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Eine Auswahl der Screenshots, auf die sich die Berichterstattung im Freisinger Tagblatt stützt. Einige davon wurden bei der Pressekonferenz am Donnerstag an die Freien Wähler übergeben. 

FW-Pressekonferenz zum „braunen Untergrund in Moosburg“

„Wir lassen uns nichts unterstellen“

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Moosburg - Die FT-Recherchen zum „braunen Untergrund in Moosburg“ haben ein Beben ausgelöst. Während Gerhard-Michael Welter aus der CSU ausgetreten ist, sehen die Moosburger Freien Wähler bislang keinen Anlass, auf Distanz zu ihrer Vize-Vorsitzenden Petra Bindereder zu gehen.

Die Berichte im FT über die rechtspopulistischen Umtriebe in zwei geschlossenen und nichtöffentlichen Facebook-Gruppen sorgen seit Tagen für Aufregung. Während sich CSU-Bürgermeisterin Anita Meinelt offen von Gerhard-Michael Welter distanziert und der nun – zur Erleichterung des CSU-Kreisvorsitzenden Florian Herrmann – auch seinen Austritt aus der CSU erklärt hat (wir haben berichtet), hatten die Freien Wähler am Donnerstag kurzfristig zu einem Pressegespräch und Meinungsaustausch geladen. Anlass: In den beiden Facebook-Gruppen war auch die zweite Vorsitzende der FW Moosburg, Petra Bindereder, durch rechtspopulistische Äußerungen und Aktivitäten aufgefallen.

Die Moosburger Zeitung hatte allerdings die Recherchen und Erkenntnisse des FT als „Hexenjagd“ bezeichnet, hatte dem Tagblatt unterstellt, keinerlei Belege zu besitzen. Moosburgs 2. Bürgermeister Josef Dollinger hatte zu Beginn des Pressegesprächs kritisiert, dass man manche Aussagen „über unsere Stadt“ nicht stehen lassen könne, da sie „diffamierend und beleidigend für uns und unsere Stadt“ seien. Die FW ließen sich da nichts unterstellen, man wehre sich. Und in dasselbe Horn stieß auch der Vorsitzende der FW Moosburg, Reinhard Lauterbach: Der hatte im Vorfeld des Pressegesprächs am Donnerstag an alle FW-Mitglieder einen Brief geschrieben, in dem er beispielsweise behauptete: „Faktisch konnten aber seitens des FT keine Beweise vorgelegt werden, die irgendeine der genannten Beschuldigungen auch nur ansatzweise unterstreichen würden.“ Und weiter: „Der Moosburger Zeitung lagen im Vorfeld ihrer Berichterstattung alle Unterlagen bis ins Detail vor.“ Das FT konfrontierte am Donnerstag Lauterbach nicht nur mit diesem internen Brief, der dem Tagblatt zugespielt worden war, sondern legte auch Beweise für die Richtigkeit der Recherchen vor: Ein ganzes Paket an Screenshots über Äußerungen und Kommentare Petra Bindereders sowie sämtliche Belege zum Bericht „Der braune Untergrund“ wurden Lauterbach und Dollinger ausgehändigt.

Auf die Frage, welche „Unterlagen bis ins Detail“ denn der Moosburger Zeitung für ihre Art der Berichterstattung vorgelegen hätten, wie von Lauterbach behauptet, musste der Vorsitzende zugeben, dass er sich da auf eine Auskunft Bindereders verlassen habe. Die Redaktionsleiterin der Moosburger Zeitung erklärte, „gar keine Unterlagen“ zu besitzen. Die Grundlage ihrer Berichte – darunter die Glosse gegen das FT – hätten allein auf Telefonaten mit den Betroffenen basiert. Bei den FW, so hieß es in dem internen Brief Lauterbachs weiter, würden „rechte Gesinnungen oder gar Hass auf Ausländer, Flüchtlinge oder Asylbewerber nicht geduldet“. Wieso dann Dollinger ebenfalls Mitglied in diesen Facebook-Gruppen sei und sich nicht ein einziges Mal dort gegen rechtspopulistische Äußerungen gestellt habe, beantwortete der Zweite Bürgermeister so: Er sei diesen Gruppen hinzugefügt worden. „Und ich bleibe auch drin, weil ich mir von niemandem vorschreiben lasse, was ich lese.“ Trotzdem: Als ihm die Unterlagen zu den Aktivitäten der Vize-Vorsitzenden Bindereder übergeben wurden, sagte Dollinger: „Ich kenne diese Äußerungen der Frau Bindereder nicht.“ Und weiter: „Ich werte das nicht, was in diesen Gruppen steht.“ Sich von Bindereder zu distanzieren komme für ihn „definitiv nach seinem gegenwärtigen Kenntnisstand nicht in Frage“. Dass Gerüchten zufolge Hinrich Groeneveld nicht nur als Stadtrat zurückgetreten, sondern inzwischen auch aus den FW ausgetreten sei, weil er mit der Gesinnung mancher FW-Mitglieder nicht zurechtkomme, wollte Dollinger nicht kommentieren. „Da müssen Sie Herrn Groeneveld fragen.“ Dass er den Kreishaushalt wegen der Asylpolitik der Bundesregierung abgelehnt habe, bestätigte Dollinger. Mit den Flüchtlingen vor Ort habe er aber „keinerlei Probleme“.

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