Moosburgs Bürgermeister Josef Dollinger mit Mitarbeiterin Lisa Schwarzkugler in der Kfz-Zulassungsstelle
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Ein enormes Pensum bewältigt derzeit die Moosburger Kfz-Zulassungsstelle. Weil Kunden immer wieder ihren Frust wegen Termin-Wartezeiten an Mitarbeitern wie Lisa Schwarzkugler auslassen, nimmt Bürgermeister Josef Dollinger sie nun in Schutz. AFO

Erhöhtes Aufkommen

Moosburgs Kfz-Zulassungsstelle bittet Bürger um Geduld und Verständnis

Trotz erhöhtem Einsatz bekommen die Mitarbeiter der Kfz-Zulassungsstelle Moosburg immer wieder den Frust der Kunden ab. Der Bürgermeister nimmt sie nun in Schutz.

Moosburg – Die vier Mitarbeiterinnen der Moosburger Kfz-Zulassungsstelle sind in Zeiten der Corona-Krise nicht um ihren Job zu beneiden: Neben einigen Umständen durch Hygieneauflagen muss das Team seit Wochen ein enormes Zusatzpensum an Arbeit bewältigen – was, so wurde am Dienstag in einem Pressegespräch deutlich, auch noch dafür sorgt, dass viele Kunden bei den städtischen Angestellten regelmäßig Frust ablassen. Bürgermeister Josef Dollinger hatte den Termin daher anberaumt, um sich öffentlichkeitswirksam schützend vor seine Belegschaft zu stellen: „Wir bitten die Bürger um Geduld und Verständnis, dass wir nicht alles sofort abarbeiten können“, so der Ortschef.

Weil das Zimmer der Zulassungsstelle im Erdgeschoß des Rathauses beengt ist, musste sich in Zeiten von Corona einiges ändern: Die Mitarbeiterinnen wurden in zwei Teams aufgeteilt und räumlich voneinander getrennt. Und wo früher schon mal ein halbes Dutzend Kunden in dem schmalen Vorraum angestanden hatten, darf sich nun nur noch aufhalten, wer vorab einen Termin vereinbart hat. Das alles geschieht zum Schutz der Angestellten und der Bürger.

Unwahre Unterstellungen aus dem Kreistag

Dass sich während des Lockdowns die Zulassungsanträge gestapelt hätten, weil nur noch systemrelevante Vorgänge abgearbeitet werden konnten, sei nicht nur im Landkreis Freising ein Problem gewesen, betonte Dollinger. Anders als in der Behörde im Landratsamt sei der Rückstau in Moosburg aber nicht so schlimm gewesen. Das liege unter anderem daran, dass in der letzten Zeit Termine manchmal außerhalb der üblichen Öffnungszeiten oder schon mal in die Mittagspause gelegt worden seien, erklärte Lisa Schwarzkugler von der Zulassungsstelle. Es stimme im Übrigen nicht, so Josef Dollinger, dass in Moosburg keine „auswärtigen“ Fälle mehr bearbeitet würden, wie ihm kürzlich ein Kreistagskollege unterstellt habe. Zum Beleg wurde eine Tabelle vorgelegt, die auflistete, dass etwa im Juni 800 statt wie im Vorjahr 578 Zulassungen für Fahrzeuge von Nicht-Moosburgern abgearbeitet worden seien. „Wir haben für den Landkreis deutlich mehr gemacht als 2019“, so Dollinger. „Und das unter Corona-Bedingungen.“ Dass man sein Auto auch in Moosburg statt im überlasteten Freising zulassen könne, habe sich irgendwann nämlich auch in Orten wie Hallbergmoos oder Neufahrn herumgesprochen, berichtete Schwarzkugler. Dieser Umstand sei übrigens deutschlandweit einzigartig: In keinem anderen Landkreis gebe es noch eine Zulassungsstelle in einem zweiten Ort, so war am Dienstag zu erfahren.

Verbale Attacken gegen Mitarbeiterinnen

Wie der Rathauschef außerdem schilderte, würden seine Mitarbeiterinnen von frustrierten Kunden immer wieder verbal angegangen. „Manche sind richtig unverschämt und ungehalten.“ Das Personal werde auch immer wieder mit Grundsatzdiskussionen aufgehalten, wie Lisa Schwarzkugler sagte: „Wir haben Leute da, die sagen: Es gibt kein Corona.“

Die Terminregelung lasse sich bis auf Weiteres nicht vermeiden, lautete die Auskunft von Josef Dollinger. „Das Ziel ist einfach, dass sich keine Menschenansammlungen bilden.“ Grundsätzlich würden Moosburger Anträge bei der zeitnahen Terminvergabe bevorzugt. Landkreisbürger von außerhalb der Stadt erhielten laut Schwarzkugler dann einen Termin, wenn ein anderer frei werde. Sie versprach: „Meine Mädels und ich geben alles.“

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