Parteiübergreifender Antrag 

Breites Bündnis fordert Faires Moosburg

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Moosburg - Ein parteiübergreifendes Bündnis möchte, dass Moosburg ein Zeichen für eine gerechtere Welt setzt. Das Instrument dafür: die Kampagne „Fairtrade Towns“. Die Nachbarn sind schon dabei.

Freising ist schon seit 2011 eine, Erding und Landshut tragen den Titel ebenfalls: Sogenannte „Fairtrade Towns“ fördern in ihrem Bereich einen fairen Handel, indem sie selbst Produkte aus fairem Handel beziehen, aber auch die öffentliche Aufmerksamkeit durch ihr Handeln darauf richten. Mittlerweile nehmen über 1100 Städte in 24 Ländern an der Kampagne teil – die sich ein parteiübergreifendes Bündnis nun auch für Moosburg wünscht. Vertreter aus Reihen der Grünen, Freien Wähler, UMB, SPD, ÖDP und Linke haben einen entsprechenden Antrag an die Bürgermeisterin und den Stadtrat gestellt.

Insgesamt fünf Kriterien sind Voraussetzung, um offiziell als „Fairtrade Town“ gelistet zu werden.

  • Kriterium 1: Es liegt ein Beschluss der Kommune vor, dass bei allen Sitzungen der Ausschüsse und des Rats sowie im Bürgermeisterbüro Kaffee sowie ein weiteres Produkt aus Fairem Handel verwendet wird. Es wird die Entscheidung getroffen, als Stadt den Titel „Fairtrade Stadt“ anzustreben.
  • Kriterium 2: Es wird eine lokale Steuerungsgruppe gebildet, die die Aktivitäten vor Ort koordiniert.
  • Kriterium 3: In den lokalen Einzelhandelsgeschäften (darunter auch Floristen) sowie in Cafés und Restaurants werden Fairtrade-Produkte angeboten (jeweils mindestens zwei, die Anzahl der Geschäfte und gastronomischen Betriebe richtet sich nach der Einwohnerzahl).
  • Kriterium 4: In öffentlichen Schulen, Vereinen und Kirchen werden Fairtrade-Produkte verwendet und es werden dort Bildungsaktivitäten zum Thema „Fairer Handel“ durchgeführt. In Moosburg müssen dafür (mindestens) eine Schule, ein Verein und eine Kirche gewonnen werden.
  • Kriterium 5: Die Initiative wird durch entsprechende Presse- und Öffentlichkeitsarbeit unter anderem in lokalen Medien und auf der städtischen Internetpräsenz kommuniziert.

Kein kurzfristiges Projekt mit Anfang und Ende

Die Unterzeichner des Antrags – Michael Stanglmaier, Johannes Becher, Hans Reif, Alfred Wagner, Gerd Beubl, Jörg Kästl und Johann Zitzlsberger – begründen ihre Initiative wie folgt: „Moosburg kann damit ein Zeichen für die Förderung des gerechten Handels mit Staaten des Südens setzen.“ Gemeinsame soziale Verantwortung sei „sinn- und identitätsstiftend“. Und weiter: „Fairtrade ist nicht als ein kurzfristiges Projekt mit Anfang und Ende zu sehen, sondern steht für eine soziale Weiterentwicklung in der Stadt.“ Angeknüpft an die Lokale Agenda 21 übernehme eine Fairtrade-Kommune soziale Verantwortung und damit eine Vorbildfunktion für die Bürger. „Der verknüpfende Charakter der Kampagne öffnet meist ganz neue Kooperationsformen.“

Mit dem Antrag wird sich der Stadtrat frühestens in vier Wochen: Erst am Montag, 5. September, endet die Sommerpause des Gremiums.

Fair einkaufen: Moosburgs "Eine Welt Laden"

Wer fairen Handel unterstützen möchte, hat dazu in Moosburg im „Eine Welt Laden“ die Möglichkeit. Das Geschäft, das erst kürzlich in einen neuen Laden umgezogen ist (Adresse: Auf dem Plan 8), öffnet immer donnerstags und freitags von 9 bis 12 und 14 bis 18 Uhr sowie samstags von 8 bis 12 Uhr. Der Arbeitskreis Eine Welt Moosburg e.V. besteht seit 1992.

Rubriklistenbild: © Montage: Forster

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