Manuel Förster hat ein besonderes Hobby: den Ballonsport

Am Himmel über Moosburg: Mit heißer Luft und ganz viel Leidenschaft

Schon als Kind haben Manuel Förster Heißluftballons fasziniert. Jetzt hat er sich den Traum von damals selbst erfüllt.

In der Coronazeit muss mit Maske Ballon gefahren werden. Manuel Förster hat ein Selfie von sich gemacht.

Moosburg – Mit einem Heißluftballon über die Landschaft zu schweben, das ist für viele Menschen ein ganz besonderes Erlebnis. Auch über der Region rund um Moosburg sind bei passendem Wetter und vorwiegend am Wochenende Heißluftballone zu sehen. Sie blieben selbstverständlich auch von Manuel Förster nicht unentdeckt. Bereits als Kind war der Moosburger von den bunten Fluggeräten am Himmel fasziniert. Und so kam es, wie es kommen musste: Er suchte irgendwann nach einer Möglichkeit, der außergewöhnlichen Freizeitbeschäftigung im Freien und in der Luft nachzugehen. Ganz in der Nähe gelang dies dann auch: Bei der Ballonsportgruppe Landshut fand er die Heimat für sein neues Hobby.

Als wir am Himmel schwebten war es unerwartet still und den Alltag hatte ich vergessen.

Manuel Förster

Mitte September 2019 erfüllte sich der damals 23-Jährige seinen lang geträumten Wunsch und stieg zum ersten Mal in einen Ballonkorb. „Es war ein unbeschreibliches Gefühl, als der Heißluftballon vom Boden abhob. Und es ging mit einer unglaublichen Leichtigkeit. Als wir am Himmel schwebten, war es unerwartet still und den Alltag hatte ich vergessen. Der Blick aus dem Korb reichte bis zu den Alpen“, erzählt Manuel voller Begeisterung. Seine erste Ballonfahrt führte vom Flugplatz Ellermühle über Gündlkofen, Bruckberg und Gammelsdorf hinweg, bis der Ballon in der Nähe von Oberpriel wieder zur Erde zurückkehrte. Bei den Landungen versammeln sich meist Schaulustige vor Ort, um den Heißluftballon näher in Augenschein zu nehmen.

Ballonfahren funktioniert nur im Team

Ballonfahren funktioniert nur im Team, denn beim Auf- und Abrüsten des Ballons wird viel Kraft benötigt, um die mehr als 100 Kilogramm schwere Hülle und den noch schwereren Korb mit vier vollen Gasbehältern zu manövrieren. Eine bedeutende Rolle spielt auch der Verfolger im Rückholfahrzeug. Der Ballon treibt ja mit dem Wind und muss am Landeort, den man nicht vorausbestimmen kann, wieder eingesammelt werden, um zum Startplatz zurückzukommen. Im Anschluss an jede Ballonfahrt findet eine traditionelle Ballontaufe statt. Dieser Akt endet nach der eigentlichen Taufe mit Feuer und Sekt und der Vergabe eines Adelstitels mit der Übergabe einer Urkunde zur Erstfahrt mit der Montgolfiere (wie Heißluftballone nach ihren Erfindern im Jahr 1783 genannt werden).

Die Ballonsportgruppe Landshut veranstaltet jedes Jahr am letzten August-Wochenende (dieses Jahr Corona bedingt leider ausgefallen) die Niederbayerische Heißluftballon-Wettfahrt, die jeweils am Vorabend mit einem musikalisch moderierten Ballonglühen am Flugplatz Ellermühle beginnt. Dabei treffen sich meist über 20 Ballonteams aus Deutschland, Österreich und der Schweiz, um an einem freundschaftlichen Wettkampf teilzunehmen. Manuel Förster war selbstverständlich schon seit Jahren Besucher vor Ort. In Zukunft wird er als Mitglied der Ballonsportgruppe mitten drin sein können. Im Wettkampf werden den Piloten verschiedene Aufgaben gestellt, die sie mit Geschick, aber durchaus auch mal mit viel Glück lösen müssen.

Traumhafte Kulisse beim Morgenstart der zwei vereinseigenen Heißluftballone. 

In einer Aufgabe zum Beispiel startet ein Ballon und fährt voraus; er wird „Fuchsballon“ genannt. Kurze Zeit später rüsten die teilnehmenden Teams ihre Ballone auf und treiben dem Fuchsballon möglichst zielgenau hinterher. Nach einer gewissen Zeit landet der erste Ballon auf einem Feld und legt dort ein riesiges und aus der Luft weithin sichtbares Zielkreuz aus. Die folgenden Ballonpiloten versuchen, dieses Kreuz so nah wie möglich anzufahren und mit einem Marker – ein gekennzeichnetes Sandsäckchen – so mittig wie möglich auf das Zielkreuz abzuwerfen. Die Abstände zum Mittelpunkt des Kreuzes werden vermessen und danach bewertet.

Das Zielkreuz muss von den Piloten beim Wettkampf so nah wie möglich angefahren werden. 

Während bei der Niederbayerischen Heißluftballon-Wettfahrt das freundschaftliche Beisammensein im Mittelpunkt des Treffens steht, gibt es weltweit tatsächlich ernsthaft durchgeführte Meisterschaften – vom bundesweiten Wettbewerb (Deutsche Meisterschaft) bis zu Weltmeisterschaften, an denen regelmäßig auch einige deutsche Ballonsportler teilnehmen. Auch zwei Mitglieder der hiesigen Ballonsportgruppe, Bastian Schwarz und Judith Parkinson-Schwarz, wären im Kader der deutschen Wettkämpfer in Polen (Damen-WM) bzw. Slowenien (Herren-WM) dabei gewesen. Beide Veranstaltungen fielen jedoch der Corona-Pandemie zum Opfer. So weit ist Manuel Förster noch nicht, wie er lächelnd erklärt. Jedoch hat er nicht lange überlegen müssen, ob er auch selbst mal Ballonpilot werden möchte. „Ich werde auf jeden Fall eine Pilotenausbildung zur Erlangung der Pilotenlizenz machen – wann genau das sein wird, kann ich noch nicht sagen“, erzählt er mit Stolz. Vorerst will er noch ausgiebig Erfahrung beim Verfolgen, Auf- und Abrüsten und im Umgang mit den Geräten sammeln – und von Zeit zu Zeit wieder mal im Korb vom Boden abheben.

Corona-, aber auch witterungsbedingt ist das Jahr 2020 sicher nicht gerade positiv hervorzuheben, was die Menge an Ballonstarts in unserer Region angeht. Doch Ballonfahrten können das ganze Jahr über durchgeführt werden. Auch im Herbst und Winter sind die Landshuter Ballonfahrer möglichst oft am weiß-blauen Himmel. Mitglieder und Helfer sind dort stets willkommen.

Alles Wissenswerte über den außergewöhnlichen Freizeitsport und den Verein gibt’s im Internet unter www.bsg-landshut.de oder unter Tel. (0 87 09) 12 93.

Rubriklistenbild: © Jörg Luther

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