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Die Freien Wähler blicken optimistisch auf die Wahl: (v. l.) Landtagsabgeordneter Benno Zierer und Maria Scharlach, Zweitstimmen-Kandidatin für das Maximilianeum, sowie die Bezirksräte Marianne Heigl und Rainer Schneider. 

Freie Wähler

„Die CSU in ihrer Blödheit“: Zierer schießt im Wahlkampf gegen Regierung

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„Wir sind die Kümmerer, die Ideengeber, die Antreiber“. Das sagt Benno Zierer, der Landtagsabgeordnete der Freien Wähler über die Freien Wähler. Über Ministerpräsident Söder sagt er etwas anderes: „Faschingsprinz aus Franken“ nennt er ihn. Wahlkampfauftakt eben.

Moosburg – Sie liegen derzeit bei acht Prozent, wollen aber bis zum 14. Oktober noch zweistellig werden: Bei ihrem offiziellen Wahlkampfauftakt am Dienstagabend im Rosenhof Moosburg haben die Freien Wähler aus dem Wahlkreis Freising ihr Ziel formuliert und ihre Erfolge aufgezählt. Maria Scharlach, Zweitstimmenkandidatin für den Landtag, blickte zurück: 2003 habe sie sich als Erststimmenkandidatin für den Landtag beworben (damals ohne Erfolg), 2008 habe Manfred Pointner, 2013 dann Benno Zierer den Einzug ins Maximilianeum geschafft. Und schon damals, 2003, habe sie sich dafür eingesetzt, die Kommunen zu stärken. Und genau das sei auch ihr Thema 2018.

Nachdem Rainer Schneider und Marianne Heigl um die Gunst der Wähler geworben hatten, damit sie ihre Sitze im Bezirkstag wieder einnehmen dürften, trat Landtagsdirektkandidat Benno Zierer an das Rednerpult. Die vier Kandidaten der FW für den 14. Oktober hätten Kommunalpolitik gelernt. Zusammen komme man auf „fast 100 Jahre kommunalpolitische Erfahrung“.

Eine Koalition mit der CSU gibt es nur ohne Dritte Startbahn

Thema Nummer eins: die dritte Startbahn. Die sei immer noch nicht „abgeräumt“, weil die CSU partout nicht einsehe, dass man sie nicht brauche, und dass die Belastungen für das Umland nicht tragbar wären. Und auch, weil sich CSU-Mann und Staatsminister Florian Herrmann „im Landtag noch nie klar gegen die Startbahn geäußert“ habe. Zierer stellte klar: Eine Koalition zwischen CSU und FW werde es nur geben, wenn die dritte Startbahn begraben werde. „Da gibt es für die Freien Wähler nichts zu verhandeln, betonte Zierer, der in den vergangenen fünf Jahren rund 50 Anträge gestellt und rund 50 Mal am Rednerpult im Plenum gestanden habe.

„Wir haben in der Opposition sicherlich am meisten erreicht“, bilanzierte Zierer die Arbeit seiner Fraktion im Maximilianeum: Studiengebühren abgeschafft, das G 8 abgeschafft und das G 9 wieder eingeführt, die Straßenausbaubeitragssatzung gekippt – alles Erfolge der FW. Wichtig: „Wir wollen die Bildungspartei bleiben.“ Zierer verwies auf das, „was Spaenle & Co. in den vergangenen 30 Jahren verbrochen haben“. Ein wesentliches Ziel der FW: ein kostenfreier Kindergarten, denn schon da müsse die Bildung beginnen. Das sei sinnvoller als das Familiengeld, das „die CSU in ihrer Blödheit“ eingeführt habe.

Bei der Energiewende sieht Zierer die CSU in „Schockstarre“

Harsche Kritik äußerte Benno Zierer auch an der von der CSU verschlafenen Energiewende („Die 10-H-Regelung ist ein Verbrechen am Land“) und an der verfehlten Asylpolitik in Bayern, Deutschland und Europa. Es sei „beschämend, wie eine große Fraktion wie die CSU in Schockstarre verharrt“.

Nach fünf Jahren, in denen Anträge der Opposition von vornherein stets abgelehnt worden seien, wünschte sich Zierer für die kommenden fünf Jahre mehr Miteinander. „Ich will nicht streiten.“

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