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Staatssekretär Bernd Sibler sprang als Festredner kurzfristig für die verhinderte Ilse Aigner ein.

In der Schäfflerhalle

CSU-Empfang in Moosburg: „Müssen AfD stellen und bekämpfen“

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„Ich bin nicht Ilse Aigner!“ Das war aber nur eine Botschaft, die Staatssekretär Bernd Sibler zum Neujahrsempfang der Moosburger CSU mitgebracht hatte. Eine andere: „Franz Josef Strauß hätte natürlich nicht AfD gewählt!“

Moosburg – Die Koalitionsverhandlungen in Berlin haben der CSU in Moosburg „einen Strich durch die Rechnung gemacht“, sagte der Ortsvorsitzende Florian Bichlmeier. Wirtschaftministerin und stellvertretende Ministerpräsidentin Ilse Aigner hatte nämlich am Tag vor dem Neujahrsempfang in der Schäfflerhalle, bei dem sie als Festrednerin vorgesehen war, kurzfristig absagen müssen. Sie vertrat am Mittwoch Horst Seehofer in Berlin. Statt Wirtschaft gab’s Kultur: Bernd Sibler, Staatssekretär im Kultusministerium, war in die Dreirosenstadt geeilt, um für Aigner einzuspringen. Die, so Sibler bescheiden, sei „15 Zentimeter größer und 1000 Mal schöner als ich“.

Nachdem Bichlmeier auf eine Regeneration der CDU und auf die Einsicht der Kanzlerin gehofft hatte, dass es ein „Weiter so in der Beliebigkeit ihrer Standpunkte“ nicht geben dürfe, trat Sibler ans Rednerpult. Er müsse besonders aufpassen, was er sage, betonte Sibler, schließlich sei die Frau von Moosburgs Polizeichef Christian Bidinger eine Mitarbeiterin in seinem Münchner Büro.

Die Reihen waren gut gefüllt beim Neujahrsempfang der Moosburger CSU in der Schäfflerhalle.

Dass sich die FDP, so der Einstieg in die politischen Themen, bei den Jamaika-Verhandlungen „billig vom Acker gemacht“ habe, mache ihn immer noch „unglaublich sauer“. Und: „Das dürfen wir der FDP nicht durchgehen lassen.“

Siebler: „Uns braucht niemand zu erklären, was das C in CSU heißt“

Breiten Raum in der Rede des Niederbayern nahm die Flüchtlingspolitik ein: Integration sei schon eine Frage der Zahl, eine Million Asylbewerber, wie sie 2015 nach Deutschland gekommen seien, wären „einfach zu viel“ gewesen. Trotzdem: Was Bayern für die Flüchtlinge getan habe, sei anerkennenswert. „Uns braucht niemand zu erklären, was das C in CSU heißt“, betonte Sibler. Freilich: Der Erfolg der AfD sei auf diese Situation 2015 zurückzuführen. Denn, so der Staatssekretär mit Blick auf Facebook & Co.: „Einen Krampf glauben die Leute besonders gern.“

Und dann ging es noch um den designierten neuen Ministerpräsidenten. Sibler erinnerte an „die begeisternde Rede vom Markus in Kloster Banz“, die bewiesen habe, dass Söder das Format für einen echten Landesvater habe. Sibler versprach: „Markus Söder wird im Wahlkampf mit Begeisterung und Feuer durch dieses Land pflügen!“ Für all das gab es Lob vom Ortsvorsitzenden Bichlmeier: „Es war wunderbar.“

Herrmann: „AfD ist näher an NPD als an CSU“

Landrat Josef Hauner betonte, Moosburg sei wichtig, der Neujahrsempfang der CSU eine gute Tradition. Und auch Hauner hatte die Landtagswahl 2018 im Blick: Florian Herrmann solle man wählen, der sei alles andere als ein Hinterbänkler. Herrmann selbst hatte dann das Schlusswort des Abends. Die CSU sei es, die sich um die Anliegen der Menschen kümmere. Und: „Wir müssen die AfD stellen und bekämpfen“, die sei nämlich viel näher an der NPD als an der CSU.

Eine These hatten Sibler, Hauner und Herrmann gemeinsam: „Unser Bayernland“, so Hauner, stehe gut da. Und laut Sibler könne man nach Jahrzehnten mit einer CSU-Regierung getrost sagen: „In Bayern haben wir mehr richtig als falsch gemacht.“

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