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Eine Montessori-Schule möchte ein Verein in Moosburg gründen. Doch die Regierung von Oberbayern ist mit den Plänen unzufrieden.

Genehmigung verweigert

Erneuter Rückschlag für Montessori-Schule - Gründer kritisieren Regierung

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Wieder einmal wähnten sich die Gründer der Moosburger Montessori-Schule auf der Zielgeraden – und erneut macht ihnen die Regierung einen Strich durch die Rechnung. Dort pocht man auf Voraussetzungen, die die Schulgründer jedoch für unerfüllbar halten.

Moosburg – „Man könnte meinen, es wird nach Gründen gesucht, uns abzulehnen, anstatt uns zu genehmigen.“ Thomas Becker würde wohl gerne markigere Worte wählen, um seinem Frust Luft zu verschaffen: Noch Anfang der Woche hatte er einem positiven Bescheid entgegengefiebert, nun hält er eine Absage der Regierung in Händen, wieder mal. Aber Becker weiß auch: Allzu undiplomatische Töne verhärten nur die Fronten. Und das hilft ihm bei seinem Ziel, eine Montessori-Schule im Raum Moosburg zu gründen, auch nicht weiter.

Die Geschichte der Bemühungen ist ein jahrelanges Hin und Her zwischen dem Gründungsverein und der Regierung von Oberbayern. Becker, selbst ernannter Bildungsaktivist, und seine Mitstreiter wollen zwischen Moosburg und Wang eine Alternative zum Regelschulangebot errichten. Die Genehmigungsbehörde jedoch zeigt sich mit den mehrfach überarbeiteten Plänen beharrlich unzufrieden – und verweigert bislang die Lizenz. Schon mehrfach hat die Hängepartie dafür gesorgt, dass die Schulgründer wieder ganz von vorne beginnen mussten; weil potenzielle Vermieter absprangen oder interessierte Lehrer nicht länger warten konnten. Dass das Interesse vieler Eltern an dem Modell ungebrochen ist, beweisen gut besuchte Infoabende.

Ohne Genehmigung kein Mietvertrag - und umgekehrt

Die jüngsten Unterlagen, die die Regierung für den Gründungsantrag nachgefordert hatte, wurden Anfang Juli abgegeben. Ein Gebäude auf dem ehemaligen Normstahl-Areal schien die perfekte Übergangslösung, bis mit einem Neubau in der Gemeinde Wang begonnen werden kann. Nun meldet der Montessori-Verein: „Die Regierung sieht keinen gesicherten Schulstandort.“ Das Dilemma der Aktivisten: „Gebaut werden kann aber erst dann, wenn die Grundlage dafür vorhanden ist: die Schulgenehmigung.“

Auch beim Übergangsquartier gibt es ein Problem: Denn obwohl vom künftigen Vermieter eine Bestätigung für eine langfristige Verfügbarkeit vorliege, habe die Regierung auf einem Mietvertrag bestanden, sagt Becker. „Ein solcher kann bekanntlich erst erstellt werden, wenn die Rechtsgrundlage dafür geschaffen ist: die Schulgenehmigung.“ Parallel hätten die Regierungsvertreter mündlich „Planungsunterlagen“ gefordert. Becker: „Nach unserer Abgabe müssen wir nun lesen, dass damit Baugenehmigung und Ausführungspläne gemeint sind.“

Eine Fläche kritisiert, die man sich nicht mal angesehen hat

Infrage gestellt werde laut dem Vereinsvorsitzenden auch die Eignung der vorgesehenen Flächen für den geplanten landwirtschaftlichen Schwerpunkt der Schule. Dabei habe man mehrfach zu Ortsterminen eingeladen. „Alle Beteiligten – vom Landrat über die Bau- und Naturschutzbehörde bis hin zu Bürgermeistern, Politikern und unserem Förderer – waren zu diesem Termin bereit.“ Nur die Regierung habe jeweils abgelehnt. „Nun werden jene örtlichen Verhältnisse kritisiert, die sie bei diesem Termin hätte in Augenschein nehmen können.“

Lesen Sie dazu auch: 
Regierung genehmigt pädagogisches Konzept von Moosburgs Montessori-Schule

Einer, der das Projekt der Schulgründer seit Langem unterstützt, ist Erich Irlstorfer. Der CSU-Bundestagsabgeordnete kennt Thomas Becker und dessen Pläne aus vielen Gesprächen und Treffen. Im Interview mit unserer Zeitung zeigt er sich überrascht von der Absage der Regierung: „Ich dachte, das sei auf einem guten Weg. Dass jetzt Frust bei den Initiatoren herrscht, kann ich nachvollziehen.“ Er persönlich erachte das Konzept als „positiv für die Vielfalt“, bezeichnete sich selbst allerdings auch als „bildungspolitischen Laien“. „Das Fachliche ist natürlich das Wesentliche in diesem Bereich.“

Petitionsausschuss soll Fall nun prüfen

Irlstorfer will sich nun die Argumente der Regierungsbehörde erläutern lassen und das Thema auch parteiintern besprechen: „Ich werde mich mit Florian Herrmann beraten, schließlich handelt sich um ein Landesthema.“ Für Irlstorfer steht das Ziel fest: „Die bestehenden Hindernisse müssen so schnell wie möglich aus dem Weg geräumt werden – und zwar miteinander.“

Dass er und sein Team sich auch nach dem jüngsten Rückschlag nicht vom Weg abbringen lassen, das steht für Thomas Becker fest. „Wir machen weiter.“ Er habe inzwischen den Petitionsausschuss des Landtags kontaktiert, der sich mit Eingaben und Beschwerden beschäftigt. Becker: „Der Fall wird derzeit geprüft.“ Für ihn gehe es darum, dass sein Recht gewahrt werde. „Wir sind ja keine Bittsteller. Im Artikel 7 des Grundgesetzes steht, dass jedem Bürger das Recht zur Errichtung einer privaten Schule gewährleistet wird.“

Anmerkung der Redaktion: Eine ausführliche Stellungnahme der Regierung von Oberbayern folgt.

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