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Bezirksmeisterschaft: 11 Jugendfeuerwehren stellen Können unter Beweis

Früh aufstehen hieß es am Pfingstsamstag für die mehr als hundert Teilnehmer an der diesjährigen Bezirksmeisterschaft der oberbayerischen Jugendfeuerwehren. Elf Gruppen waren nach Moosburg gekommen, um ihr Können unter Beweis zu stellen. 

MoosburgUm für den Ernstfall gewappnet zu sein, muss jeder Handgriff in- und auswendig sitzen. Das wissen sie alle, die jungen Leute im Alter zwischen zwölf und 18 Jahren, die sich dazu entschlossen hatten, bei der diesjährigen Bezirksmeisterschaft anzutreten. Bereits zum dritten Mal hatte die Kreisbrandinspektion Freising unter Federführung von Kreisjugendwart Roman Bittrich den Wettbewerb ausgerichtet. Schon bevor Wettbewerbsleiter Michael Matschi die Gäste gegen 9 Uhr morgens begrüßte, hatte sich das Team aus Oberneukirchen-Grünbach in Position gebracht. Die Jungen Feuerwehrler aus dem Landkreis Mühldorf am Inn waren die ersten, die einen Löschangriff simulierten. Dabei galt es, in möglichst kurzer Zeit auf einer hundert Meter langen Strecke eine Schlauchleitung zu verlegen, Knoten anzulegen und Geräte zuzuordnen. Nach kurzer Einweisung von Bahnleiter Markus Lippacher ging es auch schon los.

In Windeseile wurden Schläuche ausgerollt, über diverse Hindernisse gelegt und dann gekuppelt, bis man das Löschwasser mittels Spritze auf den fingierten Brand richtete. Schnelligkeit und Ausdauer sowie feuerwehrtechnisches Wissen und Können, wie etwa das Anlegen von Knoten, wurden dabei geprüft. Und weil der Rasen noch feucht war, über den sich die Jugendlichen bis zum Einsatzort vorarbeiten mussten, erfuhr die Gruppe aus dem Landkreis Mühldorf gleich zu Beginn, was es heißt, in Gemeinschaft anzutreten. Die 14-jährige Sabrina war gegen ein Hindernis gekracht, das glücklicherweise gleich umfiel, und sich niemand ernstlich verletzte. Allerdings bedeutete das für die ganze Mannschaft Zeitverlust. Beruhigende Worte fand da Bahnleiter Markus Lippacher. Gerne erklärte er den Jugendlichen nach ihrer Übung, was sie beim nächsten Mal besser machen könnten. Und wenn die Aufregung gar zu groß war, lobte er die guten Leistungen. Der aufgeregten Schar konnte er nur eines ans Herz legen: „Hier geht es eigentlich noch um gar nichts.“ Für die beste Mannschaft bestehe zwar die Chance, sich für den Landesentscheid zu qualifizieren, jedoch sei das Üben, eigentliches das Wichtigste.

Das sahen die Jugendlichen aus Zolling und Oberappersdorf auch so. „Wir wollen nur die Anstecknadel mit nach Hause bringen“, sagte Jugendwart Wolfgang Westermeier und lachte. Dabeisein sei schließlich auch viel wert.

Im zweiten Teil des Wettbewerbs ging es auf die Tartanbahn. Hier mussten die Jugendlichen einen 400-Meter-Staffellauf bewältigen, bei dem unter anderem in Sekundenschnelle Schläuche gekuppelt werden mussten. Gleich mit zwei Mannschaften war die Jugendfeuerwehr der Stadt Schrobenhausen zum Wettbewerb angetreten. „Wir waren vor zwei Jahren Ausrichter des Landesentscheids“, erzählte Jugendwart Christoph Kurzhals. „Da haben unsere Jugendlichen richtig Feuer gefangen.“ Abgekämpft, aber glücklich traten die Teilnehmer am Nachmittag zur Übergabe der Abzeichen an.

Der Siegerehrung voraus ging ein Grußwort des stellvertretenden Landrats Robert Scholz. Im Namen aller Führungskräfte dankte er den jungen Leuten, für deren Entscheidung der Feuerwehr beizutreten. „Ohne euch würde es für das Ehrenamt schlecht aussehen.“ Doch wer fährt nun zum Landeswettbewerb? Nur die Jugendfeuerwehren mit einer nahezu fehlerfreien Darbietung. Und so war der Jubel in den Reihen der jungen Floriansjünger aus Heldenstein-Lauterbach im Landkreis Mühldorf am Inn besonders groß, als nach Bekanntgabe der Sieger klar war, dass man unter den qualifizierten Gruppen war, die am 1. Juni zum 5. Landes-Leistungswettbewerb der Jugendfeuerwehren nach Röthenbach im Landkreis Nürnberger Land fahren dürfen. Wie bei den Bezirksmeisterschaften wird auch dort nach den Richtlinien des Centre Technique des Industries de la Fonderie (CTIF), einer internationalen Organisation zur Förderung der weltweiten Zusammenarbeit unter Feuerwehren, bewertet.

Maria Martin

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