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Zu einem Großeinsatz von Rettungskräften ist es am Samstagabend an der Amper in Moosburg gekommen: Dort strandeten zwei Frauen mit ihrem Schlauchboot mitten in einer Wehranlage.

Bei Schlauchboottour 

Video: Frauen stranden in Amperwehr - dramatische Rettung in Moosburg

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Moosburg - Diese Schlauchbootfahrt ging gehörig schief: In Moosburg strandeten zwei Frauen - Mutter (51) mit Tochter (19) - mitten im Amperwehr. Feuerwehr und Wasserwacht mussten zu einem dramatischen Rettungseinsatz ausrücken.

Bei Sonnenschein und Hitze hatten sich zwei Frauen aus dem Landkreis Landshut am Samstag für eine gemütliche Schlauchbootfahrt auf der Amper entschieden. Zwei Boote, dazu noch zwei Hunde an Bord - und los ging's. Doch was als vergnügte Tour begonnen hatte, endete am frühen Abend in einem dramatischen Großeinsatz von Feuerwehr und Wasserwacht.

Es ist gegen 18.40 Uhr, als die Integrierte Rettungsleitstelle Erding in Moosburg Alarm schlägt: Feuerwehr, Wasserwacht, Polizei und BRK rücken mit zahlreichen Fahrzeugen aus, eilen Richtung Amperwehr nahe der Bahnlinie im Moosburger Südwesten. Personen sollen sich dort in Lebensgefahr befinden, lautet die erste Information.

Zu dieser Zeit entlädt sich über Moosburg gerade ein handfestes Gewitter, Sturmböen wehen kleine Äste durch die Gegend. Als die ersten Rettungskräfte an der Amper eintreffen, so berichtet es die Polizei später, finden sie eine der beiden Frauen bereits am sicheren Ufer vor - unversehrt. Die Mutter konnte sich selbst aus der Wehranlage, die zu dieser Zeit von starker Strömung umgeben ist, befreien. 

Die Tochter schafft das nicht mehr. Sie stürzt mit ihren beiden Hunden ins Wasser und rettet sich aufs Wehr. Dort harrt sie an der Wasserkante des Wehr aus. Nur einen Meter weiter rauschen die Fluten eine Staustufe hinunter und es ist so laut, dass man schreien muss, um sich zu verständigen. Über die Brücke des Wehrs gelangen die Retter zu der Stelle, unter der die Frau mit ihren Hunden festsitzt. Sie werfen ihr ein Sicherungsseil zu, dann werden die Tiere nach oben in Sicherheit gehievt, um die Rettung der Frau zu vereinfachen.

Die Wasserwacht startet derweil ihr Motorboot auf dem Fluss, zwei Mitglieder versuchen, sich dem Wehr vorsichtig zu nähern. Doch die Strömung ist einfach zu gewaltig. Sie schaffen es nicht zu der Frau, ohne sich selbst in Lebensgefahr zu begeben - und müssen in einem geschlossenen Wehrabschnitt parken.

Fotos: Rettungseinsatz am Moosburger Amperwehr

Währenddessen bringt die Feuerwehr eine Leiter in Position, an der ein angegurteter Feuerwehrmann zu der Frau hinabsteigt. Bange Minuten vergehen, während der jungen Frau ebenfalls ein Gurt angelegt wird. Schließlich kann sie aus eigener Kraft die Leiter nach oben klettern - und wird dort von rund zwei Dutzend Helfern empfangen.

Die Frau ist in Sicherheit - doch noch liegt das Motorboot mit der Besatzung der Wasserwacht in der Wehr-Bucht. Die Einsatzkräfte auf der Brücke packen noch einmal alle gemeinsam an - und ziehen ihre Kameraden und den schweren Motor sowie das Boot an Land.

Während die beiden geretteten Frauen im Rettungswagen betreut werden, räumen die insgesamt 30 Helfer wieder ihr Equipment zusammen. Noch immer regnet es in Strömen, mancher Retter ist von Kopf bis Fuß durchnässt. Doch fast alle haben ein zufriedenes Lächeln auf den Lippen: Der Einsatz ist geglückt - und alle Beteiligten sind heil geblieben.

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