Ein Plan des Moosburger Neubaugebiets „Aich Kirchfeldstraße“
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„Aich Kirchfeldstraße“ lautet der Name des neuen, umstrittenen Baugebiets.

Debatte im Stadtrat Moosburg

„Für Aich ist das zu groß“: Umstrittenes Neubaugebiet dank knapper Mehrheit einen Schritt weiter

  • vonNico Bauer
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Der Bebauungsplan „Aich Kirchfeldstraße“ startete mit viel Kritik – und das bleibt im Verfahren so. Mit knappen Beschlüssen machte man nun den nächsten Schritt.

Aich – Das Gebiet des Bebauungsplans „Kirchfeldstraße“ liegt in der Mitte von Aich (Stadt Moosburg) und schafft durch die Bebauung zwischen der Kirche St. Georg und dem Fluss Sempt eine Abrundung der Ortsmitte. Schon bei der Aufstellung des Bebauungsplans gab es kritische Stimmen zu den Plänen. Diese kamen unter anderem von den Grünen, für die 3. Bürgermeister Michael Stanglmaier in der Stadtratssitzung die Ablehnung seiner Fraktion bekräftigte. „Für Aich ist das ein zu großes Baugebiet.“ Und er warnte: „Städtebaulich ist das nicht sinnvoll.“ Stanglmaier wünschte sich, dass erst einmal in einem Entwicklungskonzept für das Moosburger Stadtgebiet Ziele und Visionen entwickelt werden.

Wesentliche Änderungen in den Plan eingearbeitet

In der Sitzung gab es noch weitere Personen, die pauschal Nein sagten. „Für Aich ist das zu groß und einfach nicht passend“, erklärte etwa Gerhard Beubl (SPD). Das hatte dann zur Folge, dass bei der ersten Öffentlichkeitsbeteiligung in dem Bebauungsplanverfahren die meisten Beschlüsse mit 12:10 oder 13:9 nur knappe Mehrheiten bekamen. Nach einer ersten Behandlung von Stellungnahmen im Mai vergangenen Jahres wurden nun auch schon wesentliche Änderungen in den Plan eingearbeitet. So wurde dem Wunsch Rechnung getragen, dass es aus dem Baugebiet nur noch eine Ausfahrt gibt. Manfred Tristl (CSU) regte an, in dem Bereich auf der St.-Georg-Straße auch ein Parkverbot bei der künftigen Einfahrt anzuordnen. Weiter diskutiert wurden jene Autofahrer, die sich in Aich nicht so ganz genau an die 50 Stundenkilometer halten. In den kommenden Wochen soll es nun Geschwindigkeitsmessungen der Stadt geben – allerdings ohne Anzeigen-Display mit entsprechendem Smiley, damit man einen unverfälschten Eindruck der dort tatsächlich gefahrenen Geschwindigkeiten bekommt.

Verena Kuch (Grüne) kritisierte, dass das Biotop entlang der Sempt scheinbar in die benachbarten Gärten verschoben werde. Dem hielt Bauamtsleiter Herbert Held entgegen, dass man mit dem aktuellen Plan eher Verbesserungen für den durchgängigen Grünstreifen erreicht habe. Dieser Abstand zum Gewässer liegt zwischen sechs und 20 Metern.

Kuriose Stellungnahme zur Kirche amüsiert Bürgermeister

Eine etwas kuriose Stellungnahme kam vom Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege mit dem Hinweis, dass durch das neue Baugebiet die Kirche weiter in die Mitte rücke. Das nahm Bürgermeister Josef Dollinger (FW) sehr amüsiert zur Kenntnis: „Ich habe schon öfters einmal Kirchen in der Mitte von Ortschaften gesehen.“ In ihrer Stellungnahme machte die Stadtverwaltung deutlich, dass die Wohngebäude sowohl mit den Baukörpern als auch der Höhenentwicklung keine Beeinträchtigung für das benachbarte Gotteshaus bedeuten.

Bei den Baukörpern bietet der aktualisierte Plan eine gravierende Änderung: Hier bilden vier Geschoßwohnungsbauten entlang der Hauptstraße eine Abschirmung für das neue Baugebiet. Aus den bisher angedachten Doppelhäusern wurden bei gleichbleibender Gebäudegröße Mehrfamilienhäuser.

Aicher Bürger in Sorge

Damit hat sich die Kritik nicht gelegt, wie eine Reihe von privaten Einwendungen zeigt. Darin äußern Bürger von Aich Sorge bezüglich des dörflichen Charakters und auch der Gebäude, die sich nicht in die Umgebung einfügen würden. Dem widerspricht die Stadt und sieht die Planungen als passend an. Allerdings wurden die Beschlüsse mit der durchaus knappen Mehrheit von 12:10 Stimmen gefasst.

In Zusammenhang mit den Abwägungen kritisierte Michael Stanglmaier auch die schlechte Anbindung an den Öffentlichen Personennahverkehr: „Aich ist da quasi nicht existent.“ Mit dem Wachstum der Ortschaft steige auch der Bedarf für einen Stadtbus in diese Richtung.

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