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Das Modell der geplanten Kindertagesstätte für das Moosburger Neubaugebiet „Sonnenhäuser CS“, das die Architekten und Planer mitgebracht hatten, löste eine kontroverse Diskussion aus.

Im Neubaugebiet „Sonnenhäuser CS“

„Energetisch völliger Unsinn“: Kritik an Plänen für neues Kinderhaus in Moosburg

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Das geplante Kinderhaus für Moosburgs Neubaugebiet „Sonnenhäuser CS“ erntet im Bauausschuss heftige Kritik. Doch dann melden sich die Unterstützer zu Wort.

Moosburg – Als das Baugebiet „Sonnenhäuser CS“ am nördlichen Zipfel der Moosburger Neustadt vor gut einem Jahr vorgestellt wurde, waren die Stadträte begeistert. Am Montag nun, im Bauausschuss, bekam die Euphorie allerdings einen Dämpfer. Grund: die geänderten Pläne für die Kindertagesstätte.

Die war von Anfang an Teil des Gesamtkonzepts, das im Sommer 2017 noch als „revolutionär“ gefeiert worden war: Besonderheiten wie ein eigenes E-Auto fürs Nachbar-Carsharing, 100 neue Bäume oder die Photovoltaik-Module auf jedem Dach der geplanten Siedlung kamen bei den Räten gut an. Dass mit der neuen Kita auch eine „soziale Bodennutzung“ vorgesehen sei, setzte dem Vorhaben die Krone auf – und erhielt den einstimmigen Segen zur Weiterentwicklung des Konzepts.

Ein Schwall an Kritik aus Reihen der Grünen

Doch das, was am Montag von zwei Münchner Architekten zur Tür hereingetragen wurde, ließ manche Stadträte dann aus allen Wolken fallen: das Styropor-Modell eines dreigeschoßigen Gebäuderiegels mit versetzten Baukörpern und Mauer drumherum. Nach der Vorstellung, in der die Architekten ihren Entwurf einer fünfgruppigen Kindertagesstätte samt sechs Wohneinheiten für Personal im Obergeschoß präsentierten, erging ein Schwall an Kritik auf sie nieder.

Vor allem Evelin Altenbeck (Grüne) konnte nicht fassen, was sie eben hören und sehen musste: „Das Kinderhaus war als soziale Komponente für die Siedlung gedacht. Davon kann jetzt keine Rede mehr sein, wenn Sie sechs Wohnungen draufbauen. Das ist ein ganz normaler Bauantrag.“ Außerdem: Die quaderförmigen Aufbauten des Dachgeschoßes seien aus energetischer Sicht „völliger Unsinn“. Altenbeck: „Für jede Wohnung ein Zimmer mit vier Außenwänden obendrauf, das ist doch in einer Sonnenhaus-Siedlung nicht zu vermitteln.“

Der Architekt verteidigt seine Pläne

Und schließlich noch diese 1,70-Meter-Mauer, die das Gebäude umfriede: „Die Kinder können da nicht mal rausschauen und sind total eingesperrt.“ Alles in allem lautete ihr Fazit: „Die Tinte des ursprünglichen Bauantrags ist noch nicht trocken, da soll er schon wieder derart geändert werden? Damit habe ich ein Problem.“

Architekt Rolf Berninger versuchte, auf die Kritik einzugehen: „Der Einwand mit dem energetischen Nachteil ist berechtigt“, sagte er. Aber bei der Planung habe man noch diverse andere Kriterien berücksichtigen müssen. Etwa das Ziel, Freiflächen für die Bewohner durch Dachterrassen zu ermöglichen. Berninger: „Das erhöht die Wohnqualität, weil ja der Garten dem Kindergarten zugeordnet ist.“ Und so schlecht sei die Energiebilanz des Baus gar nicht. Man wirke durch die Doppelnutzung der Flächenversiegelung entgegen und erfülle sämtliche Vorschriften der Energieeinsparungsverordnung. Für Grünen-Rat Michael Stanglmaier ein fragwürdiges Argument: „Das sollte ja wohl selbstverständlich sein.“

Josef Dollinger ist empört - Karin Linz ist angetan

Auch Josef Dollinger war empört: „Was hat dieses Ding noch mit dem ursprünglichen Plan zu tun?“ Dieser Ausführung hätte er damals nie zugestimmt, sagte der FW-Rat. „Die soziale Komponente ist weg, das ist jetzt einfach ein Objekt zum Vermarkten.“ Bürgermeisterin Anita Meinelt allerdings verstand die Aufregung nicht: „Den Planern jetzt den Schwarzen Peter zuzuschieben, ist nicht korrekt. Wir haben sie ja selbst darauf hingewiesen, dass integrierte Wohnungen noch gut wären.“ Und schließlich spreche man nicht von einer riesen Wohnanlage mit 30 Einheiten.

Im Anschluss meldeten sich doch noch weitere Unterstützer des Vorhabens zu Wort: Erwin Weber (CSU) etwa fand, dass zwar die eine oder andere Befreiung von den Festsetzungen des Bebauungsplans nötig sei, „aber das ist durchaus im Rahmen des Vorstellbaren“. 

Am Ende stimmt doch eine Mehrheit für die Kindertagesstätte

Auch Erwin Köhler (UMB) war dafür, dass man Bauherren nicht mit Vorschriften überfrachten sollte. Karin Linz (CSU) war überzeugt, „dass ein einfacher Flachbau nicht schöner ist als das“, und überhaupt: „Jeder Kindergarten hat doch heute eine Mauer drumrum. Das ist zum Schutz der Kleinen.“ Sie finde die Planung gut. 

Und so sah es auch die Mehrheit: Am Ende stimmten 7:5 Räte für den Entwurf.

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