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Noch nicht politmüde ist Anita Meinelt – hier bei ihrer Vereidigung als neue Vize-Landrätin.

Moosburgs Ex-Bürgermeisterin hat neues Amt

„Mir ist die Arbeit abgegangen“: Anita Meinelt über ihre überraschende Wahl zur Vize-Landrätin

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Sie war 18 Jahre Bürgermeisterin von Moosburg, doch von Ruhestand ist nun keine Rede mehr: Anita Meinelt wurde überraschend zur Vize-Landrätin gewählt. Im Interview erklärt sie, wie es dazu kam.

Moosburg – Sie war drei Perioden lang Bürgermeisterin von Moosburg und hatte eigentlich angekündigt, als einfaches CSU-Kreistagsmitglied einen „langsamen Politikausstieg“ vornehmen zu wollen. Viele hat daher nun die Wahl Meinelts zur Vize-Landrätin (wir haben berichtet) überrascht. Wir haben sie zu ihrem Sinneswandel befragt.

Freisinger Tagblatt: Frau Meinelt, waren Ihnen die paar Tage in Bürgermeister-Pension schon wieder zu ruhig?

Anita Meinelt: Ja! (lacht) Wissen Sie, mir ist die Arbeit abgegangen. Ich dachte mir: So viel Privates kannst’ doch gar nicht machen, und sich irgendwo einzubringen, wäre bestimmt nicht schlecht.

Nun sind Sie stellvertretende Landrätin. Glückwunsch! Wie kam’s dazu?

Dankeschön. An speziell dieses Amt hatte ich gar nicht gedacht, ich hab’ auch niemanden angerufen und mich angeboten. Die Leute kamen von mehreren Seiten auf mich zu. Auch Landrat Helmut Petz hat mich gefragt, ob ich zur Verfügung stehen würde. Erstens, weil ich über die nötige Erfahrung verfügen würde. Zweitens, weil er aus den anderen Fraktionen gehört habe, dass ich akzeptiert werde. Und drittens, weil ich mit über 33.000 Stimmen das zweitbeste Ergebnisse aller Kreisräte hatte. Ich hab’ das dann erst noch mit meiner Familie besprochen, und die meinten alle: „Mensch super, mach das!“

Die Wahl in der konstituierenden Sitzung lief am Ende auch sehr deutlich zu Ihren Gunsten ab.

Dass mich so viele Kollegen gewählt haben, hat mich selbst überrascht. Das ist ein riesiger Vertrauensbeweis, der mich sehr gefreut hat.

Sie waren ja bereits vor einigen Jahren Vize-Landrätin. Wie viel Zeit nimmt diese Aufgabe pro Woche in Anspruch?

Das ist immer schwer abzuschätzen. Manchmal hat man nur ein paar Termine, und dann gibt es natürlich die Vollvertretung – etwa, wenn der Landrat im Urlaub ist. Aber mehr als 30 Tage hat der auch nicht. (lacht)

Was Anita Meinelt an Landrat Helmut Petz schätzt

Wie kann der Kreistag von einem alten Hasen der Kommunalpolitik wie Ihnen profitieren?

Sollte es so laufen wie in der konstituierenden Sitzung, dass ein Kompromissbeschluss erarbeitet werden muss, kann ich gut dazuhelfen. Durch meine 18-jährige Tätigkeit als Kreisrätin kann ich auch mal sagen: Das Thema hatten wir schon mal, oder das war die Grundidee dahinter. Ich kann mich sicher gut einbringen.

Was schätzen Sie an Landrat Helmut Petz?

Ich fand es sehr gut, dass er im Kreistag gleich versucht hat, auf jeden zuzugehen. Er setzt das um, was er vor seiner Wahl angekündigt hat: Die Zusammenarbeit steht im Vordergrund, und nicht die Parteiarbeit. Dass für ihn die Sitzungsarbeit etwas völlig Neues ist, ist klar. Zum ersten Mal so eine große Versammlung zu leiten, und dann hat er wegen der Corona-Bestimmungen auch aktuell niemanden neben sich, ist keine leichte Situation. Er hat das Beste daraus gemacht. Dass ich ihm während der Sitzung ein paar kleine Tipps geben konnte, hat ihm gezeigt: Die Zusammenarbeit läuft bereits bestens.

Worauf freuen Sie sich am meisten, wenn Sie wieder als Vize-Landrätin durch den Landkreis fahren?

Ich habe erst letztens daran gedacht, dass ich im Sommer zu den Abschlussschülern gesagt habe: „Das bei euch sind meine letzten Verabschiedungsfeiern.“ Aber jetzt werde ich heuer doch wieder dastehen. Das beweist: Im Leben kann sich immer nochmal alles ändern.

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