Ein Baum wird mit einer Kettensäge umgeschnitten.
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Bäume fällen, wenn der Besitzer es möchte: An diesem Recht wollen die Freien Wähler festhalten. (Symbolbild)

Reaktion auf Antrag an den Stadtrat

Freie Wähler lehnen neue Stadtgrünordnung für Moosburg ab

Der Entwurf einer neuen Stadtgrünordnung stößt bei Moosburgs Freien Wählern auf Ablehnung. Sie fürchten eine „Gängelung von Gartenbesitzern“.

Moosburg – Mit ihrem Antrag vom 10. Mai auf eine neue Stadtgrünordnung, die den Schutz von Bäumen in den Fokus rückt, haben Julia Neumayr (Fresh) und Johannes Becher (Grüne) sich bereits auf eine kontroverse Debatte eingestellt. Dafür, dass diese nicht erst bei der Abstimmung im Stadtrat geführt wird, sorgen nun die Freien Wähler: Sie beziehen per Pressemitteilung Stellung zu dem Vorhaben und üben unmissverständliche Kritik. Denn: Man stelle sich gegen Verbote und plädiere für Aufklärung und Bewusstseinsbildung.

Laut Ortsvorsitzendem Reinhard Lauterbach haben die FW-Mitglieder in einer Onlinekonferenz am 4. Mai den damals vorliegenden Entwurf einer neuen Stadtgrünordnung diskutiert. „Was sich unter Paragraf 1 (Schutzzweck) des Entwurfs grundsätzlich gut anhört, nämlich eine innerörtliche Durchgrünung sicherzustellen, die Lebensqualität und das Kleinklima zu verbessern und z. B. das Stadtbild zu beleben und zu verschönern, entpuppt sich leider ab Paragraf 2 als reine Baumschutzverordnung“, kritisiert Lauterbach. Außerdem würden sich für die FW noch viele weitere Fragen zur praktischen Umsetzung stellen. „So kann eine Erlaubnis auf Beseitigen oder Beschädigen geschützter Bäume auf Antrag erteilt werden, wenn eine unzumutbare Belastung vorliegt und nach Beratung durch die Stadt keine alternative und zumutbare Lösung gefunden werden kann. Können heißt nicht müssen“, heißt es in dem Schreiben. Man frage sich: „Was ist zumutbar und was nicht?“ Die Beurteilung und die Beratung der Baumbesitzer würden zu einem erhöhten Verwaltungsaufwand führen, „vermutlich für unsere Moosburger Stadtgärtnerei“, prophezeit Lauterbach.

Den FW sind keine Negativ-Fälle bekannt

Auch habe sich in der Online-Diskussion der Freien Wähler niemand an einen Fall erinnern können, in dem es zu größerem Unmut über besondere Fälle von Baumrodung auf Privatgrundstücken gekommen sei. Die Erfahrung der FW zeige, „dass Grundstückseigentümer ohne triftigen Grund keine Bäume fällen“. Die beantragte Stadtgrünordnung schrecke Gartenbesitzer ab, überhaupt Bäume anzupflanzen. „Es könnte sogar dazu führen, dass Interessenten vom Grundstückskauf abgeschreckt werden, wenn ihnen die Freiheit zur Gartengestaltung genommen wird“, warnt Lauterbach.

Der beantragte Entwurf der neuen Stadtgrünordnung

Hier können Sie sich selbst ein Bild vom beantragten Entwurf der neuen Moosburger Stadtgrünordnung machen, um den sich die Debatte dreht: Johannes Becher hat das PDF auf seiner Homepage veröffentlicht.

Außerdem werde Grün in Gärten durch viele weitere Pflanzen „wie Sträucher, Blumen, Hecken und Ähnlichem geschaffen“. Der Aspekt des „gesamten Gartens“ werde in der Verordnung außer Acht gelassen, heißt es in der Pressemitteilung. Fazit: „Die Freien Wähler lehnen eine Gängelung der Gartenbesitzer durch diese Verordnungs- und Verbotspolitik in der Form einer neuen Stadtgrünordnung (die keine ist) ab.“ Stattdessen schlage die Fraktion ein umfassendes Informations- und Beratungsangebot durch die Stadtgärtnerei vor – als Weg, „die Bürger zum Thema naturnahe, Artenvielfalt pflegende Gartengestaltung zu sensibilisieren“. Außerdem plädiere man für jährliche an alle Haushalte verteilte Infoflyer und mehrmals im Jahr stattfindende offene Beratungstage, verbunden mit praxisnahen Führungen. Aus Sicht der Freien Wähler brächten diese gesammelten Maßnahmen langfristig mehr.
ft

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