Das stark baufällige Hudler-Hauses am Moosburger Gries
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Die Sanierung des stark baufälligen Hudler-Hauses am Moosburger Gries wird immer realistischer.

1,6-Millionen-Projekt

Erfolg für Johannes Becher: Stadt will Sanierung von Hudler-Haus bezuschussen - Räte zollen Respekt

  • Armin Forster
    VonArmin Forster
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Mit seinem Plan, das Hudler-Haus am Moosburger Gries zu sanieren, hat Grünen-MdL Johannes Becher eine Hürde genommen: Die Stadt stellt einen Zuschuss in Aussicht.

Moosburg – Das hat Seltenheitswert: Nahezu jeder Redner der politischen Konkurrenz zollte Johannes Becher am Montag im Stadtrat ausdrücklich Respekt für sein Bauvorhaben. Denn dass der Grünen-Stadtrat und Landtagsabgeordnete das Hudler-Haus am Moosburger „Gries“ vom ruinenhaften Schandfleck zum denkmalschutzgerechten Sanierungsobjekt machen will, hat im ganzen Ort für Beifall gesorgt.

Wie berichtet, plant Becher als Privatperson den Kauf und den möglichst originalgetreuen Wiederaufbau. In den Obergeschoßen möchte er künftig selbst wohnen und arbeiten, im Parterre stellt er sich eine gemischt öffentlich-private Nutzung mit Ausstellungsflächen, Co-Working-Spaces und Platz für Freiluft-Kultur im Garten vor.

Stadt verzichtet auf Vorkaufsrecht

Dass das Thema nun im Stadtrat beraten wurde, lag zum einen an der Frage, ob die Stadt auf ihr Vorkaufsrecht für das im Kern spätmittelalterliche Objekt verzichtet. Ja, lautete dazu der einstimmige Beschluss. Zum anderen ging es um die Entscheidung, ob sich die Kommune an der Bezuschussung des Vorhabens beteiligt. Für Becher ist die nämlich Voraussetzung, um das 1,6-Millionen-Euro-Projekt überhaupt stemmen zu können.

Von den Gesamtkosten muss laut Becher eine knappe Million von ihm persönlich aufgebracht werden, dazu winken rund 600.000 Euro an Fördergeldern. 100.000 von diesen habe das Landesamt für Denkmalpflege in Aussicht gestellt, weitere 500.000 würden über die Städtebauförderung winken. Diese halbe Million wiederum würden sich die Regierung (300.000 Euro) und die Stadt Moosburg (200.000 Euro) aufteilen. So lautete zumindest das Angebot, das Johannes Becher mitgebracht hatte.

Bürgermeister würde sich Fußgänger-Tunnel wünschen

Bürgermeister Josef Dollinger (FW) äußerte sich dazu wie folgt: „Ich finde es absolut richtig, wenn die Öffentlichkeit der Meinung ist, dass das Bauwerk städtebaulich so wertvoll ist, und die Denkmalbehörde sagt, dass das Einzeldenkmal unbedingt erhalten und saniert werden muss.“ Dann könne man das nicht alles dem Eigentümer aufbürden und müsse sich die Stadt „selbstverständlich“ beteiligen. In den Vorgesprächen mit Becher habe er angeregt, an der Straßenseite am „Gries“ eine barrierefreie Fußgänger-Passage ins Gebäude zu integrieren. Das sei auch vom Behindertenbeauftragten des Landkreises begrüßt worden. Der Bürgermeister betonte jedoch, er werde dem Vorhaben auch dann zustimmen, sollte es mit der Passage nichts werden.

Johannes Becher hatte während des Tagesordnungspunkts wegen Befangenheit demonstrativ den Sitzplatz gewechselt und auch nicht mitgestimmt. Er bedankte sich für die positiven Vorberatungen mit der Stadt, schloss einen Fußgängertunnel im Hudler-Haus allerdings aus: „Die Idee ist aus Sicht des Landesamts für Denkmalpflege nicht genehmigungsfähig.“ Sein Ziel sei es nun, dass wieder ein Gebäude entstehe, „wo die Moosburger sagen: Ja, das hat sich rentiert, dass da öffentliche Gelder in die Hand genommen wurden“. Das Haus sei „Stadtgeschichte pur“, und wenn es irgendwann ohne Baugerüst und mit strahlender Fassade dastehe, „ist das sicher eine Aufwertung für den gesamten Platz“. Das sah schließlich auch der übrige Stadtrat so – und stimmte mit 18:0 für den Zuschuss.

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