Skelett am Moosburger Plan
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Das freigelegte Gerippe ist laut den Experten sehr gut erhalten.

Junger Mensch aus dem 16. Jahrhundert

Beim Erneuern von Wasserleitungen stoßen Bauarbeiter auf ein Skelett - Experten staunen über Zustand

Auf dem Moosburger „Plan“, dem Marktplatz in der Altstadt, wird derzeit die Wasserleitung erneuert. Dabei stießen die Arbeiter nun auf ein menschliches Skelett.

Moosburg – Seit Beginn vergangener Woche laufen am Moosburger „Plan“ die Bauarbeiten zur Erneuerung der Wasserleitung. Dabei konnten Archäologen laut Landratsamt bereits auf den ersten Metern die Reste von zwei Öfen und eine spätmittelalterliche Grube dokumentieren. Am Dienstag trat dann auch ein erstes Skelett im Schacht zutage. Die Grabgrube lag fast vollständig in der Flucht des Leitungsgrabens und so konnte das Skelett im Ganzen geborgen werden.

Moosburg: Gut erhaltene Knochen einen jungen Menschen aus dem 16. Jahrhundert gefunden

„Die Knochen sind sehr gut erhalten“, sagte Grabungsleiterin Bianca Grün. „Sogar Kniescheibe, Brustbein und Schulterblätter sind noch da, das kommt sehr selten vor.“ Im Schulterbereich fanden die Archäologen ein kleines Bronzefragment, dessen Funktion noch unbekannt ist. „Es handelt sich vermutlich um einen jungen Menschen, etwa aus dem 16. Jahrhundert.“ Genaue Untersuchungen soll nun eine Anthropologin übernehmen.

Auf dem Moosburger „Plan“ wird derzeit die Wasserleitung erneuert.

Überraschend war der Fund im Herzen von Moosburg nicht, da sich schon 2018 bei der Ausgrabung auf dem „Plan“ ganz ähnliche Befunde gezeigt hatten: Öfen, Bestattungen und Gruben, die auf eine intensive, Jahrhunderte lange Nutzung des zentralen Platzes auch schon vor dem 13. Jahrhundert und bis ins Spätmittelalter und die frühe Neuzeit hinweisen. Viele Strukturen ließen sich mit den Umbauphasen der Pfarrkirche zu Beginn des 13. Jahrhunderts und dem Ausbau im Spätmittelalter zusammenbringen. „Wir erwarten also auch im Verlauf des Wasserleitungsbaus noch zahlreiche, weitere Spuren aus der Moosburger Vergangenheit“, sagt Kreisarchäologin Delia Hurka.

Moosburg: Archeologen und Bauarbeiter arbeiten Hand in Hand

Die Entdeckung und Dokumentation der Bestattung ist der baubegleitenden, archäologischen Untersuchung zu verdanken. Im Akkord werden dabei zwischen den zügig voranschreitenden Bauarbeiten Befunde freigelegt, dokumentiert, gezeichnet, fotografiert und Funde sachgerecht geborgen. Die Zusammenarbeit zwischen Baggeraushub, archäologischer Dokumentation, Bergung, Verlegung der Wasserleitung, Verfüllung und Verschluss des Schachts läuft dabei wie am Fließband.
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