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Ladenbesitzer diskutieren mit Marketing-Genossenschaft

Moosburgs Geschäftsleute sind sich uneins: Debatte um einheitliche Öffnungszeiten

Seit Langem werden für Moosburgs Läden einheitliche Öffnungszeiten gefordert. Nun flammte die Debatte neu auf - und es gibt neue Ideen zur Innenstadt-Belebung.

Moosburg – Einheitliche Ladenöffnungszeiten? Fehlanzeige. Der „lange Samstag“ ist in Bayern zwar bereits seit über 30 Jahren eingeführt: Die Moosburger Ladeninhaber nutzen den Wettbewerbsvorteil allerdings nur zögerlich. Das müsse anders werden, wurde bei der Gesprächsrunde deutlich, zu der die Moosburg Marketing Genossenschaft in der vergangenen Woche in die Stadthalle geladen hatte. „Einheitliche Öffnungszeiten müssen her“, so der Tenor.

Dass es am Samstagnachmittag bei ihm richtig „fetzt“, stellte Augenoptikermeister Robert Fetzer mit einem leichten Zynismus fest. Dass das ironisch gemeint war, war natürlich klar. Auch wenn er sein Ladengeschäft am Stadtplatz in der Vergangenheit über einen längeren Zeitraum bis 16 Uhr für seine Kunden offen gehalten habe, so seien um diese Zeit einfach nicht mehr viele Innenstadtbesucher unterwegs gewesen. Inzwischen schließe er sein Geschäft samstags wieder um 13 Uhr. 

Jedes Geschäft habe am Samstag seine eigenen Öffnungszeiten. Und das sei laut Fetzer nicht gut. „Wenn wir den Samstag beleben wollen, dann müssen wir an einem Strang ziehen.“ Auch die Mittagszeit über solle man sich auf eine Kernzeit besinnen.

„Wenn mittags eine Aushilfe da ist, klappt das nicht“

„Das ist für mich nicht einfach“, sagte Martin Neu, Inhaber von zwei Modegeschäften in Moosburg. Die komplette Fachberatung die ganzen Öffnungszeiten hinweg zu bieten, das sei für ihn nicht problemlos möglich. „Die Kundschaft hat ein Anrecht, kompetent beraten zu werden“, meinte er. „Wenn mittags eine Aushilfe da ist, klappt das nicht.“ 2. Bürgermeister Georg Hadersdorfer (CSU) betonte, dass man „gemeinsam vernünftige Öffnungszeiten“ anbieten müsse. Ansonsten sei das Einkaufen am Samstag für die Kunden nicht attraktiv. „Da heißt‘s dann gleich, am Samstagnachmittag brauchen wir gar nicht erst rein fahren, da hat ja eh keiner auf.“ 

Das könne sie nur so bestätigen, sagte Erni Pichler vom gleichnamigen Fachgeschäft für Inneneinrichtung. „Das Durcheinander macht es dem Kunden schwer.“

Konzerte in der Altstadt als Lockmittel vorgeschlagen

Dass es auch wichtig sei, am Samstag Aktionen anzubieten, meinte Fresh-Stadträtin Julia Neumayr. Sie schlug Konzerte im Amtsgerichtsgarten in Zusammenarbeit mit dem Jazz-Club Hirsch vor. Durchaus auch schon am Freitag. Die Leute könnten dann ihr Essen mitbringen. Man könne Tische und Bänke aufstellen und die Künstler würden zusätzlich unterstützt. Natürlich sei das angesichts der Corona-Krise derzeit nur schwer umsetzbar.

Die Ladenöffnungszeiten müssten aktuell online abrufbar sein, betonte Moosburg-Marketing-Geschäftsstellenleiter Ulrich Metzmeier. „Damit müssen wir uns auseinandersetzen. Ob es uns schmeckt oder nicht.“

Maria Martin

Hinweis: In einer früheren Version dieses Artikels hieß es irrtümlich, dass Optiker Robert Fetzer sein Geschäft aktuell samstags bis 16 Uhr öffnet. Wir bedauern den Fehler.

Lesen Sie auch: Aktion „Stadtradeln“ startet in Moosburg ins Jubiläumsjahr - mit einigen Neuerungen

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