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Frau klingelt an Haustür und berichtet von Vergewaltigung - dann verschwindet sie in der Dunkelheit

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Eine Bäckerei in Moosburg wird nach einer Bomendrohung von der Polizei abgeriegelt.
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Abgeriegelt: In Moosburg wurde eine Bäckerei mit Sprengstoffspürhunden abgesucht, nachdem eine Bombendrohung per E-Mail eingegangen war.

Sogar eine Gemeinde erhielt Drohmails

Erpresser bedroht bayernweit Firmen mit Bombe: Bäckerei evakuiert - jetzt noch mehr Landkreise betroffen

  • Veronika Mahnkopf
    vonVeronika Mahnkopf
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  • Armin Forster
    Armin Forster
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Eine bayernweite Serie von Bombendrohungen hält die Polizei in Atem. Der Erpresser hat es auf diverse Firmen abgesehen - zuletzt auf eine Bäckerei in Moosburg.

  • Seit Tagen erhalten bayerische Firmen und öffentliche Einrichtungen E-Mails mit Bombendrohungen.
  • Der Erpresser fordert darin horrende Bitcoin-Zahlungen.
  • Die Polizei evakuiert betroffene Betriebe - zuletzt eine Bäckerei in Moosburg.

Update vom 1. September, 10 Uhr: Wie Carolin Englert, Pressesprecherin am Polizeipräsidium Oberbayern Süd, am Dienstag mitteilt, sind auch sieben Firmen und eine Gemeinde in ihrem Zuständigkeitsbereich betroffen. So haben ein Hotel, eine Gemeinde und Firmen in verschiedenen Landkreisen unter anderem Miesbach, Garmisch-Partenkirchen und Weilheim-Schongau Drohmails erhalten.

Gefordert werden, wie berichtet, 20.000 Euro bzw. Dollar in der Internetwährung Bitcoins. Sollten die Erpressten nicht darauf eingehen, drohe Gewalt.

Drohmails an Firmen in Bayern: Bäckerei wird evakuiert

Moosburg – Große Aufregung herrscht am Montagvormittag vor der Bäckerei Grundner in Moosburger (Kreis Freising): Mehrere Polizeiwagen blockieren den Durchgangsverkehr auf der Neustadtstraße, während Sondereinheiten mit Sprengstoffsuchhunden den Betrieb samt Laden durchkämmen. Nach eineinhalb Stunden ist der Einsatz beendet – und die Kräfte ziehen wieder ab. Gefunden wurde nichts.

Polizei evakuiert Bäckerei-Betrieb nach Drohung per E-Mail

Auslöser war eine E-Mail, die die Bäckerei am Sonntagabend erreicht hatte und die erst Montagfrüh gelesen wurde, wie Bäckerei-Prokuristin Maria Grübl unserer Zeitung berichtet. Man habe die Nachricht sofort an die Polizei weitergeleitet, die dann mit den Spürhunden angerückt sei und alle zwölf anwesenden Mitarbeiter auf dem Nachbargrundstück in Sicherheit gebracht habe.

Wie Michael Graf, Sprecher des Polizeipräsidiums Oberbayern-Nord, auf Nachfrage mitteilte, handelte es sich bei der E-Mail um eines von zahlreichen Schreiben, die in den vergangenen Tagen an bayerische Betriebe verschiedenster Branchen verschickt worden seien. „Darin wird gedroht, dass eine Bombe in der Firma explodiert, falls nicht ein gewisser Geldbetrag in Form von Bitcoins überwiesen wird.“

Erpresser fordert Bitcoin-Zahlung von Firmen

Von 20.000 Euro ist in den Schreiben die Rede, wie unsere Zeitung erfuhr. Die digitale Kryptowährung, die ganz legal etwa via Kreditkarte beschafft werden kann, wird gerne von Betrügern genutzt, da sich die Zahlungswege nicht nachvollziehen lassen und so Ermittlungen der Behörden erschwert werden.

Wie es heißt, ist die Masche ein in Polizeikreisen bekanntes Phänomen: Ähnlich wie der berüchtigte Enkeltrick häufen sich in regelmäßigen Abständen Fälle in unterschiedlichen Gebieten. Zuletzt, so berichtete Präsidiums-Sprecher Graf, hätten der oder die Urheber in Niederbayern zugeschlagen. Seit wenigen Tagen ist nun offenbar Oberbayern dran.

Bombendrohungen per E-Mail: Fünf Fälle in fünf Tagen

Das zeigen mehrere aktuelle Einsätze in der Region: Vergangenen Donnerstag flatterte die Droh-Mail einer Starnberger Arztpraxis ins Postfach, zwei Tage später war im gleichen Ort der Eine-Welt-Laden betroffen. Ebenfalls am Samstag musste ein Ingolstädter Reisebüro geräumt werden. Und schließlich rückten Polizeikräfte am Montag nicht nur zur Bäckerei Grundner aus, sondern mussten parallel auch das „Grüne Zentrum“ in Erding nach einer Bombe durchsuchen – dort hatte ein Mitarbeiter des Maschinenrings die Erpresser-Mail gemeldet.

Eventuell gibt es sogar noch mehr Fälle – das Polizeipräsidium Oberbayern-Nord war jedenfalls am Montag noch damit beschäftigt, mögliche weitere Einsätze von anderen Dienststellen zu recherchieren. Auch könnten manche Mails von ihren Empfängern direkt gelöscht, im Spam-Ordner gar nicht erst entdeckt oder schlicht ignoriert worden sein. „Wir nehmen jede Drohung ernst“, betonte hingegen Polizeisprecher Graf. Er empfahl Betroffenen, in jedem Fall umgehend die „110“ zu wählen. „Die Ermittlungen haben inzwischen unsere Cybercrime-Spezialisten übernommen.“

von Josef Fuchs und Armin Forster

A92: Betrunkener Autofahrer blockiert Fahrbahn und bedroht Polizisten - der greift zur Waffe

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