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Gerhard Michael Welter

Moosburger Ortsverein schenkt ihm das Vertrauen

Gerhard Michael Welter ist zurück: Neue Funktion für umstrittenes CSU-Mitglied

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Moosburg - Sein Fall ging deutschlandweit durch die Presse: Gerhard Michael Welter stolperte über seine rechtspopulistischen Facebook-Aktivitäten und trat als Kassier beim CSU-Ortsverband Moosburg zurück. Jetzt hat er dort eine neue Funktion.

„Ich bin ein Nazi und zwar so: Nicht an Zuwanderung interessiert“. Unter anderem dieser Post auf seiner Facebook-Seite führte dazu, dass Gerhard Michael Welter Mitte November 2015 sein Amt als Schatzmeister der Moosburger CSU niederlegte. Aus der Partei ausgeschlossen wurde Welter nicht. Und der dringenden Aufforderung des CSU-Kreisvorsitzenden Florian Herrmann, die Aktivitäten auf Facebook einzustellen, kam Welter auch nicht nach. 

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Der Fall Gerhard Michael Welter

Im Gegenteil: Das, was Welter in den Wochen und Monaten danach so von sich gab und was er auf Facebook teilte, führte dazu, dass er für mehrere Tage von Facebook gesperrt wurde. Welter verfügt inzwischen über diverse Facebook-Auftritte.

Nun ist er zwar nicht mehr Herr über die Finanzen des Moosburger CSU-Ortsverbandes, am Mittwoch wurde Welter allerdings von den Mitgliedern der Moosburger CSU bei deren Jahreshauptversammlung mit einer anderen Funktion betraut: Welter ist für den 25. Juli Ersatzdelegierter für die Kreisvertreterversammlung zur Bundestagswahl. 19 von 28 möglichen Stimmen bekam er. 

Mittelfinger für die Grünen: Seinen offenkundigen Hass auf den politischen Gegner machte Gerhard Michael Welter zwischenzeitlich sogar zum Profilbild.

Das ist nun, da sind sich auch die CSU-Vertreter einig, nicht der prominenteste Posten, aber es ist ein Zeichen, das nicht nur bei der Spitze der Landkreis-CSU auf Unverständnis trifft. Kreis-Chef Florian Herrmann reagiert offiziell zurückhaltend: Er halte diese Personalie für unglücklich, halte sich aber aus den Angelegenheiten der Moosburger heraus. „Das muss der Ortsverband schon mit sich selbst ausmachen“, kommentiert Herrmann auf Nachfrage des Freisinger Tagblatts.

Deutlicher wird da schon der CSU-Bundestagsabgeordnete Erich Irlstorfer: „Ich weiß nicht, was sie sich dabei denken“, sagt er vom FT darauf angesprochen, dass der Moosburger Ortsvorsitzende Florian Bichlmeier Welter nicht von der Kandidatenliste gestrichen hat. Ansonsten wolle er das Verhalten und die Aktion Bichlmeiers „lieber nicht kommentieren“, formuliert es Irlstorfer, der von der Wahl Welters doch „überrascht“ sei. Dass sein Schweigen dazu doch offenbar Bände spreche, bestätigt Irlstorfer. Der Bundestagsabgeordnete ist auch einer, der die Facebook-Aktivitäten Welters nach wie vor im Auge hat: Diesen „Nazi“-Spruch Welters hätte man ja vielleicht noch als schweren, allerdings einmaligen Fehler ansehen können. Dass Welter aber so weitermache – und das auch noch „ganz bewusst“ –, das sehe er schon sehr skeptisch.

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