Das Moosburger Rathaus und das leerstehende Nachbargebäude (links).
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Das Gebäude links neben dem Moosburger Rathaus soll abgerissen werden – und an seiner Stelle ein Neubau entstehen, der das Rathaus erweitert und endlich barrierefrei macht.

Historische Chance genutzt

Abriss von Nachbarhaus besiegelt: Das plant die Stadt Moosburg neben dem Rathaus

  • vonNico Bauer
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Die Stadt Moosburg hat sich das Gebäude direkt neben dem Rathaus gesichert. Nun soll es abgerissen werden und endlich Raum für wichtige Belange bieten.

Moosburg – Für die Stadt Moosburg war es ein Glücksfall, das an das Rathaus angrenzende Gebäude in der Herrnstraße kaufen zu können. Die Fläche bietet nun die Möglichkeit, das altehrwürdige Gebäude endlich barrierefrei zu bekommen. Den Stadträten war es deshalb eine Freude, den eigenen Abrissantrag einstimmig genehmigen zu können.

Bürgermeister Josef Dollinger (FW) berichtete, dass sich das von der Stadt erworbene Haus in einem sehr schlechten Zustand befinde und dem Abriss nichts entgegenspreche. Das Gebäude hat mit seiner Fassade keine Einstufung als Baudenkmal. Dollinger erklärte, dass mit dem Nebenhaus das Rathaus einen weiteren Zugang bekommen könne. Mit einem angedachten Fahrstuhl sollen dann auch die Etagen mit den Büros der Verwaltung für gehandicapte Personen erreichbar sein.

Altstadtförderer fordern besondere Fassade

Die Altstadtförderer wiesen in einer Stellungnahme darauf hin, dass der Ersatzbau an dieser exponierten Stelle eine sehr gut gestaltete Fassade benötige. „Es ist doch klar, dass wir mit unserem Neubau das eigene Rathaus nicht in den Hintergrund stellen“, sagte Dollinger. Das Rathaus wirke sehr positiv, und mit dem Nebengebäude könne man diesen Hingucker in der Stadtmitte noch verstärken.

Voller Vorfreude auf die Baumaßnahme befürwortete auch 3. Bürgermeister Michael Stanglmaier (Grüne) den Abriss: „Eine sehr große Chance für die Entwicklung von Moosburg. Das behindertengerechte Rathaus ist ein wichtiger Schritt.“ Der Abriss sei logisch, „weil ein Neubau mit Erhalt der bestehenden Fassade eine extrem schwierige Baustelle wäre“. Die Verwaltung benötige die Barrierefreiheit für alle ihre Bürger.

Gastronomie oder ein Geschäft im Erdgeschoß?

Josef Dollinger machte deutlich, dass auch die Altstadtförderer bei ihrer Bewertung dem Abriss voll zugestimmt hätten. Der Verein habe angeregt, beim Neubau im Erdgeschoß eine Gastronomieeinheit, ein Einzelhandelsgeschäft oder ein öffentliches Rathaus-Bürgerbüro zu realisieren. Mit einer solchen Nutzung könne man zur Belebung der Innenstadt beitragen.

Der Abriss des an das Rathaus angelehnten Hauses wurde nun als erster Schritt beschlossen. Damit kann die Planung für den Ersatzbau jetzt konkret angegangen werden. Für die Stadt bietet diese Baumaßnahme eine historische und vor allem einmalige Chance.

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