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Bereits ihr zweiter Betrieb: Junge Wirtsleute übernehmen nun auch Hotel - „Einmalige Chance“

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Von: Armin Forster

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Wirtsleute vor Hotel Drei Rosen Moosburg
Lukas Kammermeier und seine Frau Claudia, die Wirtsleute des Moosburger Gasthauses Drei Tannen, übernehmen nun auch das Hotel Drei Rosen. © Albrecht/privat

Die Wirtsleute des Moosburger Gasthauses Drei Tannen übernehmen nun auch das Hotel Drei Rosen. Die Betriebe sollen sich künftig in vielen Punkten ergänzen.

Moosburg – Die Gedanken gehen unweigerlich in Richtung „Monopoly“, wenn man davon hört, dass ein 30-Jähriger sein zweites Hotel erhält. Allerdings ist hier die Rede keineswegs vom Brettspiel-Klassiker, sondern von Lukas Kammermeier: Der junge Gastronom, der dem Moosburger Wirtshaus Drei Tannen mit Biergarten und Hotel zu neuem Glanz verholfen hat, ist nun auch Pächter des benachbarten Business-Hotels Drei Rosen.

Erst 2018 hatte Kammermeier das traditionsreiche Drei Tannen – vielen auch unter dem Namen Freudenstein bekannt – übernommen. Aufwändig generalsaniert und modernisiert, läuft es seither „hervorragend“, wie Kammermeier selbst sagt und dazu betont: „Vor allem dank unseres eingespielten Teams.“

Zu diesem gehören neben seiner Frau Claudia (31) und den Mitarbeitern noch weitere Familienangehörige. Gemeinsam hat man es mit großem Eifer geschafft, selbst die Tiefpunkte der Lockdowns und die jüngsten Preissteigerungen infolge der Inflation zu meistern. Nun wagen die Gastronomen den nächsten großen Schritt: „Als ich die Pacht für das Drei Rosen angeboten bekommen habe, habe ich sofort zugesagt“, erzählt der 30-Jährige.

„Einmalige Chance“ für junge Wirtsleute - Sie übernehmen Hotel Drei Rosen

Erfahren hatte er vom Ausstieg der bisherigen Betreiber eher zufällig: Eine ehemalige Mitarbeiterin des Drei Rosen sprach Kammermeier im Drei Tannen an, auf der Suche nach einem Job. „Daraufhin bin ich rübergegangen und habe mit der Hotelleitung Gespräche geführt. Ich wusste: Die Chance wird sich nicht so schnell wieder ergeben.“ Innerhalb von nur zwei Wochen sei die Übernahme perfekt gemacht worden – inklusive Übernahme der Mitarbeiterin, die im Lokal vorgesprochen hatte.

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Damit sind die Kammermeiers künftig nicht mehr nur für die zwölf Fremdenzimmer im Drei Tannen, sondern auch für weitere 25 im Drei Rosen verantwortlich. Aktuell wird dafür gesorgt, dass beide Betriebe auf einem gemeinsamen Standard sind. „Und wir bringen im Drei Rosen alles auf Vordermann“, sagt Lukas Kammermeier. Er pendelt aktuell mehrmals täglich die 200 Meter zwischen den beiden Häusern hin und her.

Moosburg: Wirtsleute von Gasthaus Drei Tannen übernehmen Hotel - Endlich große Gruppen

Durch die Nähe ergeben sich auch einige Synergieeffekte, wie er überzeugt ist: Künftig könne man dank des Aufzugs und der entsprechenden Einrichtung im Hotel Drei Rosen auch komplett barrierefreie Unterkünfte anbieten. „Außerdem haben wir im Drei Tannen gemerkt, dass wir teilweise zu klein sind für größere Gruppen oder Hochzeitsgesellschaften. Jetzt haben wir im Drei Rosen einen Tagungsraum für 50 Personen, den wir auch vom Drei Tannen aus verpflegen können.“ Das Hotel selbst verfüge nämlich nur über ein Frühstücksangebot.

„Es ist auch einfach schön, wenn man Mitarbeiter an beiden Orten einsetzen kann, wenn gerade ein bisschen Luft ist.“ Zum vorhandenen Personal will man nun weitere helfende Hände einstellen. Neben der Küche, wo auch ein Kochlehrling ausgebildet werden soll, möchte der Betrieb im Bereich Zimmerservice Reinigungs- und Frühstückskräfte einstellen. Oder wie es Kammermeier formuliert: „Jemanden, der den Gästen einen schönen Start in den Tag bereiten will.“

Bei der Zimmerkategorie bewege man sich bereits auf dem gleichen Level: „Wir könnten beide Häuser auf „3 Sterne Plus“ kategorisieren lassen“, sagt der Hotelier. „Das haben wir aber nicht gemacht, weil das enorme Kosten bedeutet, die wir nicht an unsere Gäste weitergeben möchten.“

Hotel Drei Rosen in Moosburg: Gut ausgelastet

An der künftigen Auslastung des ebenfalls erst 2013 neu gebauten Hotels Drei Rosen zweifelt der neue Pächter nicht: „Es gibt ein paar große Firmen im Umfeld, der Bahnhof mit dem Zug Richtung München und Landshut ist sehr schnell erreichbar und wir liegen auch noch am Isar-Amper-Radweg.“

Auch wenn der Gastronom betont, dass „wir anfangs nicht viel verändern wollen und müssen, da die Atmosphäre im Hotel einfach stimmt“, werde man langfristig das Angebot im Drei Rosen „stetig verbessern und ausbauen“. Dass er, der erst während seines Gartenbauwissenschaft-Studiums im Nebenjob die Leidenschaft für die Gastronomie entdeckt hatte, einmal zweifacher Hotelbetreiber sein würde? „Das hätte ich sicher nicht gedacht“, sagt Lukas Kammermeier und lacht. „Und es würde als Einzelkämpfer auch nie funktionieren. Daher bin ich dankbar, dass mich meine Frau, die Familie und mein Team immer unterstützen.“

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