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Muss die ursprüngliche Bebauung um die Anton-Nagel- und Merianstraße vor einer Veränderung geschützt werden? Oder gehören Mehrfamilienhäuser zum Wandel im Viertel dazu? Darum ging es jetzt im Bauausschuss

Rund um Moosburgs Anton-Nagel-Straße

Debatte um Neubauten in Siedlung: "Charme längst verflogen"

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Moosburg - Einst wurde es das "Villenviertel" genannt: Das Wohngebiet hinter dem Pennymarkt. Weil dort seit Jahren immer größere Mehrfamilienhäuser entstehen, sehen einige Anwohner und Stadträte die Struktur des Quartiers in Gefahr. Ein neues Bauvorhaben mit zehn Wohneinheiten löste jetzt eine Grundsatzdebatte aus.

Einfamilienhäuser mit großzügigen Gärten, ab und an auch mal eine Villa: So sah es an der Anton-Nagel-, der Merian- und den jeweiligen Querstraßen vor einigen Jahrzehnten aus. Doch seither hat sich zwischen Westerberg und Penny-Markt viel getan: Immer öfter werden die Häuser, die teilweise noch aus den 1920er Jahren stammen, abgerissen. An ihrer Stelle, oder auf den letzten freien Wiesen, sprießen Mehrfamilienhäuser aus dem Boden. Eine Entwicklung, die einigen Moosburgern Sorge bereitet.

Weil nun erneut ein Mehrfamilienhaus mit zehn Wohneinheiten an der Anton-Nagel-Straße beantragt wird, kam es im Moosburger Bauausschuss zur Grundsatzdebatte. UMB-Stadtrat Alfred Wagner, selbst Anwohner des Viertels, warnte vor Fehlern in der Stadtentwicklung. „Diese Bebauung passt nicht zu dem Wohngebiet“, sagte er und hatte zahlreiche Unterstützerunterschriften von Nachbarn im Gepäck. Wagner: „Das wird ein riesiger Baukörper von 12 mal 26 Metern. Vernünftiges Nachverdichten sieht anders aus.“ Er beantrage deshalb, dass die Stadt einen Bebauungsplan für das Quartier erstelle, um so die weitere Entwicklung des Gebiets zu steuern. Schließlich sei zu erwarten, dass in naher Zukunft zahlreiche Grundstücke neu bebaut werden dürften, weil die Eigentümer entweder schon im hohen Alter seien oder Häuser bereits leerstünden.

"Geht nicht um Gewinnstreben eines Bauträgers"

Auch Gerhard Beubl (SPD) war dieser Meinung – und ging sogar noch einen Schritt weiter: „Wir sollten eine Gesamtschau für die ganze Stadt machen und in einzelnen Quartieren entscheiden, wie wir nachverdichten wollen.“ Evelin Altenbeck (Grüne) erinnerte daran, „dass es sich hier um ein besonderes Viertel handelt und wir da eine Verantwortung haben“. Altenbeck: „Es geht um die Leute in der Umgebung – und nicht ums maximale Gewinnstreben eines Bauträgers.“

Karin Linz (CSU) sah das Ganze etwas anders: Sie sei zwar schon vor Jahren gegen größere Wohnanlagen gewesen, „aber jetzt kann man einfach zustimmen, weil das Viertel seinen Charme längst verloren hat“. Im Nachhinein würden die neuen Bauten gar nicht mehr auffallen. „Wenn man da spazieren geht, sieht’s so aus, als wären die Häuser schon immer da.“ Auch Josef Dollinger (FW) plädierte fürs Nachverdichten. „Wir müssen den Einwohnerzuwachs irgendwo auffangen – und zwar nicht in der Fläche.“ Ein vernünftiges Haus, das ein bisschen größer sei, sehe er nicht als Bausünde an. „Für einen Bebauungsplan ist der Zug seit 15 Jahren abgefahren.“

Die Bürgermeisterin sieht "keine Beeinträchtigung"

Stadtbaumeister Florian Ernst, auf dessen Rückendeckung Alfred Wagner in Sachen Bestandsschutz gehofft hatte, musste diesen enttäuschen: „Da stehen Gebäude aus den 20er Jahren, da gibt es Siedlungshausstruktur, wilde Struktur, Mehrfamilienwohnungsbau – es ist also ein Mix von Bauten vorhanden.“ Bürgermeisterin Anita Meinelt, die von Anfang an keinen Hehl daraus gemacht hatte, dass sie den Bauantrag unterstütze, sagte: „Erstens ist es schwierig, einen Bebauungsplan zu erstellen, wenn das meiste schon bebaut ist. Und zweitens sind die Kosten auch nicht zu unterschätzen. Unsere Finanzlage ist nämlich alles anderes als rosig.“ Sie jedenfalls sehe keine Beeinträchtigung durch den neuen Baukörper.

Das sah auch eine knappe Mehrheit des Bauausschusses so – mit 6:5 Stimmen wurde das gemeindliche Einvernehmen erteilt. Zuvor war Wagners Antrag auf Bebauungsplan mit 6:4 abgelehnt worden (Michael Stanglmaier, Grüne, kam erst später dazu).

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