Freibad Moosburg
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Im Moosburger Freibad müssen Kinder unter zwölf Jahren heuer keinen Eintritt zahlen.

Breite Mehrheit unterstützt Grünen-Antrag

Beschlossene Sache: Kinder unter Zwölf schwimmen im Freibad Moosburg jetzt kostenlos

  • VonNico Bauer
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Gute Nachrichten für Familien: Unter Zwölfjährige erhalten in Moosburg heuer freien Eintritt. Die Entscheidung begeistert allerdings nicht jeden.

Moosburg – Kinder wurden von der Pandemie besonders hart getroffen. Die Stadt Moosburg will ihnen deshalb nun etwas zurückgeben: Dieses Jahr genießen alle Kinder bis zwölf Jahre freien Eintritt ins Schwimmbad.

Sportreferentin Verena Kuch (Grüne) hatte den Antrag gestellt.

Bislang war die Regelung so, dass unter Sechsjährige kostenlos ins Bad durften und die Gruppe der Sechs- bis 16-Jährigen musste 1,50 Euro bezahlen. Vergangene Woche jedoch stellte Sportreferentin Verena Kuch (Grüne) den Antrag, Kinder unter zwölf Jahren kostenlos das Freibad besuchen zu lassen. Wie berichtet, begründete sie den Vorstoß damit, dass Kinder während der Corona-Pandemie und der langen Lockdown-Phasen besonders zurückstecken mussten. Kuch: „Wir können so zeigen, dass wir das gesehen haben.“

Dollinger: „Es geht um Schwimmen lernen und nicht Planschen“

Des Weiteren betonte die Stadträtin, dass die Aktion auch zu einem gewissen Grad den ausgefallenen Sportunterricht ersetzte und man bei überschaubaren 5000 Euro Mindereinnahmen für die Stadt fördere, dass Kinder schwimmen lernten. Da sah Bürgermeister Josef Dollinger (FW) in der Sitzung am Montag aber einen Unterschied: „Es geht um Schwimmen lernen und nicht Planschen.“ Er machte den Gegenvorschlag, dass alle Kinder nach der Belegung eines Schwimmkurses eine Zwölferkarte für das Freibad geschenkt bekommen – inklusive einer Begleitperson. Diese Maßnahme sei deutlich effektiver.

Es deutete sich dann aber schnell eine Mehrheit für den Antrag von Sportreferentin Kuch an. Rudolf Heinz signalisierte die Zustimmungen aus dem Großteil seiner CSU-Fraktion, „weil das eine einmalige Corona-Aktion ist“. Auch Gerhard Beubl (SPD) war dankbar für den Vorstoß: „5000 Euro ist nicht die Welt und das sollten uns die Kinder wert sein.“

Stadt erwartet heuer Freibad-Defizit von 408.000 Euro

Die Stadtverwaltung hatte die Ablehnung des Antrags vorgeschlagen, weil das Defizit des Freibads nicht zuletzt durch Corona voll aus dem Ruder läuft. Das Minus habe 2018 noch bei 156.000 Euro gelegen und sei 2019 (255.000) und 2020 (349.000) sprunghaft angestiegen. Die Besucher-Begrenzungen während Corona sorgten für das höhere Minus, das dieses Jahr mit 408.000 Euro erwartet wird.

Bürgermeister Dollinger erklärte den Stadträten, dass Gebührenerhöhungen unumgänglich sein würden, damit man den Verwaltungshaushalt im erlaubten Rahmen halten könne. Aus dieser Perspektive wäre eine neue Gebührenermäßigung das falsche Signal.

Wer sich 1,50 Euro Eintritt nicht leisten kann, der soll zu mir kommen. Dann gebe ich ihm das Geld.

FW-Stadtrat Ludwig Kieninger

Unterstützung bekam Dollinger von Ludwig Kieninger (beide FW): „Auch mir tun in der Pandemie die Kinder leid, aber 1,50 Euro Eintritt kann sich wirklich jeder leisten. Und wer es sich nicht leisten kann, der soll zu mir kommen. Dann gebe ich ihm das Geld.“

Ein Vergleich mit Freibädern aus Nachbarstädten (Freising, Erding, Landshut, Ergolding) zeigt, dass deren Gebühren für Kinder zwischen zwei und drei Euro liegen. Lediglich in München ist der Eintritt für Kinder kostenlos. Dort sieht Dollinger aber andere Voraussetzungen, weil die Bäder von den Stadtwerken betrieben werden und diese mit Stromverkauf Gewinn erzielen würden.

Letztlich wurde der gratis Freibad-Eintritt für Kinder unter zwölf Jahren mit 11:7 Stimmen beschlossen – mit namentlicher Abstimmung. Dem sichtlich angefressenen Bürgermeister Josef Dollinger schmierte Johannes Becher (Grüne) nach der Abstimmung noch die Bitte aufs Brot, Sitzungen weniger emotional zu leiten.

Moosburgs Rewe-Supermarkt steht vor einem Umbruch: Der Konzern hat große Pläne für den Standort. Im Inneren des Markts herrscht derweil noch Ungewissheit.

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