ,So wia ma in Woid eineschreit, a so kimmts zruck!‘“. Und das gelte für beide Seiten.

Nach den Abi-Prüfungen: 400 Jugendliche feiern am Aquapark

Moosburg - Auf dem Areal des Moosburger Aquaparks kam es am Dienstagabend zu einem größeren Einsatz, bei dem neben Rettungs- und Feuerwehrkräften letztlich auch die Polizei einschreiten musste. Auslöser war ein medizinischer Notfall im Rahmen einer Feier von Abiturienten.

Tobias Huber, der stellvertretende Vorsitzende der Moosburger Wasserwacht, schildert die Vorkommnisse aus seiner Sicht: „Am Ufer des Aquaparks haben sich am Nachmittag geschätzt 400 Leute aufgehalten.“ Der Großteil, das sei für ihn von Weitem zu erkennen gewesen, habe sich in Grüppchen versammelt, berichtet der 24-Jährige. „Sie trugen jeweils identische T-Shirts, daher war uns recht schnell klar, dass es sich um eine Abi-Feier handeln muss.“ Huber und ein weiteres Mitglied der Wasserwacht waren an diesem Nachmittag eher zufällig vor Ort, da sie ihre Wachhütte am See streichen wollten. „Der Aquapark wird von uns nur am Wochenende und feiertags bewacht. Anderes wäre es bei unserer Mitgliederzahl gar nicht möglich.“

Eskalation bei Abi-Party: Helikopter landet direkt auf Liegewiese von Aquapark

Irgendwann bemerkte das Duo andere Rettungskräfte auf der Liegewiese, die sich in einigem Abstand zur Wachstation am Ostufer befindet. „Etwa gegen 20.30 Uhr kamen zu den feiernden Leuten auf einmal Notarzt und Rettungswagen hinzu.“ Auch ein Hubschrauber sei gelandet - mitten auf der Liegewiese, weshalb auch die Feuerwehr Pfrombach zur Absicherung anrückte. Tobias Huber und sein Wasserwacht-Kamerad eilten den Einsatzkräften zu Hilfe. „Es hat einen Patienten gegeben, der wohl bei der Einnahme von Alkohol oder etwas anderem die Wirkung unterschätzt hat“, berichtet Huber. Die Person sei letztlich aber doch mit dem regulären Rettungswagen abtransportiert worden - und nicht per Helikopter. Über den gesundheitlichen Zustand der Person konnte auch die Polizei bislang keine Auskunft erteilen.

Die Abiturienten zeigten sich bei der Räumung des Aquaparks kooperativ, berichtet die Polizei.

Nach derzeitiger Sachlage war der Anflug des Rettungshubschraubers auch der Grund, weshalb die Moosburger Polizei überhaupt Wind von der nicht angemeldeten Party bekommen hatte. „Wir wurden eigentlich nur für die Landung des Hubschraubers hinzugezogen“, berichtet Hans-Jürgen Hintermeier, Vize-Chef der PI Moosburg, am Mittwoch. Laut Tobias Huber von der Wasserwacht habe ein Großteil des Feiervolks spätestens beim Eintreffen der Polizei fluchtartig das Gelände verlassen. Im Bericht der Beamten ist von „zirka 150 Teilnehmern einer Abi-Feier“ die Rede.

Moosburg im Landkreis Freising: Polizei löste Abi-Feier nach einem Telefonat auf 

Ob bei der Feier geltende Abstandsregeln in Bezug auf den Corona-Hygieneschutz missachtet worden sind, sei nicht bekannt, sagt Hans-Jürgen Hintermeier. „Ob die in einer geschlossenen Party oder in Zehnergruppen unterwegs waren, erschließt sich im Nachhinein nicht mehr.“ Im Falle von Kleingruppen liege kein Verstoß nach der gültigen Vorschrift vor. 

Dass die Polizei die Feier letztlich aber doch auflöste, lag vielmehr am Wunsch des Aquapark-Eigentümers: „Nach telefonischer Rücksprache hat uns ein Vertreter der Firma mitgeteilt, dass die Leute das Gelände verlassen sollen“, sagt Hintermeier. „Es waren aber noch so viele Vernünftige vor Ort, dass das reibungslos über die Bühne ging.“ Letztlich sei deshalb bislang auch kein Strafantrag wegen Hausfriedensbruch gestellt worden.

Abiturienten hinterlassen reichlich Müll - und kehren zum Aufräumen zurück

Woher die Schüler stammten, die den Aquapark zu ihrer Feierzone gemacht und im Anschluss offensichtlich auch reichlich Müll hinterlassen hatten, dazu gab es am Mittwoch noch keine Auskünfte bei der Polizei.

Die Hinterlassenschaften der jäh beendeten Feier wurden am Tag darauf von Schülern beseitigt.

Es dürfte jedoch nach Informationen unserer Zeitung einiges auf Abiturienten aus dem Raum Landshut hinweisen. Schließlich fanden am Dienstag die finalen Prüfungen an Fachober- und Berufsoberschulen statt - und die Abiturienten der Freisinger FOS/BOS steuerten zum Großteil den Vöttinger Weiher an.

Einen Nachtrag zur Ehrenrettung des jungen Partyvolks lieferte am Mittwochnachmittag dann noch Tobias Huber von der Wasserwacht: „Wir haben festgestellt, dass ein paar der gestrigen Feiernden heute am See aufgeräumt haben. Es ist jetzt wieder soweit sauber.“

Hunderte Abiturienten haben am Kronthaler Weiher gefeiert - bis ein heftiges Gewitter aufzog. Panikartig verließen sie das Gelände und hinterließen jede Menge Müll - allerdings nicht lange.

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