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Gerhard-Michael Welter ist aus der CSU ausgetreten. Aber: Die Partei ist und bleibt dennoch seine politische Heimat, wie er sagt. 

Nachbeben in Moosburg

Gerhard-Michael Welter ist aus der CSU ausgetreten

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Moosburg - Gerhard-Michael Welter will nicht weiter als Munition gegen seine Vorstandskollegen der CSU verwendet werden. So begründet das umstrittene CSU-Mitglied seinen Parteiaustritt, der gestern bekannt wurde.

Gerhard-Michael Welter ist aus der CSU ausgetreten. Er bestätigte dem FT gestern am Telefon, das Parteibuch abgegeben zu haben. Nach den Gründen gefragt, meinte Welter: „Ich will nicht mehr als Munition gegen meine Vorstandskollegen verwendet werden.“ Gemeint sind seine früheren Vorstandskollegen: Welter war Kassier der CSU Moosburg, trat nach seinen rechtspopulistischen Äußerungen im Netz von diesem Amt zurück und wurde jüngst zum Ersatzdelegierten gewählt.

Die Frage, ob Welter sich nach den Veröffentlichungen des Freisinger Tagblatts zu seinen Facebook-Aktivitäten (wir haben berichtet) nun von allen, die sich öffentlich von ihm distanzieren – unter anderem auch Moosburgs Bürgermeisterin Anita Meinelt – im Stich gelassen fühlt, meinte er: „Frau Meinelt hat sich nicht von mir distanziert.“ Im übrigen auch nicht die Familie Schaffer, wie Welter versichert. „Die Familie Schaffer hat sich nicht von mir persönlich distanziert – das hätten sie mir gesagt – sondern von den mir unterstellten Sachen.“ Zwar habe er im Moment keinen Kontakt zur Familie. Das sei aber lediglich dem Umstand geschuldet, dass die Schaffers gerade im Urlaub weilen. Moosburgs CSU-Stadtrat Bernd Schaffer ist ebenfalls in der Berichterstattung über die beiden nichtöffentlichen Facebook-Gruppen genannt worden. Nach seinem Austritt aus der CSU wollte das FT von Welter wissen, ob er nun eine neue politische Heimat suche. „Ich habe eine politische Heimat. Ich bin nur aus der CSU ausgetreten, um den Kritikern den Wind aus den Segeln zu nehmen.“ Denn seiner Ansicht nach gehe es in der Berichterstattung um seine „angeblich rechtspopulistischen Äußerungen“ auf Facebook, wie er sagt, nicht um ihn als Person, sondern in erster Linie immer um die CSU. „Die CSU ist weiterhin meine politische Heimat“, beteuert Welter und fügt an: „Oder besser gesagt der Konservative Aufbruch (eine besonders konservative Gruppierung innerhalb der CSU, Anmerkung der Redaktion).

MdL und CSU-Kreisvorsitzender Florian Herrmann hat gestern aus der Zeitung von Welters Rückzug aus der Partei erfahren. Er begrüße diesen Schritt, weil „Herr Welter damit weiteren Schaden von der Moosburger CSU abwendet“, sagte Herrmann auf Nachfrage. Eine E-Mail sorgte dann gestern Nachmittag für Irritationen in der FT-Redaktion. Es handelte sich um eine Mail von Gerhard-Michael Welter, die von dritter Hand an das Tagblatt weitergeleitet wurde. Der Wortlaut: „Hallo Freunde, der erwartete Anruf kam und die Rücktritt-Ente ist in vollem Gange. Hab denen nur Schmarrn erzählt und die glauben alles. Ich lach mich über deren Artikel kaputt. LG Gerhard.“ Was es mit dieser Meldung auf sich hat, versuchte CSU-Kreischef Florian Herrmann daraufhin zu eruieren.

Zwischenzeitlich hat Herrmann den CSU-Ortsvorsitzenden  Florian Bichlmeier erreicht. Der habe ihm bestätigt, dass Welter aus der CSU ausgetreten ist. 

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