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Einsatzleiter und Geschädigter zugleich: 2. Kommandant Franz Jantschy (3.v.r.) kämpfte am Dienstagabend nicht nur gegen Rauch in seinem Haus, sondern auch mit der Nervosität.

Alarm in der Moosburger Altstadt

Feuerwehrkommandant muss zu Einsatz im eigenen Haus eilen

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Ausgerechnet zum eigenen Haus musste Moosburgs 2. Feuerwehrkommandant am Dienstag ausrücken. Im Interview spricht Franz Jantschy über diesen realen Albtraum.

Moosburg – Alarm in der Altstadt: Um 17.40 geht am Dienstag bei der Moosburger Feuerwehr die Meldung über starken Rauch in einem Wohn- und Geschäftshaus am Stadtplatz ein. Sofort rückten zahlreiche Löschkräfte, Polizisten sowie der Rettungsdienst samt Notarzt aus – sind doch Brände in den historischen und eng aneinander gebauten Häusern der Altstadt besonders gefürchtet.

Während der Stadtplatz zwischen Rathaus und „Plan“ abgesperrt wird, nimmt sich die Feuerwehr der Ursache des Qualms an. Dabei kann rasch Entwarnung gegeben werden: Der Rauch stammt nicht etwa von einem Zimmerbrand, sondern aus einem verstopften Kamin. Verletzt wird bei dem Vorfall niemand. (Hier lesen Sie den ausführlichen Bericht inklusive Bilderstrecke vom Dienstagabend)

Interview mit Franz Jantschy: „Ich dachte: Oh Gott, brennt jetzt das ganze Haus?“

Auch wenn alles glimpflich verläuft – Moosburgs 2. Feuerwehrkommandant Franz Jantschy (43) wird den Einsatz wohl so schnell nicht vergessen. Denn bei dem Haus, zu dem das Großaufgebot eilt, handelt es sich um sein eigenes. Am Mittwoch, knapp 20 Stunden nach dem Zwischenfall, konnten wir mit ihm am Telefon sprechen.

-Herr Jantschy, haben Sie sich vom Schreck schon erholt?

Ja, (seufzt) passt schon wieder. Aber sowas brauch’ ich so schnell nicht mehr.

-Wann haben Sie gemerkt, dass der Alarm Ihr eigenes Haus betrifft?

Meine Eltern leben ja dort, und ich bekam einen Anruf von meiner Mutter. Sie hat mir erzählt, dass sie den Kachelofen angeheizt hätte und es jetzt nach innen in die Wohnung rauchen würde. Auch ihre Rauchmelder hatten schon gepiept.


-Und dann rückte gleich die Mannschaft aus?

Nein, wir hatten das Problem ja schon früher, das kennen viele Kachelofenbesitzer. Ich hab’ ihr gesagt, ich schau’ es mir gleich an – und bin los. Unterwegs ging aber plötzlich der Funkwecker an. Da sagte ich mir: Mama, jetzt musst’ erst mal warten, der Einsatz geht vor. Im ersten Moment dachte ich, es geht um einen anderen Fall. Als ich dann in der Meldung „Stadtplatz“ las, dachte ich: Oh Gott, brennt jetzt das ganze Haus? Also hab’ ich meine Mutter wieder angerufen. Die hatte aber keine Feuerwehr verständigt. Das war jemand anderes.

„Die Kollegen redeten mir gut zu: Mei Franze, bleib ruhig“

-Glücklicherweise wurde niemand verletzt. Ist das Gebäude nach all dem Rauch noch bewohnbar?

Der Qualm hat sich vom ersten Stock bis runter in die Räume des Juweliers, unserem Mieter, verteilt. Sogar noch in den Keller runter. Wir haben alles kräftig entlüftet, jetzt passt’s schon wieder. Es wird halt noch einige Zeit lang nach Rauch stinken.

-Waren Ihre Kameraden nervös, weil sie im Haus vom Chef bloß nichts falsch machen wollten?

(lacht) Im Gegenteil, ich war der Nervöse. Die Kollegen haben das auch gemerkt und versucht, mich zu unterstützen. Viele redeten mir gut zu: „Mei Franze, bleib ruhig, das wird alles gut.“ Ich muss an dieser Stelle allen ein großes Lob für ihren hervorragenden Einsatz aussprechen.

-Und wie geht es Ihrer Mutter?

Ganz okay. Wir wollten an dem Abend ja eigentlich mit der Familie zusammenkommen, um ihren 69. Geburtstag zu feiern. Der wurde dann etwas turbulent. Das Zusammensetzen haben wir später noch nachgeholt und sie wieder beruhigt. Also alles gut.

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