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Dampfnudeln mal anders: Anja Auer vertritt die Auffassung, dass „frau“ eigentlich alles auf dem Grill geben und machen kann, was auch in der Küche gelingt.

Anja Auer ist „Die Frau am Grill“

Erfolgreiche Moosburger YouTuberin: Sie grillt - und 1800 Leute schauen zu

Mit ihrem Kanal „Die Frau am Grill“ hat es Anja Auer aus Moosburg bei YouTube zu einigem Erfolg gebracht. Das FT wollte wissen, wie das alles kam und wie es sich anfühlt, plötzlich ein kleiner Star im Netz zu sein.

Über 1800 Abonnenten verfolgen alles mit Argusaugen, was die 35-jährige Anja Auer auf den Rost wirft - während ihr Freund Matthias Würfl (41) mitfilmt. Im Interview mit dem FT erzählt die Moosburgerin, wie sie mit ihrem Kanal „Die Frau am Grill“ zur erfolgreichen YouTuberin wurde:

-Sie sind also die Grillkönigin von Moosburg. Bekommen Sie davon im Alltag etwas mit?

Ja, da steht man schon plötzlich in der Öffentlichkeit. Bei YouTube kann man sich ja selber zum Prominenten machen. Beim Einkaufen oder so merke ich davon aber noch nichts. Manchmal denke ich mir schon: Erkennen die mich? Aber direkt angesprochen darauf hat man mit noch nicht.

-Also auch keine negativen Erfahrungen?

Eigentlich nicht. Außer dass es halt auch „Hater“ gibt, die einem extra einen Daumen nach unten geben oder mich als Frau kritisieren. Dass ich lieber Bier holen gehen soll. Der Titel „Die Frau am Grill“, der provoziert natürlich auch. Ich dachte, die Emanzipation ist schon so weit vorgedrungen. Die Mehrheit findet es jedenfalls gut.

-Wie sind Sie überhaupt auf die Idee gekommen, was sind Sie denn von Beruf?

Ich bin Fitnesstrainerin und gebe Pilatesstunden. Hier zu Hause an der Stellwerkstraße im Dachgeschoß. Aber ich koche und grille auch gern. Da kam mir der Gedanke: Wir könnten die Leute doch daran teilhaben lassen. Als Trainerin ist mir eine vernünftige Ernährung wichtig. Ich lege Wert darauf, dass man alles isst. Aber halt in Maßen. So hat es angefangen. Erst auf meiner Fitnessseite. Ich glaube mit Zucchinicups im Speckmantel.

-Wo kommen die Ideen her? Gibt es Rezepte für das, was sie Ihrer Fangemeinde präsentieren?

Vieles stammt von daheim: von der Oma. Ich komme ursprünglich ja aus der Oberpfalz. Schriftlich gibt es da nichts. Das habe ich alles mit meiner Tante zusammengetragen. Aber mein Freund Matthias bringt auch viel ein.

Angefangen hat alles vor einem Jahr

-Seit wann sind Sie auf YouTube aktiv?

Angefangen hat es etwa vor einem Jahr, da haben wir uns einen Gasgrill gekauft. Ich bin eine passionierte Camperin. Das gefällt mir, das ist so abenteuerlich. Plötzlich haben wir so viel gegrillt. So hat alles seinen Lauf genommen.

-Benötigen Sie viel Equipment für Ihre Aufzeichnungen?

Wir haben ein kleines Set. Ein paar Lampen, ein Stativ. Los geht es in der Küche, bei den den Vorbereitungen. Da zeige ich alle Zutaten. Gegrillt werden die Sachen dann auf dem Balkon.

-Gibt es für die Aufnahmen ein Script? Und kostet es Sie Überwindung, das alles zu kommentieren?

Ja, ich schreibe das Rezept auf. Dann überlege ich mir ein kurzes Storyboard, greife vielleicht ein Thema auf, das grad passend ist. Zum Beispiel im Sommer die Hollerzeit. Da habe ich Hollerkücherl gemacht und einen kleinen Schwank dazu erzählt. Ich bin auch Fischerin, da lasse ich dann ebenfalls immer so eine Geschichte mit einfließen.

-Wie oft wird gedreht? Verdienen Sie schon Geld mit den Videos?

Ich mache das etwa drei mal pro Wochenende. Ich habe da keine Werbung geschalten, es gibt keine Einnahmen, ich betrachte das als Hobby. Mir ist wichtig, dass ich das mit anderen teilen kann, dass ich mir die Zutaten aussuche und etwas daraus machen kann. Wenn ich ein Feedback bekomme und anderen damit eine Freude bereiten kann, reicht mir das.

Interview: Alexander Fischer

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