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Sollen heute die Arbeit niederlegen: Beschäftigte von Jungheinrich und Driescher in Moosburg.

IG Metall ruft zu Arbeitsniederlegung auf

Am Donnerstag: Streiks bei Jungheinrich und Driescher in Moosburg

Weil die IG Metall zu Warnstreiks aufruft, werden am Donnerstag Mitarbeiter von Driescher und Jungheinrich in Moosburg ihre Arbeit niederlegen. Das sind ihre Forderungen:

Moosburg – Weil die dritte Verhandlungsrunde für die 835.000 Beschäftigten der Bayerischen Metall- und Elektroindustrie in Nürnberg am Montag keine Fortschritte gebracht hat, will die IG Metall ihre Warnstreiks ausweiten. Bevollmächtigter Robert Grashei sagt dazu: „Die Arbeitgeber haben sich nur minimal bewegt und erklären sich zu Gesprächen bereit – beim Thema Arbeitszeit aber nur zu ihren Bedingungen.“ Das gehe mit der IG Metall nicht. „Wir wollen mehr für unsere Mitglieder erreichen. Deshalb machen wir weiter Druck mit Warnstreiks.“

Nachdem vorige Woche bereits die großen Betriebe der Branche von Arbeitsniederlegungen betroffen waren, werden die Arbeitskampfmaßnahmen nun auf weitere tarifgebundene Betriebe ausgeweitet. In Moosburg sind am Donnerstag die Beschäftigten beider Jungheinrich-Werke sowie die Mitarbeiter der Elektrotechnischen Werke Fritz Driescher & Söhne aufgerufen zu streiken.

Erst Marsch durch Moosburg, dann Kundgebung am „Plan“

Treffpunkt wird um zirka 10 Uhr vor dem Jungheinrich-Sitz an der Steinbockstraße 38 sein. Dann marschieren die Beteiligten in einem Demonstrationszug zum „Plan“. Dort wird gegen 10.15 Uhr die Kundgebung der IG Metall stattfinden. 

Betriebliche Vertreter werden dort Auskunft über die wirtschaftliche Situation der Unternehmen geben, dann will Bevollmächtigter Robert Grashei, der auch Mitglied der bayerischen Verhandlungskommission der IG Metall ist, über den aktuellen Stand der Verhandlungen berichten und einen Ausblick geben.

Forderung: Sechs Prozent mehr - und Arbeitszeiten, die zum Leben passen

Die Gewerkschaft fordert sechs Prozent mehr Einkommen und Arbeitszeiten, die besser zum Leben passen. Die Organisation will für ihre Mitglieder einen Rechtsanspruch im Tarifvertrag schaffen, damit diese die Möglichkeit haben, ihre Arbeitszeit ohne Entgeltausgleich auf bis zu 28 Stunden pro Woche abzusenken. Für bestimmte Beschäftigtengruppen soll es dabei einen Teilentgeltausgleich geben: etwa für Eltern, die Zeit für die Kinderbetreuung benötigen, oder für Beschäftigte, die sich um pflegebedürftige Angehörige kümmern. Genauso fordert die Gewerkschaft einen finanziellen Ausgleich für durch Schichtarbeit belastete Beschäftigte.

Laut IG Metall hätten die Arbeitgeber bisher verweigert, darüber zu verhandeln. Seit Montag liege lediglich eine Gesprächsbereitschaft vor, „sie wollen aber keinen finanziellen Ausgleich akzeptieren“, heißt es in einer Erklärung. Ebenso unverändert sei das Arbeitgeber-Angebot von zwei Prozent mehr Einkommen ab April dieses Jahres.

IG Metall: „Angebot von Arbeitgebern reicht nicht“

Birgit von Garrel, Zweite Bevollmächtigte, kommentiert die Position der Unternehmer so: „Die Arbeitgeber haben sich zu wenig bewegt, das reicht nicht. Die Beschäftigten stehen hinter der Forderung der IG Metall. Sie haben sich ein größeres Stück vom Kuchen verdient und brauchen bessere flexiblere Arbeitszeiten.“ Mehrarbeit und Sonderschichten seien aufgrund der guten Auftragslage bereits Praxis, jetzt sei eine Regelung zugunsten der Beschäftigten fällig.

Die IG Metall hat für diese Woche noch zusätzliche Warnstreiks im Bereich der Geschäftsstelle Landshut angekündigt. Bis zum Wochenende sollen sich weitere 7000 Beschäftigte an den Warnstreiks beteiligen. Am 25. Januar findet die vierte Verhandlungsrunde in Bayern statt. Bis dahin will die Gewerkschaft ein Ergebnis in Gesprächen zwischen IG Metall und dem Arbeitgeberverband vbm erzielen. „Falls nicht, droht ein größerer Konflikt in der wichtigsten Branche“, betont von Garrel.

ft

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