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AfD-Kandidat Johannes Huber (l.) verteilte auf dem „stillen Protest“ der Grünen Jugend seine Infobroschüren. 

Ärger rund um Guttenberg-Besuch in Moosburg

Alles wird angekreidet

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    Andreas Beschorner
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Die CSU mit Galionsfiguren der Partei, die AfD mit einem Infostand und dann noch ganz viel Kreidebotschaften – Karl-Theodor zu Guttenbergs Auftritt auf der Moosburger Herbstschau hat hohe Wellen geschlagen. Am Tag danach wird vor allem die bunte Mal-Aktion gegen die AfD kritisiert – und zwar von der Moosburger CSU.

Moosburg – Die Christsozialen haben Karl-Theodor zu Guttenberg und Ilse Aigner auf die Moosburger Herbstschau geholt (Bericht Seite 10). Schon das wurde heftig diskutiert (wir haben berichtet). Die AfD hat die Chance genutzt und war mit einem Infostand auf der Herbstschau präsent. An diesem AfD-Auftritt wiederum hat sich die Grüne Jugend gestoßen und mit bunter Kreide Botschaften auf die Straße vor dem Festgelände und neben den AfD-Stand gemalt: „Ehe für alle“, „Vielfalt“ oder „Moosburg ist bunt“ war da zu lesen. „Wir finden, dass die Herbstschau kein Platz für rechtes Gedankengut ist“, erklärt Grüne-Jugend-Sprecherin Verena Kuch. Wichtig sei ihr bei der Kreidemal-Aktion gewesen, „nicht zu stören. Wir wollten einfach friedlich, leise und kreativ unsere Botschaft anbringen“. Eine Gegendemonstration sei nie eine Idee gewesen. Eine offizielle Genehmigung habe nicht vorgelegen – aber die Polizei habe sich die Malereien genau angesehen und nichts Rechtswidriges erkennen können.

Doch diesen Protest gegen den AfD-Auftritt können nicht alle nachvollziehen. CSU-Stadtrat Rudolf Heinz hat sich gleich am Tag danach bei CSU-Bürgermeisterin Anita Meinelt gemeldet. Anlass: „die Bodenschmierereien der Grünen Jugend“. Heinz hat Meinelt und Geschäftsstellenleiter Josef Mühlberger gleich mehrere Fragen gestellt, die diese doch bitte zu klären hätten: 1. „Sind die Boden-Wahlkampfplakate genehmigt worden?“ 2. „Ist die Straßenverkehrsbehörde einbezogen worden (u.a. Einhaltung Mindest-Gehwegbreite/Sperrung Straßen während der Malaktion)?“ 3. „Sind die Reinigungskosten der Gehwege/Straßen durch die Stadt angefallen und werden diese den Verursachern in Rechnung gestellt?“ 4. „Ist ggf. eine Sachbeschädigung dadurch entstanden?“ Und 5. „Werden diese Boden-Wahlkampfplakate auch für Infostände Auf dem Plan genehmigt?“, ereifert sich Heinz über den stillen Protest der Grünen Jugend gegen den AfD-Stand. Zumindest Sachbeschädigung liegt nicht vor, weiß die Polizei jetzt schon auf FT-Nachfrage.

Gleichzeitig hat auch die CSU, genauer: Guttenberg persönlich, einen Brief erhalten. ÖDP-Stadtrat Jörg Kästl will darin von dem Freiherrn wissen, ob es für seinen Auftritt im Herbstschau-Festzelt einen Vertrag mit dem Festwirt oder mit der Stadt gibt. Und Kästl möchte von Guttenberg wissen, „ob es zu einer Rechnungsstellung durch die Stadtverwaltung gekommen ist.“ Aus Sicht Kästls wäre eine zeitliche Trennung zwischen städtischem Volksfest und CSU-Wahlkampfauftritt wesentlich stimmiger, transparenter und verständlicher gewesen.

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