Einen Beitrag zum Thema „Frauen“ steuerte die Moosburgerin und Vhs-Dozentin Johanna Ankenbauer bei.
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Einen Beitrag zum Thema „Frauen“ steuerte die Moosburgerin und Vhs-Dozentin Johanna Ankenbauer bei.

„29.4.1945 – 75. + 1. Jahrestag der Befreiung“

Ausstellung zum Gedenktag des Moosburger Stalag VII A: Hier sehen Sie die virtuelle Präsentation

Mit einer Ausstellung, die physisch in der Moosburger Vhs aufgebaut und virtuell veröffentlicht ist, wird derzeit an die Befreiung des Stalag VII A erinnert.

Moosburg – Zum Gedenken an den Jahrestag der Befreiung des Kriegsgefangenenlagers Stalag VII A am 29. April 1945 in Moosburg wurde am vergangenen Donnerstag eine virtuelle Ausstellung in der Volkshochschule eröffnet. Der Titel: „29.4.1945 – 75. + 1. Jahrestag der Befreiung“. Die Moosburger Journalistin, Kunsthistorikerin und Künstlerin Christine Fößmeier arbeitet darin ein oftmals als überwunden geglaubtes Kapitel in der Geschichte der Stadt Moosburg emotional auf. Mit Installationen, Fotografien und Gedichten erinnert sie an die Menschen, die dort ihr Leben ließen.

Es ist ein interessanter Weg, mit dem Fößmeier versucht, das, was die Inhaftierten erlebt und erlitten haben, der Nachwelt darzustellen. Fotografien von Lagerbewohnern hat sie entlang der Treppen vom Keller bis zum Obergeschoß des Vhs-Gebäudes befestigt. Mit „Füßen“ seien diese getreten worden. Russen und die im früheren Russland beheimateten völkischen Minderheiten wie Usbeken oder Kirgisen seien als „Untermenschen“ behandelt worden. Viele von ihnen starben im Lager.

Führen im Video durch die Ausstellung: Initiatorin Christine Fößmeier (l.) und Vhs-Bereichsleiterin Nadine Sukniak.

Dass sogar Babys und Kleinkinder ihr Leben lassen mussten, das habe sie bei den Vorbereitungen zur Ausstellung besonders bewegt, erzählt Fößmeier bei der Vernissage, die per Livestream auf YouTube übertragen wurde. Obwohl das Stalag VII A kein Frauen-Straflager war, seien unter den dort Festgehaltenen auch Zivilarbeiterinnen, Partisaninnen und auch Moosburgerinnen gewesen. Bildlich hat sie ein in Windeltücher gewickeltes Neugeborenes vor dem früheren Sparkassen-Tresor im Keller des Gebäudes abgelegt. Es sei das „Wertvollste“ gewesen, was die Frauen tot im Lager zurücklassen mussten.

Emotionale Grußworte

Offener Brief aus den USA appelliert an Moosburgs Verantwortung

In der Erinnerungs-Debatte um das Stalag VII A in Moosburg wurde kürzlich eine Machbarkeitsstudie präsentiert. Parallel dazu machte ein emotionaler Brief die Runde.

Mit Grußworten der Nachfahren wurde bei der Vernissage aufgezeigt, wie wichtig die letzten in Moosburg noch verbliebenen Baracken aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs seien. Wie „geweihter Boden“ sei es gewesen, als sie zum ersten mal Moosburg besucht habe, schrieb eine Amerikanerin in einem Brief, den Vhs-Bereichsleiterin Nadine Sukniak vorlas. Ihr Vater sei im Stalag VII A inhaftiert gewesen. Der Bruder ihres Vaters sei in Moosburg mit 21 Jahren als Häftling Nummer 117853 verstorben, erzählte derweil eine Frau aus Italien. Ihr Vater sei später nach Moosburg gekommen, um Blumen auf seinem Grab abzulegen. Als einen „Wallfahrtsort“, um den Vorfahren zu gedenken, bezeichnete ein Mann aus Australien das Gelände rund um das frühere Stalag. Als der Ort der Erinnerung müsse es bewahrt bleiben.

Musikalisch umrahmt wurde die Hybrid-Vernissage von der Liedertafel Moosburg. Neben den Installationen und Fotografien bereichern auch Gedichte von Christine Fößmeier die Ausstellung. Außerdem gibt es Werke der Münchner Künstlerin Blanka Wilfort sowie von Johann und Reinhard Reif aus Moosburg zu sehen.
Maria Martin

Das Video der virtuellen Ausstellung

Die virtuelle Ausstellung zum „Mikrokosmos Stalag VII A“ im Vhs-Gebäude am Stadtplatz kann noch bis zum 17. Mai besucht werden. Hier finden Sie das Video:

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