Das Bild zeigt Uwe Kirst, Walentina Dahme (Landesvorstand der MU), Kim Kolb, Saskia und Martino Lopez sowie MdB Erich Irlstorfer.
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Unternehmern den Rücken stärken: Uwe Kirst, Walentina Dahme (Landesvorstand der MU), Kim Kolb, Saskia und Martino Lopez sowie MdB Erich Irlstorfer (v. l.).

„Frei entscheiden und sich verwirklichen“

Mittelstandsunion: Gründerpapst Uwe Kirst bricht in Moosburg eine Lanze für das Unternehmertum

  • Andreas Beschorner
    VonAndreas Beschorner
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Uwe Kirst von der Mittelstandsunion Freising hielt ein Plädoyer für das Unternehmertum. Man sollte sich trauen, eine Firma zu gründen. Das stärke die Demokratie.

Moosburg - Den Unternehmern den Rücken zu stärken, ihnen zu helfen, das sei die Aufgabe der MU, so Kirst zur Einführung in den Abend, bei dem junge Unternehmer und Firmengründer von sich und ihrem Projekt berichteten. Kirst, der Kritik an den Weltraum-Unternehmungen eines Elon Musk und Jeff Bezos nicht verstand („Geht’s noch? Bitte erst das Hirn einschalten“), stellte auch klar, dass Firmengründungen wichtig für die Demokratie seien. Denn: Wer sei es denn, der in Kommunalparlamenten mal „das Maul aufreißt“, sich gegen den Mainstream stelle und eben nicht still sei? Genau: die Unternehmer.

Die Zahlen

Dass Start-up-Unternehmen, bei denen Investoren dann mit viel Geld einsteigen, danach dann die Gründer nichts mehr zu melden hätten und Angestellte seien, machte Kirst an einer Zahl deutlich: Von 2349 privaten Unternehmensgründungen nach dem Start-up-Modell im Jahr 2019 in Deutschland seien nur 201 in den Händen der Gründenden geblieben – also 8,56 Prozent. Und deshalb sei das TV-Format „Die Höhle des Löwen“ in seinen Augen „der größte Dreck, den ich je gesehen habe“.

Erfolgsbeispiel

Erfolgreiche Gründer sind beispielsweise Saskia und Martino Lopez, die das „Buon Gusto“ in Moosburg aus der Taufe gehoben und sich damit ihren Traum erfüllt haben, wie Saskia Lopez sagte. Und auch wenn es – gerade in Corona-Zeiten – „schwierig bleibt“, wie Martino Lopez erzählte, sei man mit der Entscheidung glücklich. Das Geschwisterpaar, das aus einer Gastronomie-Familie stammt, schätze die Selbstständigkeit, die Möglichkeit, „frei zu entscheiden und sich verwirklichen zu können“.

Großes Interesse herrschte am Dienstagabend am Forum Mittelstandsunion im Gasthof Drei Tannen in Moosburg.

Und da war Kim Kolb, die sich nach Jahren als Mitarbeiterin in einer sozialen Organisation mit „Sichtwechsel“ in Freising als Freiberuflerin selbstständig gemacht hatte. Den Grund für diesen Schritt beschrieb Kolb so: „Ich wusste, ich kann mehr und ich will mehr.“ Flexibler auf die Menschen und ihre Traumata zu reagieren, das sei es, was sie als Selbstständige begeistere. Auf Nachfrage bestätigte Kolb, dass auch sie einen Businessplan aufgestellt habe – einen Businessplan, „den Sie für sich brauchen, damit Sie wissen, ob es Mist ist, was Sie machen“, wie Kirst betonte. Und noch ein Ratschlag von Kirst: „Mut und Vision sind gut und wichtig. Aber Sie dürfen nicht abheben.“

Der Sichtwechsel

Der Appell

Manuel Mück, Vize-Bürgermeister in Allershausen und Unternehmer, wünschte sich eine bessere Vernetzung der Mittelständler untereinander, setzte da große Hoffnungen auf die MU und das Mittelstandsunion-Forum. Und auch MdB Erich Irlstorfer, der Schirmherr des „Forums Mittelstandsunion“, fand dieses neu ins Leben gerufenen Forum eine wichtige Sache, schließlich brauche man für den Plan, wie man dieses Land nach der Corona-Pandemie weiterentwickeln wolle, den Dialog mit den Unternehmern.

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