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Szenen wie bei dieser Hofer-Tankstelle in Salzburg wird es in Moosburg nicht geben: Der örtliche Stadtrat hat den Plänen des Discounters eine Absage erteilt.

Deutliche Mehrheit 

Aldi-Tankstelle abgelehnt: Moosburgs Stadträte sagen Nein zu Pilotprojekt

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Während deutschlandweit noch über Aldis Tankstellen-Pläne in Moosburg berichtet wird, gibt der hiesige Stadtrat dem Discounter einen Korb: Neue Zapf-Automaten wird es in Degernpoint nicht geben.

Moosburg - Aldi-Sprit in Moosburg? Nicht mit dem Stadtrat. Die Anfrage der FE Trading GmbH, auf dem Discounter-Parkplatz in Degernpoint eine Automatentankstelle zu errichten, wurde mit 4:14 Stimmen abgelehnt. Braucht’s ned – so das Hauptargument.

Es hätte, wie berichtet, nach dem Vorbild der Billig-Tankstellen bei Hofer in Österreich eine von zehn solcher unbemannten Tankstellen im Großraum München, Nürnberg und Stuttgart werden sollen: Wo man billigen Treibstoff und an Ladestationen kostenlos Strom für sein E-Auto hätte zapfen können. Doch die Mehrheit der Moosburger Stadträte spielte da nicht mit, erteilte der Anfrage eine klare Absage. 

Die Argumente der Grünen: „Kein Bedarf“ und Bedenken wegen Lärm

Bürgermeisterin Anita Meinelt hatte zwar am Montag im Stadtrat gleich zu Beginn betont, man müsse nach Baurecht entscheiden. Und danach könnte eine Tankstelle im Gewerbegebiet Degernpoint ausnahmsweise zugelassen werden – wie man das ja vor einigen Jahren schon getan hatte. Andererseits könne sie auch all diejenigen verstehen, die hier eine unzumutbare Konkurrenz für die ansässigen Tankstellenbetreiber sehen.

Evelin Altenbeck (Grüne) sagte, ihre Fraktion sehe „keinen Bedarf“, man habe genügend Tankstellen in Moosburg. Und auch die Lärmproblematik sei mit Blick auf die gegenüberliegende Wohnbebauung noch nicht geklärt.

Parkplatz bleibt Parkplatz: Auf dem Aldi-Areal in Degernpoint darf keine Tankstelle gebaut werden.

Als einziger Anwesender aus der FW-Fraktion war Thomas Grundner gegen die Automatentankstelle: Da wolle man die Kaufkraft in der Innenstadt stärken, rolle dann aber „den roten Teppich in Degernpoint“ aus, auf dem die Bürger alles auf einmal erledigen könnten, warnte er.

Die frühere Ausnahme gab es zugunsten eines Wohngebiets

Alfred Wagner (fraktionslos) sagte, eine Tankstelle sei zwar nicht innenstadtrelevant, trotzdem tue er sich schwer. Den Ausschlag für Wagners Nein gab wohl, dass die bereits als Ausnahme genehmigte Tankstelle nicht als Präzedenzfall zu werten sei. Grund, wie ihn auch Karin Linz (CSU) anführte: Damals habe man die Tankstelle Wiesheu in Degernpoint ausnahmsweise zugelassen, um die Einrichtung aus dem Wohngebiet herauszubringen. Hier liege die Sache ganz anders. Martin Pschorr (SPD) sprach wohl allen aus der Seele: „Mir wäre am liebsten, der Antrag wäre gar nicht gestellt worden.“ Aber auch er sah keinen Grund für eine Ausnahmegenehmigung.

Am Ende votierten lediglich Anita Meinelt (CSU), Erwin Köhler (UMB) und Ludwig Kieninger sowie Josef Dollinger (beide FW) für den Beschlussvorschlag der Verwaltung, dem Antrag Grünes Licht zu geben. 14 Stadträte waren dagegen.

Drei Fragen an Dominikus Hörnlein, Tankstellenbetreiber neben Aldi:

Er gehörte zu den Kritikern des Aldi-Vorhabens: Tankstellen-Betreiber Dominikus Hörnlein sorgte sich im FT um seine berufliche Existenz, sollte sein Gewerbegebiet-Nachbar Aldi bald Sprit verkaufen. Wir haben mit Hörnlein noch einmal gesprochen – nach der Entscheidung der Stadträte:

-Herr Hörnlein, der Montag muss für Sie ein Feiertag gewesen sein...

(Grinst) Ich bin erleichtert, ja! Ich hatte zwar gehofft, dass die Entscheidung so ausgeht, aber damit gerechnet, dass es eine knappe Kiste wird. Diese eindeutige Entscheidung freut mich natürlich.

-Das bedeutet, Sie können Ihre Zukunftssorgen ad acta legen?

Für mich ist die Sache jetzt durch, ich kann mich wieder aufs Geschäft konzentrieren. Klar, man macht sich als Unternehmer trotzdem weiter Gedanken, wie man voranschreiten kann, damit man nicht stehen bleibt.


-Gab es denn schon Reaktionen von Kunden?

Ja. Die hatten schon vorher Unverständnis geäußert, weshalb Aldi so etwas plant. Und sich heute mit mir gefreut. Aber dass mir da kein Kunde etwas anderes sagt, ist logisch. Im Internet waren die Reaktionen kritischer. Es hieß etwa, die Stadträte hätten den Bürgern billigere Preise verwehrt. Das ist aber Quatsch. Die Leute haben wohl die Preise aus 2009 in Österreich gesehen, das waren aber bloß einmalige Eröffnungsangebote. Billiger als bei mir kann man den Sprit nicht mehr anbieten.

Interview: Armin Forster

Hier finden Sie die ausführliche Vorgeschichte zum Thema.

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