Karte des Moosburger Planetenviertels.
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Von Sternstraße bis Mondweg: Im Bereich des Moosburger Planetenviertels wollen die Grünen per Bebauungsplan die Nachverdichtung steuern. Doch andere Stadträte fürchten hohe Kosten und Hürden für Bauherren als Folge.

Bebauungsplan für Quartier gefordert

Debatte um Nachverdichtung im Moosburger Planetenviertel: Grünen-Antrag gescheitert

  • vonNico Bauer
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Moosburgs Grüne wollen Ordnung schaffen im Planetenviertel. Für ihren Antrag, einen Bebauungsplan für das Quartier aufzustellen, fand sich aber keine Mehrheit.

Moosburg – Der Vorbescheidsantrag für ein Mehrfamilienhaus in der Venusstraße war der Auslöser: Die Nachverdichtung im Moosburger Planetenviertel, dem Quartier zwischen Georg-Schweiger- und Westerbergstraße, war einigen Stadträten zu viel – und deshalb stellten die Grünen in Person von Alfred Wagner nun im Gremium den Antrag, über den Bereich einen Bebauungsplan zu legen. Bis dieser Gültigkeit erlange, solle eine Veränderungssperre Bauanträge stoppen.

Wagner führte in dem Antrag mehrere Argumente auf. Mit dem Bebauungsplan als „das richtige Werkzeug“ regle man nicht nur das Maß der Nachverdichtung, sondern könne auch die Infrastruktur im Blick behalten. Im Planetenviertel seien die Straßen eng und bereits heute stark zugeparkt.

Wagner spricht von unglücklichen Bezugsfällen in Thonstetten

Die Bauverwaltung der Stadt Moosburg sah allerdings keine Notwendigkeit für die Aufstellung eines Bebauungsplans. Bislang seien in dem Bereich nur vereinzelt Anträge gekommen, die man nach Paragraf 34 des Baugesetzbuchs mit Einzelfallgenehmigungen behandeln könne. Bauamtsleiter Herbert Held machte auch deutlich, dass ein Bebauungsplan bei 15 Hektar bebautem Gebiet für den Planer eine Herausforderung wäre, die dann mit 130.000 bis 200.000 Euro Kosten zu Buche schlagen würde.

Alfred Wagner (Grüne) will die bauliche Entwicklung im Planetenviertel steuern.

Doch Alfred Wagner blieb dabei, „dass der Bebauungsplan zur rechten Zeit das richtige Mittel ist. In Thonstetten haben wir Bezugsfälle geschaffen, über die man nicht mehr glücklich ist.“ Im Planetenviertel könne man das nun vorzeitig in geordnete Verhältnisse lenken.

Heinz warnt vor Problemen für Familien

Einen Gegenantrag legte dann Rudolf Heinz (CSU) auf den Tisch: Er unterbreitete den Vorschlag, für den Bereich erst einmal ein deutlich günstigeres Plangutachten in Auftrag zu geben. Diese Analyse zeige die Potenziale der Nachverdichtung auf und dann könne man auch punktuell reagieren. Heinz nannte als Beispiel eine Freiraumgestaltungssatzung, um unbebaute Bereiche für das Wohngebiet dauerhaft zu sichern. Außerdem bat er um Vertrauen für die Einschätzungen der Verwaltung, „denn wir haben ein sehr gutes Bauamt“. Heinz warnte überdies, dass die Aufstellung eines Bebauungsplans manchen Familien den Ausbau des Dachgeschoßes erheblich erschweren würde.

Letztlich gingen die Meinungen zum weiteren Vorgehen weit auseinander. „Der Bebauungsplan ist das Maß aller Dinge“, befürwortete Jörg Kästl (ÖDP) den Antrag der Grünen. Gerhard Beubl (SPD) dagegen bezweifelte den Bedarf, „weil dieses Gebiet nur begrenzt entwicklungsfähig ist“. Letztlicht fand sich mit 14:9 Stimmen eine Mehrheit, die von der Aufstellung eines Bebauungsplans derzeit absehen will. Mit 16:9 Stimmen wurde das von Rudolf Heinz ins Gespräch gebrachte Plangutachten in Auftrag gegeben. Wenn dieses dem Stadtrat vorliegt, geht die Diskussion um das Planetenviertel in die nächste Runde.

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