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Das Schützenheim in Aich ist bald bundesligareif

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Von: Nico Bauer

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500 000 Euro hat der Verein für den Anbau zur Verfügung. 
500 000 Euro hat der Verein für den Anbau zur Verfügung.  © Bauer

Viele Baustellen stehen gerade still. Anders in Aich: Was die Schützengesellschaft da gerade auf die Beine stellt, lässt andere vor Neid erblassen.

Aich – Wegen Rohstoffmangels und Inflation ruht derzeit so manche Baustelle, nicht aber die in Aich: Mit jeder Menge Eigenarbeit errichtet dort die Schützengesellschaft derzeit den Anbau an das bestehende Vereinsheim, um dann neben Eichenlaub Appersdorf-Gerlhausen die modernste Schießanlage im Landkreis zu betreiben. Wenn sie im Laufe dieses Jahres in Betrieb genommen wird, dann könnte man rein von den Räumlichkeiten her auch in der Bundesliga schießen. Als die SG Aich in die Oberbayernliga aufgestiegen war, spürte man die räumliche Grenze. Für Heimkämpfe musste man sich bei Nachbarvereinen einmieten, um die Duelle Eins gegen Eins schießen zu können. Künftig ist das problemlos möglich, wenn man 16 vollelektronische Stände im eigenen Anbau nutzen kann. Der Schießbereich kann durch eine Glaswand vom Schützenheim mit der Gastronomie abgetrennt werden. Wird die Glaswand entfernt, bietet die Erweiterung Platz für eine größere Zuschauerkulisse. Sportlich wird es das Haus der unbegrenzten Möglichkeiten.

Die Mitglieder investieren viel Eigenleistung – so wie hier Tobias Holzner, der Malerarbeiten übernimmt.
Die Mitglieder investieren viel Eigenleistung – so wie hier Tobias Holzner, der Malerarbeiten übernimmt. © Bauer

Drei Wochen vor dem Zeitplan

Eigentlich ist es das jetzt schon auf der Baustelle. „Wir haben für fast jedes Gewerk einen Fachmann im Verein“, sagt der Vorsitzende Florian Tristl. An manchen Samstagen steht er selbst in der 430 Quadratmeter umfassenden Halle und staunt, wie bis zu vier verschiedene Trupps in unterschiedlichen Ecken am Dach arbeiten, Kabel verlegen oder die hohen Wände streichen. Tristl muss nicht betteln, weil der Verein mit Herzblut an seinem Schmuckkästchen arbeitet. Und er kann den Satz aussprechen, der anderen Bauleitern Tränen in die Augen treibt: „Wir liegen drei Wochen vor dem Zeitplan.“

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Priorität bei den Arbeiten hat definitiv der Sport, damit die SG Aich, dessen Luftgewehrmannschaft hinter Kranzberg die Nummer zwei im Landkreis ist, alle Möglichkeiten für Training und Wettkämpfe hat. Nach der Fertigstellung der Schießstände möchte Florian Tristl auch im Frühling zeitnah die Außenanlagen angehen, weil der neue Eingang wichtig für die Barrierefreiheit des Hauses ist. Das Schützenheim in Aich ist schließlich neben dem Vereinsheim auch Veranstaltungsort für Versammlungen.

Klar ist aber auch, dass steigende Materialpreise und Inflation selbst an der perfekten Baustelle von Aich nicht spurlos vorübergehen. 500 000 Euro hat der Verein für den Anbau zur Verfügung, wobei man von der Stadt Moosburg 134 000 Euro Zuschuss und vom Bayerischen Sportschützen-Bund 165 000 Euro erhält. Die SG Aich leistet deshalb reichlich Eigenarbeit und dazu rechnet Tristl, dass man die Maßnahme in 15 Jahren abbezahlt hat.

Für fast jedes Gewerk hat die SG Aich die passende Fachkraft in den eigenen Reihen.
Für fast jedes Gewerk hat die SG Aich die passende Fachkraft in den eigenen Reihen. © Bauer

Der Luxus wird auf später verschoben

Sein Weg der wirtschaftlichen Vernunft ist es, manchen Luxus auf später zu verschieben. Ein Beamer für ein multimediales Erlebnis der Zuschauer oder ein Fernseher über den Schießständen mit der Trefferanzeige könnten verschoben werden. Auf der Baustelle werden alle Leitungen so gelegt, dass die technischen Lösungen wie auf der Olympia-Schießanlage Hochbrück jederzeit nachgerüstet werden können. Auch auf dem Dach des Anbaus verzichtet man derzeit auf eine Erweiterung der Photovoltaikanlage. Grundsätzlich möchte Florian Tristl die Stromgewinnung gerne erweitern, nur ist das derzeit bei der Gegenüberstellung von Kosten und Erträgen nicht wirtschaftlich möglich.

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